?SOS-Kinderdörfer kritisieren neues Gesetz gegen Kinderarbeit in Indien

(Mynewsdesk) München – Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, arbeiten schätzungsweise 50 Millionen Kinder auf dem Subkontinent – zum Teil unter lebensgefährdenden Bedingungen in Edelsteinminen und Industrie. Nun wurde das Gesetz verschärft. Die SOS-Kinderdörfer haben allerdings gegen Teile des Gesetzes Einspruch erhoben. „Diverse Ausnahmeregelungen lassen immer noch Raum für gefährliche Kinderarbeit. Deshalb appellieren wir an die indische Regierung, sämtliche Schlupflöcher zu schließen“, sagte Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit in München.

Zum einen ließe sich durch eine Ausnahmeregelung für Familienbetriebe das Gesetz gegen Kinderarbeit für unter 14-Jährige leicht umgehen: „Der Begriff Familie ist in Indien extrem dehnbar und es ist daher schwer nachzuvollziehen, ob ein Kind nicht von irgendeinem entfernten Verwandten ausgebeutet wird“, erklärte der SOS-Sprecher. Zum anderen werden nicht alle gefährlichen Arbeiten von dem Gesetz ausgeschlossen. So seien Tätigkeiten wie Feldarbeit, bei der die Kinder massiv Pestiziden ausgesetzt werden, oder körperlich anstrengendes Teppichweben weiterhin für Minderjährige erlaubt. „Und 15- bis 18-Jährige sind durch die Regelung nur sehr ungenügend geschützt.“

Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich seit vielen Jahren gegen Kinderarbeit in Indien und anderen Ländern.

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Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine global agierende Organisation entstanden, die sich hauptsächlich aus privaten Spenden finanziert. Sie ist heute mit mehr als 560 Kinderdörfern und rund 1.900 weiteren SOS-Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der SOS-Familienhilfe in 134 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 1,5 Millionen Kinder und deren Angehörige.

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