Damit nach dem Grillen nicht die Feuerwehr anrückt

Glut und heiße Asche noch nach Tagen brandgefährlich

Damit nach dem Grillen nicht die Feuerwehr anrückt

Die Brandgefahr kann noch Tage anhalten

Selten ist man sich so einig: Grillen ist ein Volkssport, eine Lebensphilosophie, eine Haltung. Auch die Brandursachenermittler des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) stehen regelmäßig am Grill – leider meist nach einem Schadenfeuer.

„Die Glühzeiten werden massiv unterschätzt. Es kommt immer wieder zu Brandausbrüchen, weil die Grillasche falsch entsorgt wird“, sagt Dr. Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Institutes. Diese Brände treten in der Regel nicht auf, während man sich um das letzte Würstchen streitet, sondern Stunden später.

Ein Brandausbruch in der Mülltonne ist ein „Klassiker“ dieser Kategorie, denn Glutnester sind oft nicht zu sehen, wenn die Asche aus dem Grill in die Kunststofftonne geschüttet wird. Bei Brandversuchen im IFS haben die Schadenforscher eine Brandgefahr durch Glut und heiße Asche noch nach mehr als zwei Tagen festgestellt. Um eine Brandentstehung auszuschließen, empfiehlt das Institut, die Kohlereste nach dem Grillen mit Wasser abzulöschen oder drei Tage in einem feuerfesten Behälter abkühlen zu lassen.

Die Asche einfach im Grill zu lassen, ist keine Lösung, wie schon einige Hausbesitzer auf kostspielige Weise lernen mussten. Ein Windstoß genügt, und glühende Grillkohlereste setzen den Terrassenfußboden oder die Gartenmöbel in Brand.

Für eine sichere Grillsaison hat das IFS die wichtigsten Tipps zusammengestellt:

– Vorsicht, Lebensgefahr: Niemals Brennspiritus oder Benzin benutzten.
– Kinder über die Gefahren aufklären und nicht unbeaufsichtigt lassen.
– Feuerfesten Untergrund im Freien als Standort wählen und ein standsicheres Gerät verwenden.
– Nur mit geeigneten Zündhilfen arbeiten, wie (elektrischen) Anzündern, Zündwürfeln, Pasten oder Grillstartern.
– Beim Einkauf auf sichere und geprüfte Qualität achten, die in der Regel durch DIN- oder GS-Zeichen dokumentiert wird.
– Ausreichend Sicherheitsabstand von Feld, Wald und Flur sowie von brennbaren Stoffen einhalten und auf die Windrichtung achten wegen des Funkenfluges.
– Grillhandschuhe ohne Kunstfasern und lange Grillzangen benutzen.
– Selbst bei schlechtem Wetter gehört ein Grill nicht unter den Sonnenschirm und schon gar nicht in einen geschlossenen Raum. Rauch ist giftig und lebensgefährlich.
– Kohle und Briketts nach dem Grillen mit Wasser sorgfältig ablöschen oder drei Tage in einem feuerfesten Behälter auskühlen lassen. Asche ist nicht kompostierbar und gehört in den Restmüll.

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e. V. wurde 1976 gegründet. Es geht zurück auf das Brandverhütungslabor, das 1884 von der Schleswig-Holsteinischen Landesbrandkasse ins Leben gerufen wurde. Heute hat der Verein mit Hauptsitz in Kiel bundesweit neun Standorte. Ein Team aus Naturwissenschaftlern und Ingenieuren untersucht im Schwerpunkt Brand- und Brandfolgeschäden, Leitungswasser- und Feuchteschäden. Die Erkenntnisse aus den Ursachenermittlungen dienen der allgemeinen Schadenverhütung und werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Kontakt
IFS Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V.
Ina Schmiedeberg
Preetzer Straße 75
24143 Kiel
0431 – 7 75 78 – 10
schmiedeberg@ifs-ev.org
http://www.ifs-ev.org

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