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Jun 16 2017

Autotechnik fürs Fahrrad

Autotechnik fürs Fahrrad

(Bildquelle: www.pinion.eu| pd-f)

Die Fahrradschaltung grundlegend revolutionieren – diese Idee hatten Christoph Lermen und Michael Schmitz bei der Gründung ihrer Firma Pinion. Ihr Unternehmen ist dieser Tage für den „Deutschen Gründerpreis 2017“ nominiert. Der pressedienst-fahrrad zeigt die Hintergründe des Erfolgs der Getriebeschaltung.

(pd-f/tg) Gute Ideen haben sicher viele – doch diese in die Tat umzusetzen, bedarf Überzeugung und Leidenschaft. Bei den beiden Jung-Ingenieuren Christoph Lermen und Michael Schmitz kamen alle drei Faktoren zusammen. „Grundsätzlich haben wir uns gefragt: Warum sind gerade die feinmechanischen, aber wichtigen Teile einer Schaltung an einem Fahrrad ungeschützt gegenüber Witterung und Schmutz? Das ist bei keinem anderen Fahrzeug der Fall“, erklärt Lermen, der Schmitz bei der gemeinsamen Arbeit bei Porsche kennenlernte. Ihre Idee: Eine Fahrradschaltung mit dem Herz eines Sportwagens bauen. Oder mit Lermens Worten: „Die Technik aus dem Automobil für Fahrräder – zuverlässig, langlebig, wartungsarm und eine feine Gangabstufung ohne Gangüberschneidung.“ Das Ergebnis ist eine gekapselte Getriebeschaltung. Dank des geschlossenen Aufbaus kommt keine Feuchtigkeit an die Schaltteile, damit ist die Getriebeschaltung äußerst wartungs- und Service-arm. Die Idee hatten die beiden Erfinder 2006, bereits zwei Jahre später wurde das Unternehmen Pinion gegründet. 2010 stellten sie dann den ersten Prototyp vor, die ersten Räder mit Zentralgetriebe folgten ein Jahr später. Mit dem Umzug nach Denkendorf 2012 begann anschließend die Serienproduktion. „Wir bieten auf unsere Produkte fünf Jahre Garantie. Das macht kein anderer Schaltungshersteller“, unterstreicht Lermen den hohen Qualitätsanspruch. Einzig ein Ölwechsel nach jeweils ca. 10.000 Kilometern sollte durchgeführt werden. Gefertigt wird übrigens in Denkendorf bei Stuttgart. Auch die meisten Zulieferer stammen aus dieser Region.

Nominierung zum Gründerpreis

Aktuell freuen sich die Pinion-Gründer mit zwei weiteren Unternehmen über die Nominierung zum „Deutschen Gründerpreis“ in der Kategorie „Aufsteiger“. Bedingung: Die Firmen dürfen nicht älter als neun Jahre sein und müssen ein außerordentliches Wachstum aufzeigen. Für Pinion begann die Erfolgsgeschichte mit der Einführung der Getriebeschaltung „P1.18“, die bis heute unverändert das Premiumprodukt der Firma ist. Das Gehäuse besteht aus Aluminum und wird aus einem Block CNC-gefräst – ein aufwendiges Verfahren, das sich auch im Preis der Produkte widerspiegelt. Die P1.18 ist an Rädern ab 3.000 Euro aufwärts verbaut. „Die P1.18 eignet sich sehr gut für Reiseradfahrer. Sie ist in acht verschiedenen Eloxalfarben erhältlich und deshalb gerade für Custom-made-Aufbauten interessant“, beschreibt Stefan Stiener, Geschäftsführer des individuellen Reiseradanbieters Velotraum den Nutzerkreis des Highend-Produkts.

Immer im richtigen Gang

Anders als die gängigen Naben- oder Kettenschaltungen sitzt das Pinion-Getriebe direkt am Tretlager und nicht an der Hinterradnabe. Baulich hat das zur Folge, dass für die Aufnahme ein speziell geformter Rahmen benötigt wird. „Die zentrale Position wirkt sich aber positiv auf das Fahrverhalten der Räder aus“, so Stiener. Beim Schalten lassen sich alle Gänge der Reihe nach oder in beliebigen Gangsprüngen durchschalten – egal, ob das Fahrrad rollt oder steht. Die Kraftübertragung findet über zwei Zahnradpaare statt. „Diese technische Besonderheit sorgt in jedem Gang für ein gleichbleibendes, verlustfreies Fahrgefühl“, meint Pinion-Gründer Lermen. Mit 636 Prozent bietet die P1.18 eine hohe Übersetzungsbandbreite, laut Hersteller die Größte am Markt. „Das Getriebe ist ein Top-Produkt und hat unsere Kunden schon einige Jahre begeistert und überzeugt“, weiß Volker Dohrmann, Leiter Strategie, Produkt und Marketing bei Stevens Bikes, aus eigener Erfahrung. Der Hamburger Fahrradhersteller verbaut bei hochwertigen Trekkingrädern das Premiumprodukt aus Denkendorf.

Kostengünstige Alternative geschaffen

Mit der „C-Linie“ hat Pinion seit vergangenem Jahr eine weitere Getriebelösung im Angebot. Die neuen Produkte werden in einem schnellen, kostengünstigen und ebenfalls aus der Automobilindustrie bekannten Magnesium-Druckgussverfahren produziert. Räder mit C-Linie können deshalb ab 2.000 Euro angeboten werden und sind gerade für Einsteiger interessant. Mittlerweile umfasst das Pinion-Angebot sieben unterschiedliche Zentralgetriebetypen von sechs bis 18 Gängen, abgestimmt auf diverse Einsatzmöglichkeiten. „Mountainbiker, Vielfahrer und Pendler beginnen die Vorzüge zu schätzen. Mit unseren beiden Produktlinien decken wir viele Spektren ab und sind für die Zukunft gerüstet“, ist Lermen überzeugt.

Das wartungsarme Rad

Der Erfolg des jungen deutschen Unternehmens ist jedoch auch eng mit dem Trend der Fahrradbranche zum Service-armen Alltagsfahrrad verbunden. So gewann der Riemenantrieb in den vergangenen Jahren an Popularität. Er steht für eine wartungsarme, langlebige Alternative zur Fahrradkette und sinnbildlich für das Service-arme Radfahren. Das Angebot an Riemenfahrrädern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Riemen ist mittlerweile massenmarkttauglich. „In Verbindung mit einer Getriebeschaltung bekomme ich ein fast wartungsfreies Rad“, meint Frank Schneider vom Riemenspezialisten Gates. Wie sich der technische Fortschritt von P-Linie und Carbonriemen im harten Reisealltag bewährt, testet gerade der Dauerradfahrer Kamran Ali. Der Nürnberger mit pakistanischen Wurzeln ist auf seiner Reise von Feuerland nach Alaska auf der Panamericana nach gut 13.000 Kilometern mittlerweile in Mittelamerika angelangt. Sein Begleiter: Ein „P 18 Lite“ von Stevens (3.799 Euro) mit Gates-Riemen und Pinion-Getriebe.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mai 20 2016

Warum lässt sich der Fahrradreifen nicht aufpumpen?

Warum lässt sich der Fahrradreifen nicht aufpumpen?

(Bildquelle: www.pd-f.de / Holger Heinemann)

[pd-f/ht] „Warum lässt sich der Reifen nicht aufpumpen?“ Immer wieder stehen Kunden mit dieser Frage im Fahrradladen und zweifeln an sich selbst. Dabei meistern sie doch sonst alle Lebenslagen …

Bevor man die eigentliche Arbeit in Angriff nimmt, prüft man am besten die Bereitschaft der Pumpe: „Dafür hält man die Auslassöffnung mit dem Daumen zu und versucht zu pumpen. So merkt man schnell, ob die Pumpe noch Druck aufbaut oder die Luft durch eine kaputte Stelle entweicht“, verrät Florian Niklaus, Produktmanager beim Fahrradhersteller Winora. Dass die Pumpe funktioniert, reicht allein noch nicht aus. Sie muss auch für das Ventil geeignet sein. „In der Regel hat man es mit einem von drei verschiedenen Ventiltypen zu tun“, erklärt Doris Klytta vom Reifenspezialisten Schwalbe. Bei allen muss – sofern vorhanden – die Staubkappe aus Plastik abgeschraubt werden.

Sclaverand, Dunlop oder Schrader?

Das dünne Sclaverand-Ventil, auch „Presta-„, „Rennrad-“ oder „Französisches Ventil“ genannt, wird durch eine kleine Rändelmutter am Kopf gesichert, die erst gelockert werden muss. Sie fixiert einen kleinen Stift, der heruntergedrückt wird, sobald mit der Pumpe Druck erzeugt wird, und damit das Ventil öffnet. „Wenn der Schlauch noch unter starkem Druck steht und es trotz passender Pumpe nicht klappt, muss man unter Umständen erst mit dem Finger etwas Luft ablassen“, rät Doris Klytta. Ventile vom Typ Sclaverand werden meist auch bei schlauchlosen Reifen („Tubeless“) verwendet. Die vergleichsweise neue und vor allem im Sportbereich eingesetzte Tubeless-Technologie erklärt der pressedienst-fahrrad in einem gesonderten Artikel.

Beim altbekannten Dunlop-Ventil, das sich heute eher an günstigeren Modellen und Kinderrädern findet, sitzt am Kopf eine Überwurfmutter, die deutlich breiter ist als der Ventilschaft. Diese darf nicht gelöst werden, denn so löst man das Ventil aus dem Schaft. Geöffnet wird es allein dadurch, dass mit der Pumpe Druck erzeugt wird. Eine weniger hochwertige Pumpe mit geringem Hub könne das schon mal überfordern, auch wenn die Ventileinsätze von Dunlop-Ventilen inzwischen leichtgängiger geworden seien, sagt Winora-Mann Niklaus.

Besteht das Ventil lediglich aus einem Schaft mit einem versenkten Stift in der Öffnung, handelt es sich um ein sogenanntes Schrader-Ventil, das auch als „Autoventil“ bezeichnet wird. Für Schrader-Ventile geeignete Pumpen haben ein Gegenstück in der Kopföffnung, das den Stift des Ventils herunterdrückt, um es zu öffnen. Bei vielen Modellen muss dafür nach Aufsetzen der Pumpe ein Hebel umgelegt werden.

Druck machen mit Köpfchen

Ein Reifen mit Schrader-Ventil lässt sich ohne Weiteres auch an der Tankstelle befüllen. Dabei ist jedoch Vorsicht angeraten, schließlich sind die Reifenfüllgeräte für voluminösere Autoreifen gedacht und können einen dünnen Fahrradreifen auf Knopfdruck zum Platzen bringen. Trotzdem schwören manche Radler auf die Kraft des Kompressors, die sich mit speziellen Ventil-Adaptern auch Dunlop- oder Sclaverand-Ventilen erschließt.

Besser und vor allem fernab jeder Tankstelle erledigt man die Aufgabe mit einer richtigen Fahrradpumpe. Moderne, für alle Ventilarten geeignete Pumpen kosten nicht die Welt. Es gibt sie als kompakte Varianten für unterwegs, wie die „Mountain Air Anyvalve“ von Blackburn (19,99 Euro); auf der anderen Seite erzeugen leichtgängige Standpumpen mit präzisem Manometer wie die „Domestique Floor Pump“ von Pedro s (45,90 Euro) kraftvoll Druck und vor allem kontrolliert – denn wer mit Köpfchen fährt, achtet stets auf den vorgegebenen, auf der Reifenflanke angegebenen Druckbereich, der je nach Fahrradtyp stark variiert. So werden die Reifen bei einem Fatbike gerade mal auf 0,5 bar aufgepumpt, bei schmalen Rennradreifen sind es dagegen bis zu elf bar, und die von Profis bevorzugten Schlauchreifen werden mit noch höherem Druck gefahren. Einem gängigen Kompressor geht da schnell die Puste aus, die Geräte erzeugen maximal zwischen
vier und sechs bar Druck.

Wenn sich der Reifen mit einer geeigneten Pumpe nicht aufpumpen lässt, obwohl der Schlauch in Ordnung ist, kann es eigentlich nur noch an einem beschädigten Ventil liegen. Die Ventileinsätze können ausgetauscht werden, bei einem Dunlop-Ventil sogar ganz ohne Werkzeug. Für Sclaverand- und Autoventile dagegen werden spezielle Ventilschlüssel benötigt, die es im Fachhandel schon für zwei Euro einzeln zu kaufen gibt oder etwa im „Multitool“ von Schwalbe (21,90 Euro) enthalten sind.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Apr 9 2015

20. Internationale Spezialradmesse in Germersheim

20. Internationale Spezialradmesse in Germersheim

Ausgefallene Räder und jede Menge Spaß auf den Probeparcours verspricht die 20. Spezialradmesse.

Ausgebucht! Das meldet die 20. Internationale Spezialradmesse, die am 25. und 26. April 2015 in Germersheim stattfindet. Nach zwei Jahrzehnten sind die Standplätze in drei Messehallen und auf dem Freigelände begehrter denn je. Als Jubiläumsüberraschung hat Spezi-Veranstalter Hardy Siebecke für treue Aussteller und Besucher einen außergewöhnlichen Fahrradzirkus engagiert. Zwei belgische Artisten, Riju und Juki von Che Cirque, demonstrieren am Messesonntag, was man mit Reifen und Rädern alles anstellen kann.

„Weltweit einmalig sind außerdem die über 40 gemeldeten Hersteller und Importeure von Liege- und Sesselrädern, die dieses Jahr am Start sind“, betont Spezialrad-Experte Hardy Siebecke. „Sie stellen immerhin rund ein Drittel der Aussteller. Besonders stolz ist der Vater der Spezi auch auf den großen E-Bike-Parcours: „Etwa 30 unterschiedliche, konventionelle Pedelec-Modelle kann man bei uns auf einem weitläufigen Parcours Probe fahren.“ Die insgesamt drei Probeparcours mit rund 200 Fahrradmodellen zum Ausprobieren werden auch in diesem Jahr wieder tausende Menschen zur Spezi-Zeit aufs Rad locken.

Für 2015 rechnet Spezi-Veranstalter Siebecke mit mehr als 10.000 Besuchern und etwa 110 Ausstellern aus dem In- und Ausland. Der weltweit einmalige Branchentreff zeigt in drei Hallen und auf einem großen Freigelände die breite Palette motorisierter und unmotorisierter Liegeräder, Dreiräder, Velomobile, Lastenräder, Falträder, Tandems, Pedelecs, Reha-Mobile und Zubehör.

Geplant ist außerdem das 3. Cargo-Bike-Rennen, ein spaßiger Lastenrad-Wettbewerb. Das Rahmenprogramm am 25. und 26. April bietet darüber hinaus spannende Reisereportagen, Diashows und Vorträge rund ums Spezialrad.
Weitere Details unter www.spezialradmesse.de

Die Spezialradmesse – Spezi – wurde im Jahr 1996 von Haasies Radschlag in Germersheim ins Leben gerufen. Verantwortlich für die Veranstaltung und die Durchführung der Spezialradmesse ist seit 2008 Hardy Siebecke. Die international einzigartige Ausstellung für die Spezialradbranche verzeichnet seit Jahren steigende Aussteller- und Besucherzahlen. Im Jahr 2014 waren rund 100 Aussteller aus über zehn Ländern in Germersheim zu Gast. Sie zeigten das breite Spektrum muskelbetriebener Fortbewegung auf einem, zwei, drei oder vier Rädern. Rund 10.000 Spezialrad-Fans aus den In- und Ausland kommen jedes Jahr zur Spezi-Zeit in die Südpfalz. Zum Rahmenprogramm der Messe gehören interessante Fachvorträge und praktische Vorführungen sowie große Testparcours für die Besucher.

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