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Jul 18 2017

Logistik 4.0 – Trends und Chancen der Digitalisierung in Transport und Logistik

Erfolgreich mit neuem Veranstaltungsformat: 1. Ingenics Innovation Circle

Logistik 4.0 - Trends und Chancen der Digitalisierung in Transport und Logistik

Prof. Witten, M.-B. Pohlmann, Prof. Hausladen, C. Schmidt (Mitgl. GL Log. Init.), A. Hoberg (vlnr) (Bildquelle: Ingenics AG/Ulrike Schacht)

(Hamburg/Ulm) – Am 13. Juli hatte in Hamburg ein neues Veranstaltungsformat der Ingenics AG Premiere. In konzentrierter Arbeitsatmosphäre trafen sich geladene Gäste und Branchenexperten aus Konzernen und KMU, um über die Entwicklung von Transport und Logistik in Zeiten der Industrie 4.0 zu diskutieren und sich ein Bild davon zu machen, was die laufenden – oder bevorstehenden – Veränderungen für ihr Unternehmen bedeuten. Die zentralen Erkenntnisse: Vor der weiteren Technologisierung eines Unternehmens sollte immer eine Systembefähigung stehen und im Rahmen von Business Intelligence Lösungen können mit bereits vorhandenen Daten große Nutzenpotenziale realisiert werden. Dabei ist es fundamental wichtig, bei jeder Implementierung „die Menschen mitzunehmen“. Als Partner war die Logistik-Initiative Hamburg, eine Clusterinitiative für die logistik- und logistiknahe Wirtschaft in der Metropolregion Hamburg, mit im Boot.

Mehr Arbeitsatmosphäre, weniger Event – das signalisierten bereits die Veranstaltungsräume in den Design Offices am Hamburger Domplatz. Und das Format kam an: Vom Start weg stellte sich die gewünschte Konzentration auf das Thema „Logistik 4.0 – Trends und Chancen der Digitalisierung in Transport & Logistik“ ein, die sich später in den beiden Workshops noch einmal verdichtete. Selbst die Pausen wurden intensiv für den fachlichen Austausch genutzt.

Ingenics habe sich von jeher mit den Themen Logistik und Transport beschäftigen müssen, sagte Vertriebsvorstand (CSO) Andreas Hoberg in seiner Begrüßung. „Heute ist es unsere Aufgabe, dieses Thema im Zeichen von Industrie 4.0 so mit der IT zusammenzubringen, dass der maximale Nutzen entsteht.“

Logistik-Initiative Hamburg bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen und befähigt Unternehmen für die Zukunft

Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender der als Co-Veranstalter engagierten Logistik-Initiative Hamburg, eine von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit und der Hamburger Wirtschaft ins Leben gerufene Clusterinitiative zur Stärkung der Logistik in der Metropolregion Hamburg, betonte die Rolle des Netzwerks bei der Entwicklung einer Zukunftswerkstatt, als die er die Veranstaltung verstanden haben wollte. „Logistik schafft Lösungen, deshalb wollen wir Befähiger, Enabler, sein und als Partner der Digitalisierungsinitiative der Bundesregierung die Initiativen aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus Forschung, etablierten Unternehmen und der Start-up-Szene zusammenbringen.“ Selbstverständlich dürfe dabei der „Faktor Mensch“ nicht vergessen werden; vielmehr müsse gezielt und IT-getrieben die Mensch-Maschine-Interaktion gefördert werden.

Zwei ebenso spannende wie informative Vorträge aus Wissenschaft und Praxis gaben Impulse für die abschließenden Workshops, in denen die teilnehmenden Branchenexperten in den persönlichen Austausch gingen und zu zwei konkreten Themengebieten gemeinsam ihre Vision der Logistik 4.0-Zukunft entwickelten.

„Lean“ als zwingende Voraussetzung für Digitalisierung

Zunächst übernahm Prof. Dr. Iris Hausladen, Inhaberin des Heinz-Nixdorf-Lehrstuhls für IT-gestützte Logistik an der HHL Leipzig Graduate School of Management, die Aufgabe, das Thema „Logistik im Zeitalter von Industrie 4.0“ zu beschreiben und auf den Punkt zu bringen. An ausgewählten Beispielen aus der Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik machte sie deutlich, welche umwälzenden Veränderungen Internet of Things & Everything, Industrie 4.0, Smart Factory und Logistik 4.0 mit der daraus resultierenden symbiotischen Vernetzung intelligenter Industrie-, Produktions- und Logistikkonzepte zur Folge haben werden. Allein die Nutzung und Aufarbeitung bereits verfügbarer Daten zur Generierung von Business Intelligence haben gewaltige Potenziale, die Idee der sich selbst organisierenden und optimierenden Maschinen ist real geworden. „Die Digitalisierung soll dort genutzt werden, wo sie klare Vorteile bringt, je nach Industrie wird der Automatisierungsgrad aber auch in der Zukunft bei höchstens 70 bis 90 Prozent liegen, die Rolle des Menschen wird sich ändern, aber sie wird nicht entfallen“, so Prof. Hausladen. Als bedeutendes Beispiel für die künftige Zusammenarbeit verweist sie auf die derzeitige rasante Entwicklung in der Mensch-Roboter-Kollaboration und betont: „Ohne die Anstrengungen der vergangenen 20 Jahre, schlanke Prozesse zu etablieren, würde die Digitalisierung heute nicht so gut vorankommen, ,Lean“ ist sogar eine zwingende Voraussetzung.“ Das meiste, was zur Realisierung von Logistik 4.0 erforderlich sei – Sensoren, Barcode, RFID etc. -, stehe tatsächlich längst zur Verfügung. So gehe es jetzt hauptsächlich um den intelligent koordinierten, vernetzten Einsatz. „Wichtige Zukunftsthemen sind die Instandhaltungslogistik und die letzte Meile, für die beispielsweise Crowd-Lösungen attraktiv werden.“

Jede Logistik 4.0 Umsetzung sollte mit einer Statusbestimmung des Unternehmens und einer Befähigung der Systeme starten

Maj-Britt Pohlmann, Associate Partner und Manager Industry, betreut die Logistik 4.0-Entwicklungen bei Ingenics. In Ihrem Vortrag „Logistik 4.0 in der Praxis – Transparenzdurch Cockpitlösungen“ ging sie auf den derzeitigen Umsetzungsgradvon Industrie 4.0 ein und skizzierte eine „Zukunftsvision Logistik 4.0“. Weil die Frage „Wie kann ich starten?“ von zentraler Bedeutung ist und der Fokus auf der Umsetzung der Vision in die Praxis liegen soll, wurden Stufen der Implementierung aufgezeigt. Das Praxisbeispiel kam aus dem Bereich der Cockpitlösungen, da schnell klar wurde, welche Potenziale dieser Ansatz hat und dass die Transparenz der Wertschöpfungskette ein Schlüssel zum Erfolg der Digitalisierung ist.

Aktuell schafft der Großteil der Unternehmen die Voraussetzungen für Digitalisierung und Modularisierung: Sie befinden sich in der Phase der Systembefähigung. Auf der intelligenteren Bereitstellung von Daten aufbauend, werden dann in etwa fünf Jahren die Mehrheit der Unternehmen die Transparenzstufe erreichen. Durch horizontale und vertikale Informationsintegration können die Früchte der Befähigungsarbeit geerntet werden, in dem sowohl die Intralogistik als auch die Supply Chain transparent überwacht und gesteuert werden. In zehn Jahren soll eine weitgehende Autonomie von Logistikprozessen realisiert sein, in 15 Jahren schließlich die intelligente integrierte Kooperation dezentralisierter Lösungen – sprich: autonomer Systeme – durch die sich selbst steuernde Produkte und Materialien agil durch die Wertschöpfungskette bewegt werden.

Was sind aber nun die ersten Schritte der Umsetzung für Unternehmen? „Jede Logistik 4.0 Umsetzung sollte mit einer Statusbestimmung des Unternehmens hinsichtlich IT und Technologie sowie einer davon abgeleiteten strategischen Zielrichtung begonnen werden“, macht Maj-Britt Pohlmann deutlich. „Anschließend ist eine Befähigung der Systeme Voraussetzung dafür, die weiteren Entwicklungsstufen zu erreichen.“

„Quick-Wins“ können kurzfristig realisiert werden

Die hohe Bedeutung einer nachhaltigen Befähigung der Systeme bedeutet keinesfalls, dass nicht schon heute „Quick-Wins“ bei der Entwicklung von Logistik 4.0-Lösungen realisiert werden könnten. Um Transparenz bezüglich der Materialflüsse, Durchsätze und Engpässe zu erhalten, bieten sich Business Intelligence Cockpit-Lösungen an. „Alle Unternehmen haben heute schon Datenschätze, die sie aktuell nicht nutzen, da sie nicht als intelligent aufbereitete Informationen vorliegen“, so Maj-Britt Pohlmann. „Bisher werden Daten oft dezentral genutzt, manuell verkettet und nur für einen eingeschränkten Adressatenkreis aufbereitet. Die Cockpit-Lösung ermöglicht die zielgerichtete Anwendung von Business Intelligence, etwa indem allen betroffenen Instanzen, also Management, Führungskraft und Werker, die Tools über ihre Boards oder Smartphones zur Verfügung stehen, natürlich nur mit den jeweils für ihre Funktion relevanten Informationen.“ Auch hier sei einer kurzfristigen Realisierung von Pilotanwendungen der Vorzug vor komplexen Gesamtlösungen zu geben, da schnelle Erfolge für die weitere Motivierung wichtig seien.

Die Zukunft im Blick – aus allen Perspektiven betrachtet

Nach den hochkarätigen Impulsvorträgen teilten sich die Teilnehmer für die angekündigten Workshops in zwei Gruppen auf. Maj-Britt Pohlmann übernahm die Gruppe „Perfekte Informationsbereitstellung“, Ingenics Manager Industry Ulf Jochymski die Gruppe, die den „Faktor Mensch“ im Zeitalter von Logistik 4.0 erfassen wollte. Beiden erfahrenen Workshop-Leitern gelang es aus dem Stand, eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre zu schaffen und – angesichts der kurzen Zeit von 45 Minuten – zu verblüffend umfassenden Ergebnissen einschließlich Visualisierung zu gelangen.

Am Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung – die meisten Gäste folgten gerne der abschließenden Einladung zum entspannten Get-together – stand die Erkenntnis, dass es genügend Ansätze für den Start in Logistik 4.0-Projekte gibt, wobei es für alle Beteiligten hilfreich ist, klare Visionen und Zielvorgaben zu formulieren und diese systematisch zu bearbeiten. Dass auf dem Weg hin und wieder Perspektivwechsel sinnvoll sind, damit niemand auf der Strecke bleibt, ist zwar keine neue, aber eine umso wichtigere Erkenntnis, die durch die Methodik der Workshops bekräftigt wurde.

„Wir haben erlebt, dass das neue Format ,Innovation Circle“ gut gestartet ist und sehr positiv aufgenommen wird“, sagt Andreas Hoberg. „Wir planen, bedarfsorientiert weitere Veranstaltungen in verschiedenen Städten durchzuführen.“ In diesem Jahr soll noch mindestens eine weitere folgen.

Über Ingenics
Ingenics berät Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, in den Bereichen Fabrik, Logistik und Organisation. Eine dezidierte Industrie 4.0 Expertise, ein erwartungsgerechtes Interim-Management sowie bedarfsorientierte Ingenieurs- und Servicedienstleistungen runden das Leistungsportfolio ab.
Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für hocheffiziente Material- und Informationsflüsse entlang der gesamten Supply Chain – von der Planung bis zur Realisierung.
Derzeit beschäftigt Ingenics 515 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Jul 4 2017

Ingenics AG in der Kategorie „Mittelstand“ ausgezeichnet

Verleihung des Ludwig-Erhard-Preises 2017

Ingenics AG in der Kategorie "Mittelstand" ausgezeichnet

Ingenics CFO C. Schmidt (2. v.r.) und Director Center of Competence B. Hutter (2. v.l.) mit Urkunde. (Bildquelle: Ludwig-Erhard-Stiftung)

(Ulm/Berlin) – Bei der Verleihung des Ludwig-Erhard-Preises 2017 wurde die Ingenics AG für ihr EFQM Exzellenzprogramm in der Kategorie „Mittelstand“ ausgezeichnet. Finanzvorstand (CFO) Carlos Schmidt und Director Center of Competence Bernd Hutter nahmen in Berlin die Urkunde entgegen.

Die Ingenics AG aus Ulm hat es beim Ludwig-Erhard-Preis 2017 ins Finale geschafft und wurde in Berlin in der Kategorie „Mittelstand“ ausgezeichnet. Damit erreichte sie als erste deutsche Unternehmensberatung das Prädikat Silber im Excellence Index.

In Kooperation mit der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ lobt die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V. den Ludwig-Erhard-Preis aus. Dieser Deutsche Excellence Preis wird für unternehmerische Spitzenleistungen „made in Germany“ vergeben. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, bewerben können sich Organisationen und Unternehmen, die sich durch ein ganzheitliches Managementsystem und den nachhaltigen Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit auszeichnen und dabei nach Spitzenleistungen streben. Kernelemente des Excellence-Gedankens sind eine nachhaltige Kundenorientierung, Qualität und Innovation.

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung sprach der bekannte Autor Dr. Dr. Cay von Fournier („Hidden Champions des Mittelstands“) über die Werteorientierung deutscher Unternehmen; die Urkunden übergab der als langjähriger Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ bekannte 1. Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung, Roland Tichy. In ihrer Laudatio würdigte die Jury die gleichbleibend hohen professionellen Leistungen der Ingenics AG, insbesondere in den Bereichen Strategie, Mitarbeiter und Partner: Bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung sowie bei der aktiven Beteiligung an der Hochschul- und Universitätsausbildung spiele das Unternehmen eine Vorreiterrolle, sodass die Einführung und Entwicklung von Innovationen umfangreich gefördert würden.

Der Finanzvorstand der Ingenics AG, Carlos Schmidt, freute sich über die hervorragende Platzierung, die das Unternehmen bereits im ersten Jahr nach Einführung des EFQM Exzellenzprogramms erreichte. Die Auszeichnung sei für Ingenics auch deshalb eine nachdrückliche Bestätigung, weil deutlich werde, wie sich die „interne Exzellenz“ unmittelbar auf die Qualität der Beratung und zum Nutzen der Kunden auswirke: „Die Verpflichtung auf Exzellenz und Best Practice nehmen wir nicht nur ernst; sie wird so auch von Kunden, Mitarbeitern und der Jury wahrgenommen.“ Bernd Hutter, Director Center of Competence, ergänzt: „Da wir intern lean und digital arbeiten, ist bei Ingenics auch in dieser Hinsicht die kontinuierliche Verbesserung aller Geschäftsprozesse Programm.“

Der EFQM Excellence Ansatz ist eine bekannte Methode der strategischen Organisationsentwicklung, den über 3.000 Organisationen in Deutschland zur systematischen Unternehmensentwicklung anwenden. Diese Organisationen sollen dauerhaft herausragende Ergebnisse erzielen und einen hohen Nutzen für die Kunden schaffen, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die Zukunft gestalten und mit Vision, Inspiration und Integrität geführt werden. Veränderungen sollen aktiv gesteuert, Innovation sowie Kreativität gefördert werden, wobei die Fähigkeiten laufend weiterzuentwickeln sind und die Zukunft nachhaltig zu gestalten ist.

In Deutschland vertritt die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V. (ILEP) diesen auf Selbst- bzw. Fremdreflexion der eigenen Leistung im Kontext der Situation und der strategischen Ausrichtung basierenden Ansatz, dessen Umsetzung mit einem Set von Maßnahmen gefördert wird.

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Ingenics berät Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese drei Kernleistungen erbringt Ingenics in den drei Bereichen Fabrik, Logistik und Organisation und steht deshalb für Effizienzsteigerung [hoch 3]. Eine dezidierte Industrie 4.0 Expertise, ein erwartungsgerechtes Interim-Management sowie bedarfsorientierte Ingenieurs- und Servicedienstleistungen runden das Leistungsportfolio ab.
Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Mai 23 2017

Praxisorientierte Industrie 4.0-Toolbox für den Mittelstand wird ab Sommer 2017 zur Verfügung stehen

Ingenics und MyCPS-Projektpartner bieten Orientierung und Hilfestellung

Praxisorientierte Industrie 4.0-Toolbox für den Mittelstand wird ab Sommer 2017 zur Verfügung stehen

MyCPS-Toolbox bringt Industrie 4.0 in den Mittelstand (Bildquelle: MyCPS/Ingenics)

(Ulm/Schwerin) – Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical Systems“ (MyCPS) entwickeln die Projektpartner Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG, Schwerin, und Ingenics AG, Ulm, ein Instrument zur umfassenden Orientierung und Hilfestellung bei der Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen im Mittelstand. Diese „Industrie 4.0-Toolbox“ wird mit der Freischaltung einer neuen Webseite ab Sommer 2017 verfügbar sein.

Seit 2016 arbeitet die Ingenics AG an einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur nachhaltigen Stärkung des deutschen Mittelstands im Themenbereich „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ mit. Im Rahmen des Projekts „Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical Systems“ (MyCPS) werden systematische Vorgehensweisen zur praktikablen, auf den Menschen zentrierten Umstellung digitalisierter Produktionsprozesse hin zu cyber-physischen Systemen entwickelt und pilothaft erprobt.

Die von Trebing & Himstedt Prozeßautomation und Ingenics neu geschaffene Toolbox, die ab Sommer 2017 mit der Freischaltung der neuen Webseite www.mycps40.de verfügbar sein wird, richtet sich gezielt an kleine und mittelgroße Unternehmen. Sie enthält verschiedene Werkzeuge zur Orientierung und Anleitung bei der Einführung von Industrie 4.0 Projekten. „Im Vordergrund stehen Praxisnähe und einfache Anwendbarkeit“, betont der für Ingenics federführend Verantwortliche, Dr. Jens Nitsche, Partner und Director Research & Development. „Dies wird durch Best-Practice-Beispiele flankiert und durch Handlungsanleitungen, Checklisten und FAQs ergänzt.“

Wie profitieren Mittelständler von der neuen MyCPS-Toolbox?

Ein Reifegradmodell mit Fokus auf Mensch, Technik und Organisation wird eine erste Einschätzung im Selbstcheck erlauben.
-Der Anwender lernt, mit der Toolbox den aktuellen Reifegrad seiner Organisation/seines Unternehmens für Industrie 4.0 einzuordnen.
-Mit weiteren Werkzeugen aus der Toolbox wird der Anwender in die Lage versetzt, seine Industrie 4.0-Projekte strukturiert und zielgerichtet zum Erfolg zu führen.
-Der Nutzen wird dadurch optimiert, dass für die individuellen Fragen vergleichbare Fälle von anderen Nutzern anonymisiert zur Verfügung stehen – insgesamt wurden über 300 Anwendungsfälle analysiert.

Über die Freischaltung der Webseite www.mycps40.de werden Trebing & Himstedt Prozeßautomation und Ingenics noch einmal informieren. Nach dem Start werden die Inhalte durch die im Forschungsprojekt angesiedelten Anwendungsbeispiele laufend aktualisiert und ergänzt.

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Apr 10 2017

Einer der besten Arbeitgeber im Consulting

Ingenics AG gewinnt auch bundesweit beim Wettbewerb „Great Place to Work“

Einer der besten Arbeitgeber im Consulting

Ingenics Vorstand v. l. n. r. Carlos Schmidt, Prof. Oliver Herkommer, Manfred Loistl, Andreas Hoberg (Bildquelle: Ingenics AG)

(Ulm) – Die Ingenics AG gehört zu den besten deutschen Arbeitgebern im Consulting. Beim „Great Place to Work“ Bundeswettbewerb wurden Unternehmen mit einer überzeugenden Unternehmenskultur ausgezeichnet, die ihren Beschäftigten besonders attraktive Arbeitsbedingungen und herausragende Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Für ihre Qualitäten als Arbeitgeber wurde die Ingenics AG nun auch beim „Great Place to Work“ Bundeswettbewerb „Beste Arbeitgeber im Consulting“ in der Kategorie Unternehmen mit 50-500 Mitarbeitern zertifiziert.

„Great Place to Work“ ist ein internationales Forschungs- und Beratungsnetzwerk, das in rund 50 Ländern Unternehmen bei der Gestaltung einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur unterstützt. Im Mittelpunkt steht der Aufbau von Vertrauen, Begeisterung und Teamgeist. Neben unternehmensspezifischen Analyse- und Beratungsangeboten zur Verbesserung der Arbeitsplatzqualität und Arbeitgeberattraktivität, werden im Rahmen überregionaler, regionaler und branchenspezifischer Arbeitgeberwettbewerbe und in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern regelmäßig sehr gute Arbeitgeber ermittelt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ausgezeichnet wurden Unternehmen, die ihren Beschäftigten eine besonders gute Unternehmenskultur und attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Gewürdigt wurden auch Authentizität und Kontinuität sowie die wertschätzende nachhaltige Personalentwicklung. Bewertungsgrundlage war eine ausführliche anonyme Befragung der Mitarbeitenden zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Vertrauen in die Führungskräfte, Qualität der Zusammenarbeit, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, Vergütung, Partizipation, Gesundheitsförderung und Work-Life-Balance. Darüber hinaus wurde das Management zu förderlichen Maßnahmen und Angeboten der Personalarbeit im Unternehmen befragt. Die Ergebnisse der international bewährten Untersuchungsinstrumente wurden im Verhältnis von 2:1 gewichtet; die Bewertung der Beschäftigten steht also im Vordergrund.

Für den aktuellen Branchenwettbewerb „Beste Arbeitgeber im Consulting 2017“ stellten sich insgesamt 54 Unternehmen aus ganz Deutschland einer freiwilligen Prüfung der Qualität und Attraktivität ihrer Arbeitsplatzkultur durch das unabhängige Great Place to Work Institut und dem Urteil der eigenen Mitarbeiter.

Auch wenn die Ingenics AG für ihre Personalarbeit seit Jahren regelmäßig ausgezeichnet wird – ein Selbstläufer ist eine solche Anerkennung ganz und gar nicht. Manfred Loistl, Ingenics Vorstand Personal, weiß, wie viel Energie und Engagement hinter einem solchen Erfolg stehen: „Die Ingenics AG investiert kontinuierlich in ihre Mitarbeiter und wir sind stolz, dass diese Anstrengung auch auf diese Weise anerkannt wird.“ Gerade, dass in diesem Wettbewerb die Befragung der Mitarbeiter das entscheidende Gewicht hat, mache ihn so wertvoll.

Partner des erstmalig durchgeführten Branchenwettbewerbs Consulting sind der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e. V. (BDU) und consulting.de. Dachwettbewerb ist der bundesweite Great Place to Work Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ (jährlich seit 2002).
„Die Auszeichnung steht für ein glaubwürdiges Management, das fair und respektvoll mit den Mitarbeitern zusammenarbeitet, für eine hohe Identifikation der Beschäftigten und für einen starken Teamgeist“, sagt Andreas Schubert, Geschäftsführer beim deutschen Great Place to Work Institut. „Attraktive Arbeitsbedingungen und eine förderliche Kultur der Zusammenarbeit sind ein zentraler Schlüssel für die Mitarbeiterbindung und den Unternehmenserfolg.“

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Apr 6 2017

Mensch-Roboter-Kollaboration ist auch für den Mittelstand interessant

MyCPS-Partnerprojekt: Ingenics und Spindelfabrik Suessen

Mensch-Roboter-Kollaboration ist auch für den Mittelstand interessant

Montagearbeitsplatz für zukünftige MRK-Anwendung (Bildquelle: Spindelfabrik Suessen)

(Ulm/Süßen) – Seit 2016 arbeitet die Ingenics AG an einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur nachhaltigen Stärkung des deutschen Mittelstands im Themenbereich „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ mit. Im Rahmen des Projekts „Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical Systems“ (MyCPS) werden systematische Vorgehensweisen zur praktikablen, auf den Menschen zentrierten Umstellung digitalisierter Produktionsprozesse hin zu cyber-physischen Systemen pilothaft erprobt. Mit einem der Projektpartner, der Spindelfabrik Suessen GmbH, arbeitet Ingenics intensiv an einer konkreten Pilotlösung für die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). Sie ist als Musterlösung für die Entwicklung optimierter Wettbewerbsstrategien innerhalb von bestehenden Wertschöpfungsketten zu verstehen.

Als Lieferant von Modernisierungskomponenten für Maschinen der garnerzeugenden Industrie, insbesondere für die Kompakt-, Ring- und Rotorspinntechnik, ist die Spindelfabrik Suessen GmbH weltweiter Technologieführer. Der im Förderprojekt MyCPS formulierte Anspruch, Deutschland zum Leitmarkt für Industrie-4.0-Lösungen zu entwickeln, passt perfekt zum Selbstverständnis des Managements der Spindelfabrik Suessen. „Unser Ziel ist es, eine Lösung dafür zu finden, dass Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten“, sagt der für das Shopfloor Management verantwortliche Betriebsingenieur Projekte Tobias Lang. In diesem Forschungsprojekt will er herausfinden, welche internen bzw. externen Faktoren und welche Gruppen von Mitarbeitern zu berücksichtigen sind und wo man die Effizienz noch weiter steigern kann. „Natürlich ist es das erste Ziel, unsere Lösung wirtschaftlich attraktiv umzusetzen, aber das Forschungsprojekt ermöglicht es uns, die Ansätze zu objektivieren und wissenschaftlich belegbar zu machen“, so Tobias Lang.

Um in diesem Sinne zu Ergebnissen zu kommen, die aus der Perspektive des Projektträgers Karlsruhe (PTKA), des Projektkoordinators Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Projektpartner als Modelle für die Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen infrage kommen, muss systematisch vorgegangen werden. „Um die Voraussetzungen für die Entwicklung von Standardmethoden innovativer Organisationsformen zu schaffen und so dazu beitragen, dass sich mittelständische Unternehmen mit kalkulierbarem Aufwand in Richtung Industrie 4.0 bewegen können, haben wir zunächst analysiert und bewertet, welche Montage-Anwendungsfälle für eine MRK bei der Spindelfabrik Suessen infrage kommen“, erklärt Ingenics Projekt-Manager Thomas Kleinbeck. „So haben wir konkrete Arbeitsplätze ausgesucht und einen Montagearbeitsplatz ausgewählt, an dem wir das beispielhaft umsetzen.“

Gemeint ist die Montage eines „EliTop“ genannten Aggregats für Ringspinnmaschinen, eine Zusatzkomponente zur sicheren Garnerzeugung im Zuge des sogenannten EliTe® Kompaktspinnverfahrens. Tobias Lang: „Es handelt sich um eine Komponente für unser EliTe® Kompaktspinnsystem, die sehr viel höhere Qualitätsmerkmale im Endprodukt Garn ermöglicht.“

Wissenschaftliche Begleitung ist selbstverständlich

Das gesamte Projekt wird arbeitswissenschaftlich begleitet von der Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). „Die BAuA, deren Aufgabe die menschengerechte Arbeits- und Technikgestaltung ist, wird eine Serie von Befragungen der Mitarbeiter vor, während und nach der Implementierungsphase des kollaborierenden Roboters durchführen“, so Dr. Jens Nitsche, Partner und Leiter R&D bei Ingenics. „Die Erkenntnisse werden im Umsetzungsprozess berücksichtigt, um eine optimale Integration der neuen Technologien in den Arbeitsprozess sicherzustellen.“

Bisher wurde in erster Linie der Prozess, der die Besonderheiten bei der Einführung bei KMU berücksichtigt, detailliert beschrieben und dokumentiert. Er dient im nächsten Schritt als Leitfaden für die Umsetzung, die Methodik wird in den kommenden Monaten weiter verfeinert. Bereits Ende 2017 soll die Anlage, die zunächst noch als „Demonstrator“ bezeichnet wird, erstmals eingesetzt werden können. Auf den ersten Blick wird sie dann wohl nicht von der fertigen Anlage zu unterscheiden sein. „Aber sie wird nicht auf Anhieb perfekt sein, sondern nachjustiert und ergänzt werden müssen, wir werden aber bereits wichtige Erkenntnisse haben“, sagt Thomas Kleinbeck.

„Im ersten Schritt ist entscheidend, dass wir spätestens bis Ende 2017 ein physisch umgesetztes Anschauungsobjekt haben“, ergänzt Achim Licht, Betriebsleiter der Spindelfabrik Suessen GmbH. „Der Demonstrator wird vorerst eventuell nur einen Teil der zugewiesenen Montageprozesse übernehmen – das ist kein Beinbruch. So können wir unsere Berechnungen und Annahmen verifizieren, um dann zu sehen, was der Roboter sicher und zuverlässig kann und wo wir nachjustieren müssen.“

Beispielgebende Lösung (Fazit)

Am Beispiel des MyCPS-Projekts bei der Spindelfabrik Suessen lässt sich exemplarisch zeigen, wie ein für den innovationsstarken Mittelstand (der bekanntlich das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft bildet) typisches Unternehmen Ideen einer weitblickenden Initiative anpackt, umsetzt und damit zur Stärkung seiner der Wettbewerbsfähigkeit am traditionellen Standort beiträgt. In erster Linie gilt es, Konkurrenten aus dem asiatischen Raum auf Abstand zu halten. Bei der Integration der MRK wurden mit einer von Ingenics entwickelten Analysemethode verschiedene mögliche Anwendungsfälle bewertet und ein Anwendungsfall für die Umsetzung identifiziert, der zeitnah realisiert wird.

Über die Spindelfabrik Suessen:
Die Spindelfabrik Suessen GmbH ist als Lieferant von Umbau- und Modernisierungskomponenten für Maschinen der garnerzeugenden Industrie, insbesondere für die Kompakt-, Ring- und Rotorspinntechnik, weltweiter Technologieführer. Sie ist Teil der Business Group Components des Rieter-Konzerns, der seinen Hauptsitz in Winterthur (Schweiz) hat. Rieter ist mit 15 Produktionsstandorten in neun Ländern vertreten und beschäftigt weltweit über 5.000 Mitarbeiter.
www.suessen.com, www.rieter.com

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Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Mrz 28 2017

Was kann Schwarmmontage?

Ingenics wirbt für die Transformation der Fließfertigung

Was kann Schwarmmontage?

Schwarmmontage als Optimum aus Linien- und Inselmontage (Bildquelle: Ingenics AG)

(Ulm/Bad Nauheim) – Mit seinen Thesen zur Entwicklung der Endmontage von Elektrofahrzeugen unter den Bedingungen von Industrie 4.0 und Big Data erregte Michael Weis bei der Automotive Circle Fachkonferenz Montagesysteme 2017 in Bad Nauheim einiges Aufsehen. Der Begriff „Schwarmmontage“, den der Partner und Director Center of Competence bei der Ingenics AG in diesem Zusammenhang prägte, dürfte schnell Karriere machen.

Die Teilnehmer der Fachkonferenz Montagesysteme 2017, zu welcher der „Automotive Circle“ als wohl wichtigste Kommunikationsplattform für die Automobil- und Zulieferindustrie im Bereich Karosseriebau, Lackierung und Montage nach Bad Nauheim eingeladen hatte, hatten reichlich zu diskutieren. Ein Grund war der Vortrag von Ingenics Partner und Director Center of Competence Michael Weis im Block „OEM-Erfahrungsberichte und Produktionsstrategien“. Unter der Überschrift „Electrification – Herausforderung und Lösungsansätze für die Integration von Elektrofahrzeugen in die Automobil-Endmontage“ hatte er seine Thesen zu einer Kombination aus Linien- und Inselfertigung vorgestellt, für die er den Begriff „Schwarmmontage“ prägte.

Die Fließfertigung ist nicht am Ende, aber sie wird sich verändern

In jüngster Zeit war verschiedentlich davon die Rede, die Ära der Fließfertigung gehe zu Ende, da künftig mit Montageinseln gearbeitet werde; Karosserien würden von Robotern auf einen Transportwagen abgesetzt, der sich selbst seinen Weg zur richtigen Insel suche – und finde, sofern Produkt, Werkzeug und Komponenten über eine Steuerzentrale komplett vernetzt seien. Beim ersten deutschen OEM, der „umrüsten“ will, soll das 20 Prozent mehr Produktivität bringen.

Obwohl solche Visionen bestens zu den Vorstellungen von Industrie 4.0-Experten passen – der Leiter des Fraunhofer IPA, Prof. Thomas Bauernhansel, geht z. B. davon aus, dass bei einer großen Variantenvielfalt „Band und Takt völlig ungeeignet“ sind, weil das Fließband zu unflexibel sei und zu viel Platz beanspruche. Die „Smart Factory“ werde erst wirklich effizient, wenn es gelinge, aus Produktionsmitteln cyber-physische Systeme zu machen.

Michael Weis macht hingegen deutlich, dass die Abschaffung der Fließbänder nur für bestimmte Produkte infrage kommt. Deshalb zieht er es vor, die Vorteile der Linie mit den Vorteilen der Insel zu verbinden – und hat dafür den Begriff „Schwarmmontage“ geprägt. Die Assoziation mit „Schwarmintelligenz“ oder „Schwarmorganisation“, mit Bienenstöcken und Ameisenvölkern, die im Kollektiv mehr bewirken, als man es von der Summe ihrer Mitglieder erwarten würde – funktioniert spontan. Im Zeitalter von Industrie 4.0 muss natürlich auch der Begriff „Big Data“ fallen, da die Fähigkeit, sehr große Datenmengen ohne Zeitverlust zu verarbeiten, eine entscheidende Voraussetzung ist.

Unter den Bedingungen der Mega-Städte

„Selbstverständlich wird Industrie 4.0 alle Unternehmensbereiche betreffen, trotzdem habe ich mich zunächst einmal auf die Montage-Sicht und auf Elektrofahrzeuge im Premium-Segment konzentriert“, erklärt Michael Weis. Die Bedingungen der Massenfertigung von preiswerten Fahrzeugen seien nämlich ganz anders. „In der Volksrepublik China etwa kommen heute 50 Autos auf 1.000 Einwohner, während es in Westeuropa und den USA 500-600 sind. Um diese Lücke zu schließen, werden in den kommenden Jahren weiter Standardfahrzeuge in sehr großen Stückzahlen mit Verbrennungsmotoren gebaut. Wo ausschließlich der Preis zählt, ist die Fließmontage weiterhin das Nonplusultra.“ Hingegen sei die „Schwarmmontage“ ideal für die weitaus individuellere Fertigung von Premiumfahrzeugen geeignet. „Die erforderliche Flexibilität bekomme ich mit der Schwarmmontage, besser in den Griff.“

Eine unumstößliche Tatsache ist der politische Wille, Kapazitäten für die massenhafte Fertigung von Elektrofahrzeugen zu schaffen. Im Zuge der fortschreitenden Urbanisierung werden 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung im urbanisierten Raum leben; dabei decken die großen Städte zwei Prozent der Erdoberfläche ab, verbrauchen aber 75 Prozent der produzierten Energie und emittieren 80 Prozent der Treibhausgase. „Es gilt, die Ökofähigkeit der Millionen- und Megastädte sicherzustellen, was bedeutet, dass die vergleichsweise kurzen Entfernungen mit E-Fahrzeugen bestens zu bewältigen sind, während für die Herstellung der laufend zunehmenden Strommengen die Luftverschmutzung aus der Stadt aufs Land hinausgetragen wird“, sagt Michael Weis.

„Und wo sind die Produktionskapazitäten?“

Darüber, wie groß der Bedarf an Premium-Elektrofahrzeugen ist, muss nicht mehr gestritten werden. E-Fahrzeuge sollen bereits 2040 auf einen Marktanteil von 35 Prozent kommen; wenn dann weltweit, wie prognostiziert, 120 Mio. Neufahrzeuge pro Jahr verkauft werden (aktuell ca. 90 Mio.), ist, so eine aktuelle Studie von Bloomberg, von jährlich über 40 Mio. E-Fahrzeugen auszugehen. China allein will bis 2020 zwölf Mio. E-Fahrzeuge auf die Straße bringen, aber auch in Deutschland müssen Millionenstückzahlen konkret geplant und hergestellt werden. „Und wo sind die Produktionskapazitäten?“, fragt Michael Weis.

In den Mega-Städten Asiens und Amerikas, aber auch in deutschen Städten wie z. B. der „Feinstaubmetropole“ Stuttgart, wird der Smog den Verantwortlichen ohnehin keine Wahl lassen. „Der Markt ist da, die Städte wollen es, die Politik will es und wird in Bälde auch den Kunden keine andere Wahl mehr lassen“, so Michael Weis. „Die Hersteller müssen sich jetzt in Stellung bringen, und das machen sie teilweise schon mit großer Energie wie z. B. Daimler in Bremen, wo, ohne die Abkehr vom Fließband zu erwägen, auf bestehenden Linien konventionelle und E-Fahrzeuge montiert werden.“ Die Integration von E-Fahrzeugen in eine Montage mit konventionellen Antrieben sei aber immer mit der Gefahr von Effizienzverlusten verbunden. „Für viele Arbeitsgänge, die bei der Produktion von konventionellen Fahrzeugen unverzichtbar sind, gibt es bei E-Fahrzeugen keine Entsprechung, was bei der herkömmlichen Fließmontage zwangsläufig zu Effizienzverlusten führt.“ Dass die Fertigungszeit eines E-Fahrzeugs in der Hauptmontagelinie um bis zu 18 Prozent geringer ist, bestätigt ihn.

Es ist möglich, die Linie zu verlassen und anschließend zurückzukommen

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre, insbesondere die Realisierung von Industrie 4.0-Aspekten und die Möglichkeit zur schnellen Verarbeitung sehr großer Datenmengen (Big Data), haben die Ideen von Michael Weis erst realistisch werden lassen. Dies bestätigt auch die von der Ingenics AG in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation Stuttgart IAO erstellte Studie „Industrie 4.0 – Wo steht die Revolution der Arbeitsgestaltung?“ Die beteiligten Arbeitswissenschaftler sehen die Montage als einen der Schwerpunkte zukünftiger Industrie 4.0-Aktivitäten.

Die Merkmale der „Schwarmmontage“ sind:
-Kombination und Nutzung der Vorteile von Linien- und Inselfertigung für spezifische Optima
-Effizienz und Flexibilität hinsichtlich Produkt (z. B. Varianz, Modularität, Plug & Play) und Fertigung (Wertschöpfungstiefe, Stückzahlen)
-intelligente Vernetzung der Systeme zu einem intelligenten Gesamtsystem
-Flexibilität hinsichtlich der Wertschöpfungstiefe
-dynamische Rekonfiguration von Teilsystemen möglich
-skalierbares System.

Je mehr elektronische Bauteile, desto kürzer die Produktzyklen

Noch liegt die durchschnittliche Modelllaufzeit bei sieben bis acht Jahren (einschließlich einer oder auch zwei Modellpflegen), doch das wird sich ändern. Zyklen wie z. B. bei Apple, das jährlich ein neues iPhone-Modell herausbringt und noch häufiger mit Softwareupdates aktualisiert, sind zwar kurzfristig nicht zu erwarten, aber auch die Produktzyklen von Fahrzeugen werden sich mit zunehmender Integration weiterer Elektrik- und Elektronikkomponenten maßgeblich verkürzen.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Produktzyklen dieser elementaren Bauteile auf maximal drei Jahre reduzieren werden“, sagt Michael Weis. „Um dies sicher realisieren zu können, müssen diese Elemente in Modulen zusammengefasst und ,Plug & Play‘ montiert werden können.“

Für neu zu bauende Montagen für Premium-Elektrofahrzeuge müsse man die Möglichkeit nutzen, statt der gängigen Schubplattenlinien und Elektrohängebahnen neue fahrerlose Transportsysteme (FTS) einzusetzen. „In flexibel angepassten Endmontagen wird es möglich sein, die starren Schubplattensysteme zu verlassen, außerhalb der Linie in sogenannten Schwarmbereichen Sonderwünsche zu realisieren und anschließend wieder in die effiziente Linie zurückzukommen“, fasst Michael Weis seine Idee zusammen.

Gleichmäßigere Mitarbeiterauslastung trägt zur Optimierung der Produktivität bei

Die Möglichkeit des Ausschleusens eines Fahrzeugs an flexibilisierten Arbeitsplätzen schaffe auch eine gleichmäßigere Mitarbeiterauslastung. Da die Investition in FTS sich von der Investition in Schubplattenlinien oder Hängebahnen nicht signifikant unterscheidet, spielt die Frage der Kosten keine Rolle. Vieles spricht dafür, die verschiedenen Technologien nach Bedarf frei zu kombinieren. So wird es in diesen Schwarmbereichen auch kollaborierende Roboter geben, die sich je nach Bedarf zum entsprechenden Fahrzeug bewegen, dem Mitarbeiter Teile reichen, sie zu montieren helfen oder sogar selbst montieren. Die im jeweiligen Fahrzeug zu verbauenden Teile werden mittels kleinerer FTS ,in time‘ am Verbauort angedient. Um diese Vorgänge weiter zu optimieren, führt Ingenics weiterführende Studien und Simulationen mit unterschiedlichen Eingangsparametern durch.

Über Ingenics
Ingenics berät Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese drei Kernleistungen erbringt Ingenics in den drei Bereichen Fabrik, Logistik und Organisation und steht deshalb für Effizienzsteigerung [hoch 3]. Eine dezidierte Industrie 4.0 Expertise, ein erwartungsgerechtes Interim-Management sowie bedarfsorientierte Ingenieurs- und Servicedienstleistungen runden das Leistungsportfolio ab.
Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Mrz 20 2017

Kundenindividuelle Cockpits für Mehrwert durch proaktives Handeln

Auf der LogiMAT 2017 findet Ingenics eigene Strategien bestätigt

Kundenindividuelle Cockpits für Mehrwert durch proaktives Handeln

Für Ingenics auf der Messe: Logistikexpertin Maj-Britt Pohlmann (Bildquelle: Ingenics AG)

(Ulm/Stuttgart) – Die auf der Intralogistik-Fachmesse LogiMAT präsentierten aktuellen Branchentrends zu den Themen Digitalisierung, Industrie 4.0, Vernetzung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Data Analytics etc. bestätigen die Strategien der Ingenics AG auf der ganzen Linie. Joachim Erhard, Geschäftsführer der KNAPP Deutschland GmbH, deren „Pick-it-Easy-Robot“ als bestes Produkt 2017 ausgezeichnet wurde, begrüßt insbesondere die intensive Beschäftigung der Ingenics AG mit dem Thema Mensch-Roboter-Kollaboration.

Die 15. Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss LogiMAT in Stuttgart schien exakt an den Themen ausgerichtet zu sein, die die Ingenics AG in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gestellt hat. Das Motto „Wandel gestalten“ und der Anspruch, mit intelligenten Lösungen auf die „Megatrends Industrie 4.0, das Internet der Dinge und die Digitalisierung“ zu reagieren, bildeten ab, was die dramatische Veränderung der Wertschöpfungsprozesse aktuell bestimmt. Wie exakt man damit auf die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat, bestätigen Rekorde bei Aussteller- und Besucherzahlen, die auch die Erweiterung um zusätzliche Hallen erforderlich machten. Schließlich gewinnen, im Zusammenhang mit Industrie 4.0, Innovationen in den Bereichen Lagertechnik, Transporttechnologie, Identifikation und IT ganz neue Bedeutung. „Insbesondere die Lagertechnikanbieter haben volle Auftragsbücher, in der Intralogistik wird derzeit unglaublich viel neu geplant und realisiert“, hat Maj-Britt Pohlmann, Associate Partner und Manager Industry bei der Ingenics AG, festgestellt.

„Ingenics setzt auf Mehrwert durch proaktives Handeln – und konzipiert kundenindividuelle Cockpits, die Führungskräfte durch transparente und intuitive Darstellung der wichtigsten Entscheidungsparameter unterstützen.“

Vor dem Hintergrund der jahrelangen intensiven Beschäftigung mit Industrie 4.0 fokussiere man sich bei Ingenics in der Intralogistik stark auf den Bereich der Digitalisierung, sagt Maj-Britt Pohlmann: „Auf der LogiMAT konnten Optimierungen im Bereich der Sensortechnologie, Identifikations- und Kommunikationstechnik sowie Softwareapplikationen bestaunt werden. Um aus den so gewonnenen Daten echte Unternehmensmehrwerte generieren zu können, ist für Ingenics das Kernstück das Datenmodell, also die gezielte Verknüpfung der generierten Daten und die Auswahl der relevanten Leistungskennzahlen (KPI), um aus einer Datenflut die für die Steuerung der Prozesse wichtigsten Informationen herauszufiltern und den Nutzern mit einer interaktiven benutzerfreundlichen Oberfläche zur Verfügung zu stellen. So konzipiert Ingenics kundenindividuelle Cockpits, die den Führungskräften im Management und der Operative die wichtigsten Entscheidungsparameter transparent und intuitiv darstellen, sodass diese auf Basis dieser Kern-Informationen gezielt steuernd in die Prozesse eingreifen können. Dabei wird Real-Time-Fähigkeit immer wichtiger, um proaktiv handeln zu können.“

„Dass Menschen und Roboter immer enger verzahnt arbeiten, ist aktuell ein wichtiger Branchentrend.“

Wie genau die Logistikexperten der Ingenics AG mit ihrer Strategie die tatsächlichen Bedarfe ihrer Kunden erkannt haben und mit eigenen Lösungen bedienen, weiß Joachim Erhard, Geschäftsführer der KNAPP Deutschland GmbH. Als frisch gekürter Preisträger der Auszeichnung „Bestes Produkt 2017“ ist der internationale Anbieter von automatisierten Lagersystemen, Lösungen für Materialfluss, Kommissionierung, Pick-to-Light, Pick-by-Voice, Lagerverwaltung, Regelbediengeräte, Behälter- und Karton-Fördertechnik, stolz auf seinen „Pick-it-Easy-Robot“, einen vollautomatischen Kommissionierroboter, der – dank seiner Bilderkennungs- und -verarbeitungssoftware – den „Griff in die Kiste“ perfekt beherrscht.

Dass sich die Ingenics AG seit nunmehr zwei Jahren intensiv mit dem Thema Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) in Montage und Logistik beschäftigt, kann Joachim Erhard nur gutheißen. „Wir erleben auf der LogiMAT, wie relevant diese Themen sind und wie begierig die Branche gerade Innovationen im Bereich der Automatisierungslösungen aufnimmt, um zusätzliche Effizienzpotenziale zu heben. Dass Menschen und Roboter immer enger verzahnt arbeiten, ist aktuell ein wichtiger Branchentrend.“

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Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Mrz 8 2017

Weit mehr als nur eine Fabrikerweiterung

Ingenics Generalentwicklungsplanung für Neubau der FreiLacke Emil Frei GmbH & Co. KG

Weit mehr als nur eine Fabrikerweiterung

5. v. l.: Dr. Rainer Frei; 4. v. l. Hans-Peter Frei; 5. v. r. Jörg Müller; 3. v. r. Stefan Kienzler (Bildquelle: FreiLacke Emil Frei GmbH & Co. KG)

(Ulm/Bräunlingen) – Die Pulverlackfabrik der Emil Frei GmbH & Co. KG im Bräunlinger Stadtteil Döggingen im Schwarzwald-Baar-Kreis war ihren Kapazitätsgrenzen nahe, als das Unternehmen 2014 die Ingenics AG mit einer Konzeptstudie beauftragte, um Potenziale in den bestehenden Abläufen zu analysieren und in einer Generalentwicklungsplanung die Erweiterungsoptionen am bestehenden Standort zu untersuchen. Nach dem in zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit gemeinsam entwickelten Masterplan erfolgte jetzt der erste Spatenstich für das dringend benötigte neue Produktions- und Logistikgebäude.

Da sie ohne Lösungsmitteleinsatz auskommen, gelten Pulverlacke als vergleichsweise umweltverträglich und gewinnen als Alternative zur konventionellen Lackierung in industriellen Anwendungen seit Jahren kontinuierlich an Bedeutung. Mit ihrer hochinnovativen Produktwelt von Systemlacken immer am Puls des Marktes agierend, hat die FreiLacke Emil Frei GmbH & Co. KG aus Bräunlingen im Schwarzwald-Baar-Kreis in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Unternehmensentwicklung verzeichnet. Nachdem sich die 2001 gebaute Pulverlackfabrik im Stadtteil Döggingen ab Anfang der 2010er Jahre immer deutlicher ihren Kapazitätsgrenzen näherte und um Spielraum für weiteres Wachstum zu schaffen, beschloss das Management 2014 eines der größten Investitionsvorhaben der Firmengeschichte: den Bau eines modernen und prozessorientierten Produktions- und Logistikzentrums für Pulverlacke.

Um Potenziale in den bestehenden Abläufen zu untersuchen und in einer Generalentwicklungsplanung die Erweiterungsoptionen am bestehenden Standort zu bewerten, wurde noch 2014 die Ingenics AG mit einer Konzeptstudie beauftragt. „Dass wir die Erweiterung unseres Pulverlackwerks hier in Bräunlingen planen und umsetzen wollen, ist für uns als familiengeführtes Unternehmen ein klares Bekenntnis zum Standort, der auch langfristig das Herz unserer Entwicklung und Produktion sein wird“, sagte Dr. Rainer Frei, Geschäftsführer der Emil Frei GmbH & Co. KG und in der Branche als Vorsitzender des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie in Baden-Württemberg (VdL) bekannt. Aus der Studie wurde eine Generalplanung und nach einer zweijährigen intensiven Planungsphase erfolgte im Februar 2017 der erste Spatenstich für ein neues Produktions- und Logistikgebäude.

Der Prozess bestimmt die physische Struktur des Gebäudes

In den kommenden Monaten wird auf rund 12.000 Quadratmetern ein Logistikzentrum für Rohwaren und Fertigprodukthandling entstehen. Pulverlacke werden künftig in einem fünfgeschossigen Produktionsbau hocheffizient und unter ergonomisch optimierten Rahmenbedingungen hergestellt. Nach der Inbetriebnahme der Neubauten mit einem Bruttorauminhalt von fast 100.000 Kubikmetern soll in einer zweiten Stufe das Layout der Bestandsgebäude überarbeitet und ideal am Produktentstehungsprozess ausgerichtet werden. „Bei der Potenzialanalyse und der Generalentwicklungsplanung war es dem Bauherrn ebenso wichtig wie uns, nicht nur zusätzliche Flächen zu schaffen, sondern ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das deutliche Effizienzsteigerungen in den Ablaufprozessen ermöglich“, erklärt Ingenics Projektleiter Stefan Kienzler. „Dies wäre auch bei maximaler Verdichtung in der bisherigen Gebäudestruktur nicht im gewünschten Umfang möglich gewesen, vor allem aber hätte es keinerlei Spielräume mehr für die künftige Entwicklung gegeben.“

Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, den Produktionsprozess des Pulverlacks und dessen Anforderungen optimal abzubilden, so Stefan Kienzler. „Wir mussten beispielsweise berücksichtigen, dass feinste Rohstoffpartikel, wenn sie einmal verschleppt werden, in anderen Bereichen zu enormen Qualitätsproblemen führen können.“ Das Reinigen der Anlagen und die damit einhergehenden Stillstandzeiten der Anlagen gehörten deshalb zu den wichtigsten Prozessen im Zusammenhang mit der Absicherung einer hohen Produktqualität. Im neuen Produktionsgebäude erfolgt deshalb eine konsequente räumliche Trennung der Produktionsschritte in verschiedenen Etagen, was schnellere Rüstvorgänge und eine verschleppungsarme Produktion ermöglicht. „Das ist eine der Investitionen, von denen FreiLacke nachhaltig profitieren wird“, ist sich auch Produktionsgeschäftsführer Hans-Peter Frei sicher.

Prozesssicherheit, Logistik und Energie sind die großen Themen

Für die Logistik wurden ein Schmalganghochregallager mit 4.500 Stellplätzen und vorgelagerten Wareneingangs- und Ausgangszonen eingerichtet. Schlanke Prozesse und eine nahe Anbindung an die Produktion und Ansetzerei (Vorprozess der Pulverlackherstellung) halten die Warenbestände im Produktionsumfeld niedrig und sorgen für Transparenz und hohe Produktionssicherheit. Doppelhandlings und Platzmangel bei Rohwaren, Halbfertigprodukten und Fertigwaren werden mit der Inbetriebnahme der Vergangenheit angehören. Ein ins Hochregallager integrierter ganzjährig gekühlter Lagerbereich temperiert als 2.300 Kubikmeter großer „Kühlschrank“ empfindliche Rohwaren und Fertigprodukte auf die optimale Verarbeitungstemperatur.

Weil bei der Herstellung von hochwertigen Pulverlacken große Mengen von Abwärme entstehen (das Pulver muss immer wieder auf bestimmte Temperaturen rückgekühlt werden), ist Energie ein erheblicher Kostenfaktor. Deshalb entwickelten das FreiLacke Planungsteam und die Ingenics AG in enger Kooperation mit den Fachplanern der Planungsgruppe Schnepf und dem Architekturbüro Schmelzle + Partner für den neuen Produktions- und Logistikbau ein ausgeklügeltes Energiekonzept: Alle Wärme- und Kältebedarfe werden in einem Gesamtsystem zusammengeführt, um die optimale Energierückgewinnung zu ermöglichen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach rundet dieses Konzept ab und unterstreicht das Bestreben, in hohem Maße umweltschonend zu produzieren. Das neue Gebäude wird den Energieeffizienzstandard KfW 55 erfüllen und die Forderungen der Energieeinsparverordnung ENEV übertreffen. Die Reduktion der Temperaturschwankungen in der Produktion werden außerdem positive Effekte auf die Arbeitsplatzergonomie haben. Generell hat die Verbesserung der Arbeitsplatzqualität bei FreiLacke einen sehr hohen Stellenwert, weshalb die Mitarbeiter in jeder Phase der Planung einbezogen wurden.

Erster Realisierungsschritt eines umfassenden Masterplans

Von den ersten Skizzen über fundierte Produktionsanalysen bis zu einer zukunftsfähigen Generalentwicklungsplanung haben die Fabrikplanungsspezialisten der Ingenics AG gemeinsam mit dem FreiLacke Team ein überzeugendes Konzept entwickelt, das sie derzeit konsequent umsetzen. Als Moderator der Zusammenarbeit mit Architekten und Fachplanern ist Ingenics Projektleiter Stefan Kienzler mit dem aktuellen Stand höchst zufrieden: „FreiLacke unterstreicht mit dieser umfassenden Investition das Bekenntnis zur Region, schafft eine umweltschonende und energieeffiziente Produktion und die Basis dafür, dass die Erfolgsgeschichte am Stammsitz des Familienunternehmens fortgeschrieben wird.“ Die beiden FreiLacke Projektleiter Jörg Müller und Waldemar Steinke stimmen zu: „Dieser Neubau ist weit mehr als nur eine Fabrikerweiterung, er ist der erste Realisierungsschritt eines umfassenden Masterplans für den Standort.“

Kernaufgaben von Ingenics in diesem Projekt:
-Generalentwicklungsplanung der Pulverlackproduktion unter Berücksichtigung der Bestandsgebäudestruktur
-Produktionslayout Entwicklung mit Fokus auf einen idealen Prozessablauf
-Prozessplanung für die neuen Ablaufprozesse
-Detaillayout Planung neue Ansetzerei, Roh- und Fertigwarenlager
-Ausschreibung Logistikbetriebsmittel
-Schnittstellenkoordination der Logistikplanung, Produktionsplanung, Gebäudeplanung
-Moderation der Planungsworkshops mit dem FreiLacke Team
und den Fachplanern

Über FreiLacke Emil Frei GmbH & Co. KG
Das 1926 von Emil Frei Senior als Farbengroßhandel gegründete Unternehmen beschäftigte im 90. Jahr seines Bestehens über 520 Mitarbeiter, die weltweit einen Umsatz von 132 Millionen Euro erwirtschafteten. FreiLacke bietet seinen Kunden hochwertige, umweltverträgliche und wirtschaftliche Lösungen für alle gängigen Lacksysteme wie Industrielacke, Pulverlacke, Elektrotauchlacke und Durelastic-Oberflächenlösungen für Composites. Die Führung des modernen Familienunternehmens in der dritten Generation nimmt die Sicherung des Stammsitzes in Bräunlingen-Döggingen ebenso ernst wie den weltweiten Vertrieb über Tochterunternehmen und Partner im Ausland.
www.freilacke.de

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Feb 22 2017

Platz 1 heißt: Benchmark sein

Ingenics AG als „Top Employer Deutschland Mittelstand 2017“ zertifiziert

Platz 1 heißt: Benchmark sein

Manfred Loistl, Ingenics Vorstand Personal (Bildquelle: Ingenics AG)

(Ulm/Düsseldorf) – Die Ingenics AG ist Deutschlands Top Arbeitgeber Mittelstand. Das begehrte Zertifikat vergab das international tätige Top Employers Institute am 21. Februar 2017 in Düsseldorf.

In ihren jährlichen Evaluierungsverfahren analysieren die Top Employers Institutes weltweit führende Top Arbeitgeber, die exzellente Mitarbeiterbedingungen bieten, Talente in allen Unternehmensbereichen fördern und sich in der Mitarbeiterorientierung stetig weiterentwickeln. Alle Teilnehmer des Top Arbeitgeber Zertifizierungsprogramms durchlaufen einen einheitlichen Untersuchungsprozess, indem sie die Erfüllung definierter und standardisierter Anforderungen nachweisen müssen. Um die Aussagekraft und Wertigkeit des Zertifizierungsprozesses abzusichern, werden alle Antworten und Belege einer unabhängigen Analyse unterzogen. Die aktuelle Auditierung belegt die außergewöhnlichen Leistungen der Ingenics AG in der Mitarbeiterorientierung und den berechtigten Anspruch auf den Spitzenplatz in der exklusiven Gemeinschaft zertifizierter Top Employers.

In der Kategorie „Top Employer Deutschland Mittelstand 2017“ bewertete das Top Employers Institute die Arbeitgeberqualitäten der Ingenics AG in den Kategorien
-Talentstrategie
-Personalplanung
-Onboarding
-Training und Entwicklung
-Performance Management
-Führungskräfteentwicklung
-Karriere & Nachfolgeplanung
-Compensation & Benefits
-Unternehmenskultur.

Als Ergebnis des unabhängigen Untersuchungsprozesses bestätigte das Top Employers Institute der Ingenics AG eine Vorreiterrolle im Bereich Human Resources durch zukunftsorientiertes Denken, kontinuierliche Optimierung des Arbeitsumfelds und stetige Investition in die Mitarbeiterentwicklung. „Optimale Mitarbeiterbedingungen führen dazu, dass sich Menschen im Privatleben sowie im Berufsleben weiterentwickeln“, erklärte Steffen Neefe, Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz des Top Employers Institutes anlässlich der feierlichen Verleihung der „Awards“ beim „Top Employers Certification Dinner“ auf den Düsseldorfer Rheinterrassen. Das Audit habe beste Voraussetzungen für die vorbildhafte Entwicklung und das gesunde Wachstum des Unternehmens bestätigt. „Unsere detaillierte Untersuchung hat ergeben, dass die Ingenics AGein herausragendes Mitarbeiterumfeld geschaffen hat und eine große Bandbreite von kreativen Initiativen bietet. Diese reichen von sekundären Vorteilen und Arbeitsbedingungen bis hin zu einem Leistungsmanagement, welches im vollen Einklang mit der Unternehmenskultur steht.“

Als erstplatziertes Unternehmen ist die Ingenics AG der Maßstab für eine herausragende Personalpolitik im Mittelstand

Dass sich die Ingenics AG als erstplatziertes Unternehmen nicht nur als „Top Employer Deutschland Mittelstand 2017“ bezeichnen darf, sondern als Benchmark der Maßstab für eine herausragende Personalpolitik ist, bestätigt Personalvorstand Manfred Loistl, Vorstand Personal, auf der ganzen Linie. „Die Ingenics AG investiert kontinuierlich in ihre Mitarbeiter und wir sind stolz darauf, dass diese Investition immer wieder anerkannt und ausgezeichnet wird – wie jetzt in Form der Zertifizierung durch das Top Employers Institute“, so Manfred Loistl, der gemeinsam mit den Branch Managern Heiko Kramer und Alexander Stolz, Personalassistentin Martina Schulz und Department Manager Recruiting Markus Werner in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gefahren war.

Dass man sich in diesem Jahr nicht mehr wie in der Vergangenheit um die Zertifizierung als TopEmployer Ingenieure beworben hat, sondern es gleich mit dem gesamten Mittelstand „aufnahm“, erklärt Manfred Loistl so: „Wir sind inzwischen ein großes mittelständisches Unternehmen und beraten viele Kunden aus dem Mittelstand sowohl bei der Organisationsentwicklung und Effizienzsteigerung als auch bei der Persönlichkeitsentwicklung in unseren Kernbereichen Fabrik, Logistik und Organisation.“ Deshalb suche man längst nicht mehr nur Ingenieure, sondern auch immer mehr IT-Fachleute, Logistiker und Betriebswirtschaftler.

Als attraktiver Arbeitgeber und Auftragnehmer nicht nur konkurrenzfähig, sondern sogar Benchmark zu sein, sei umso wertvoller. „Wir sind sehr stolz auf diesen ersten Platz. Dass wir die Rahmenbedingungen unserer Arbeitswelt konsequent über den Dialog mit unseren Mitarbeitern gestalten und die Weiterentwicklung stets unter Einbindung des Teams erfolgt, ist eine ganz wichtige Grundlage für dieses Resultat. Für mich ist eine wesentliche Botschaft, dass niemals das Topmanagement allein bestimmt, sondern alle wesentlichen Entscheidungen über die Entwicklung der Arbeitswelt im engen Dialog mit den Mitarbeitern und im Team getroffen werden.“

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Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Feb 16 2017

Digitalisierung als Wertschöpfungspotenzial – Wirksamkeit in Strategie und Umsetzung mit dem Ansatz der „integralen Unternehmensentwicklung“

Jahresthema 2017: Ingenics stellt „Arbeitsorganisation 4.0“ in den Mittelpunkt

Digitalisierung als Wertschöpfungspotenzial - Wirksamkeit in Strategie und Umsetzung mit dem Ansatz der "integralen Unternehmensentwicklung"

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt nachhaltig. (Bildquelle: Devrimb/iStock + wavebreakmedia/shutterst)

(Ulm) – Die Ingenics AG positioniert sich jeweils zum Jahresbeginn mit einem Thema, das aus der Sicht ihrer Vorstände und Partner in Zukunft von zentraler Bedeutung sein wird. Das Jahresthema 2017 lautet „Arbeitsorganisation 4.0 – Digitalisierung als Wertschöpfungspotenzial“. Die Beschäftigung mit diesem Thema soll aufzeigen, wo verschenkte Potenziale liegen und auf welche Weise sie wirksam erschlossen werden.

Dass die Digitalisierung alle Lebensbereiche erfasst, durchdringt und nachhaltig verändert, ist nicht mehr zu übersehen. Kaum irgendwo zeigt sich das so deutlich wie in der Arbeitswelt, wo sich Produktionsbedingungen, Märkte, Kundenbeziehungen – und auch Wertvorstellungen rasant verändern. Die „neue Arbeitswelt“ als Folge der Transformation des Themas „Smart Factory“ bzw. “ Industrie 4.0“ lenkt den Blick zwangsläufig auf die Arbeitsorganisation.

Noch wird die konsequente Digitalisierung selten auf die Spitze getrieben, doch die digitale Durchdringung des kompletten „Lifecycles“ von Produkt und Produktionsmittel ist im Gange. Dass dies erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation haben wird, ist gewiss. In welchem Umfang ist jedoch noch nicht in allen Details wirklich absehbar. Festzustellen ist aber, dass die Digitalisierung bei immer mehr Unternehmen fest auf der Agenda steht.

Was aber ist – dort wo es erkennbar schnell vorangeht – die treibende Kraft? Und warum wird da, wo es eben nicht vorangeht, gebremst? Im Rahmen des Jahresthemas wird Ingenics sukzessive Lösungen zu diesen zentralen Fragestellungen präsentieren, deren Ziel es ist, für Unternehmen die passende Digitalisierungsstrategie entwickeln und wirksam umsetzen zu können.

Mensch und Wertschöpfungssystem

Dr. Jens Nitsche, Partner und Leiter R&D bei Ingenics, hat die beiden Studien zum Themenkomplex “ Industrie 4.0 und Arbeitsorganisation„, die Ingenics gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO erstellt und veröffentlicht hat, in vielen Diskussionen und auf Veranstaltungen vorgestellt und erläutert. Dabei hat er stets auch darauf hingewiesen, dass die Digitalisierung eine Herausforderung für die gesamte Arbeitsorganisation bedeutet. „Für uns ist eindeutig, dass die Technologie nicht allein im Vordergrund stehen darf, sondern immer die Auswirkungen auf das Wertschöpfungssystem und damit auch die Auswirkungen auf den Menschen und die Organisation berücksichtigt werden müssen“, so Dr. Nitsche. „Selbstverständlich wird das Thema Industrie 4.0 durch neue technologische Möglichkeiten getrieben, aber wie bei jeder Weiterentwicklung eines Wertschöpfungssystems muss ich die Prozesse, die Arbeitsstrukturen, die organisatorischen Rahmenbedingungen anpassen und den Menschen mitnehmen, um die Technologie wirksam zu machen.“ Mit der Digitalisierung greife man in einem Maß in die Strukturen ein, das über einen „herkömmlichen“ KVP weit hinausgehe. „Das Thema Arbeitsorganisation 4.0 ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil das Wertschöpfungssystem auch in Zukunft ohne den Menschen nicht funktionieren kann.“

Neues Rollenverständnis der IT

„Doch Vorsicht! Die Digitalisierung ist eine komplexe Angelegenheit, die sich auf alle Unternehmensbereiche erstreckt“, sagt CEO Prof. Oliver Herkommer. „Neben der technologischen Perspektive ist es von elementarer Bedeutung, Unternehmen als ganzheitliche, komplexe Organisation zu verstehen und sie systematisch auf dem Weg zur Digitalisierung zu begleiten. Nur so lassen sich die prognostizierten Potenziale auch nachhaltig realisieren.“ Aus diesem Grund werden auch laufend die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien in diesem Themenkontext in die Beratungskonzepte überführt bzw. neue Modelle entwickelt. Gleichzeitig wird die Grundlagenforschung weiter intensiviert – z. B. im Förderprojekt MyCPS, mit dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung den deutschen Mittelstand im Themenbereich „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ unterstützt. Hier wirkt Ingenics im Projektbereich „Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical Systems“ mit. „MyCPS“ erarbeitet und erprobt systematische Vorgehensweisen zur praktikablen, auf den Menschen zentrierten Umstellung (Migration) digitalisierter Produktionsprozesse und entwickelt ein Modell zur Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen.

Ein wesentlicher Aspekt für die Erfolgsaussichten der Digitalisierung sei „das Rollenverständnis der IT“, erklärt Prof. Herkommer. „Die IT muss sich weg entwickeln vom reinen Technologiedienstleister im Unternehmen, hin zu einer treibenden Kraft als Unternehmer im Unternehmen, weil durch die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle und die Optimierung von Geschäftsprozessen in einem neuen Maß möglich sind. Es wird nicht nur ein neues Qualifizierungsportfolio benötigt; die IT muss ein ganz anderes Gewicht bekommen.“

Das Integrale Kompetenzmodell – Wirksamkeit in Strategie und Umsetzung

„Bisher reden wir, wenn wir über die Digitalisierung eines Unternehmens sprechen, mit der Geschäftsführung und der Produktionsleitung, die IT und das Personalwesen sitzen meistens gar nicht mit am Tisch“, sagt Vertriebsvorstand Andreas Hoberg. „Unsere neue Idee von Arbeitsorganisation sieht aber ein ganz anderes Rollenverständnis für IT und Personalwesen vor. Denn Digitalisierung macht weder an Abteilungsgrenzen oder Abläufen noch an der Qualifikation der Mitarbeiter und an liebgewonnen Gewohnheiten der Zusammenarbeit halt. Erst die Verzahnung aller Perspektiven stellt sicher, dass Vorteile auch in zählbare Renditen umgemünzt werden.“

Dazu bedarf es aber einer neuen Sicht auf Unternehmen und Zusammenhänge. Die Ingenics ManagementConsulting hat für unternehmensweite oder „crossfunktionale“ strategische und operative Herausforderungen den Ansatz der integralen Unternehmensentwicklung erarbeitet. Er lässt sich unter anderem auch auf die Verzahnung von Digitalisierung und Arbeitsorganisation anwenden und zeigt präzise die Wirkzusammenhänge zwischen beiden Themen auf. „Mit dem Ingenics Unternehmensentwicklungsansatz haben wir erstmals ein ebenso umfassendes wie schlüssiges Analyse- und Bewertungsinstrument zu Hand, das sämtliche Perspektiven zu den Themen Führung, Mensch und System in Einklang mit Digitalisierung und Arbeitsorganisation 4.0 bringt“, sagt Andreas Hoberg. „Die zentrale Botschaft ist, dass wir die Potenziale der Digitalisierung im Wertschöpfungssystem des Unternehmens konkret darstellen können.“ Das gelingt, weil die Ingenics ManagementConsulting das Unternehmen integral, also als Ganzes betrachtet. Diese ganzheitliche Betrachtung zeigt auf den Ebenen des einzelnen Menschen, der Abteilungen, der Geschäftsprozesse, der Aufbauorganisation, der Unternehmenskultur und der Mitarbeiterqualifikation konkrete Handlungsfelder und deren operatives und strategisches Zusammenwirken auf. Für Andreas Hoberg ist dieser Ansatz der entscheidende Schritt in Richtung Arbeitsorganisation 4.0: „Damit weiß ich, was ich tun muss und in welcher Reihenfolge ich es tun muss, um die hochwirksame Umsetzung zu garantieren. Die Anwendung des Ingenics Unternehmensentwicklungsansatzes führt dazu, dass Maßnahmen schnell, ohne Produktivitätsverluste und widerstandsarm im Unternehmen umgesetzt werden können.“

Bisher habe man mit technologischen Treibern vor allem punktuelle und durchaus beeindruckende Erfolge in der Produktion verbucht, heute gehe es darum, das Potenzial im gesamten Wertschöpfungssystem zu heben. Um quasi die Digitalisierung zur vollen Wirkung zu bringen, müsse man an den wirksamsten Stellhebeln ansetzen, dieser neue Ansatz stelle das „nicht nur singulär in der Produktion, sondern in allen Unternehmensbereichen sicher“, so Andreas Hoberg.

Digitalisierung ist Chefsache

Deswegen wendet sich die Ingenics ManagementConsulting in erster Linie an die Unternehmensführung. „Unser Anspruch ist es, auf höchstem Niveau die Wirksamkeit von Strategie und Umsetzung für Unternehmen sicherzustellen“, so Prof. Herkommer. ManagementConsulting nutze den Ansatz der integralen Unternehmensentwicklung in den Beratungsfeldern Strategy, Attractivity, Agility, Digitality und Personality. „Es ist ein Instrument zur Diagnostik, Bewertung und Prognostizierung der gegenwärtigen und zukünftigen strategischen und operativen Unternehmenssituation und vereint die drei Exzellenztreiber Führung, Mensch und System in einem Instrument.“

Ziel ist es, daten- und erfahrungsbasierte Antworten auf die drei zentralen Fragen des Topmanagements – Was ist zu tun? Warum ist es zu tun? Wie wird es wirksam umgesetzt? – zu geben. „Unternehmenslenkern und Topmanagern vermittelt Ingenics eine doppelte Steuerungskompetenz“, erklärt Dr. Nitsche. „Sie bewerten die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens vollständig, also ohne Blind Spots, und minimieren das Risiko von Fehleinschätzungen, indem sie mit den wirksamsten Hebeln die strategische Entwicklung des Unternehmens steuern und Ressourcenverschwendung eliminieren.“

Insofern ist die Frage, ob Ingenics dazu beitragen kann, die potenziellen Auswirkungen der Digitalisierung nicht nur zu untersuchen, sondern beherrschbar zu machen, klar mit „ja“ zu beantworten. „Es geht um die Entwicklung eines ganzheitlichen Unternehmensverständnisses, das alle Aspekte einer Organisation beinhaltet. Mit diesem Verständnis können digitale Lösungen ihren gesamtwertschöpfenden Nutzen optimal entfalten“, erklärt Prof. Herkommer

Ganz sicher werde sich das Anforderungsprofil für die Mitarbeiter deutlich verändern, sagt Dr. Nitsche. „Wie sich dies im Einzelnen ausprägt, untersuchen wir weiter. Verständlicherweise will jeder potenziell betroffene Mitarbeiter wissen, welche Aufgaben ihm die dynamische Entwicklung übriglassen wird.“ Die Technologien entwickelten sich momentan deutlich schneller als die Rahmenbedingungen in Bezug auf Betriebsvereinbarungen, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte etc.

Kostspielige Fehler vermeiden, neue Rollenverständnisse herausarbeiten

Mit jeder technologischen Veränderung sind stets neue Arbeits- und Betätigungsfelder bzw. Berufsbilder entstanden. Welche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt die Maßnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungssysteme haben werden, kann noch nicht verlässlich vorhergesagt werden. „Wir sehen aber heute schon, dass bestimmte Rollen neu definiert werden“, erklärt Prof. Herkommer. „In der kurzzyklischen Produktionsplanung übernehmen Algorithmen Aufgaben, die bisher Menschen erledigt haben, in der gesamten Fertigungsplanung werden Menschen künftig weniger Aufgaben haben; in anderen Rollen werden sie in der Zukunft aber umso mehr gebraucht. Ich sehe vor allem eine Verschiebung von Rollenverständnissen, die es jetzt herauszuarbeiten gilt.“

Um den konkreten Nutzen für Ingenics Kunden so deutlich wie möglich zu machen, will Andreas Hoberg erst einmal bestehende Arbeitssysteme transparenter machen und Ziele definieren. Dann gelte es mit dem Management und den Sozialpartnern die Einführungsstrategie zu erarbeiten: „Bei der Aufgabe, Industrie 4.0 auf den Hallenboden zu bringen, müssen wir die Mitarbeiter mitnehmen, Fragen der Qualifikation und der Aufbauorganisation sowie zur Absicherung von Rechtsbeständen klären.“ „Der gemeinsam erarbeitete Handlungsleitfaden mit einem strukturierten Einführungsplan und klaren Rollenmodellen führt dazu, dass kostspielige Fehler vermieden werden“, ergänzt Dr. Nitsche.

Selbstverständlich ist dieses neue Jahresthema auch als Konsequenz aus der letzten gemeinsamen Studie der Ingenics AG und des Fraunhofer IAO, „Industrie 4.0 – Wo steht die Revolution der Arbeitsgestaltung?“ zu sehen. Auch diese Untersuchung aus dem vergangenen Jahr – kostenloser Download unter www.ingenics.de/I40-studie-2016
hatte Teile des Topmanagements als „Bremser“ identifiziert und eine neue Rolle für die IT im Unternehmen angemahnt. „Wo Unternehmen sich noch nicht an die Umsetzung von IT-Innovationen in der Produktion wagen, sind als Haupthemmnisse Unsicherheit bezüglich des wirtschaftlichen Nutzens und mangelndes Fachwissen bzw. fehlende Fachkräfte angegeben worden“, lautete eine zentrale Erkenntnis.

Über Ingenics
Ingenics berät Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese drei Kernleistungen erbringt Ingenics in den drei Bereichen Fabrik, Logistik und Organisation und steht deshalb für Effizienzsteigerung [hoch 3]. Eine dezidierte Industrie 4.0 Expertise, ein erwartungsgerechtes Interim-Management sowie bedarfsorientierte Ingenieurs- und Servicedienstleistungen runden das Leistungsportfolio ab.
Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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