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Okt 19 2018

Fahrraderlebnisse zu Weihnachten schenken

Fahrraderlebnisse zu Weihnachten schenken

(Bildquelle: www.hpvelotechnik.com | pd-f)

(pd-f/tg) Bald ist es wieder soweit: Die Weihnachtszeit steht an und eine Frage geistert durch viele Köpfe: „Was kann ich schenken?“ Geschenke zum Erleben stehen hoch im Kurs und bleiben länger in Erinnerung. Gemeinsam verbrachte Zeit wiegt ja auch viel mehr als schnöder Konsum. Materielle Geschenke sollten bestmöglich mit einer kleinen Geschichte versehen sein. Der pressedienst-fahrrad hat dafür von Profis inspirierte und getestete Präsent-Tipps gesammelt.

Bike-Reise nach Mittelasien

Wohin in den Urlaub? Wer seinen radsportbegeisterten Partner mit einem ungewöhnlichen Reiseziel überraschen möchte, der findet bei Epic Trails spannende Angebote. Der Reiseveranstalter bietet MTB-Touren nach Kirgistan oder Usbekistan an. Die lokalen Guides nutzen übrigens Räder mit den wartungsarmen Zentralgetrieben von Pinion.

Alles Käse? Kriminalgeschichte aus der Schweiz

Wer keine Lust auf Krimidinner hat, dem bietet der schweizerische E-Bike-Hersteller Flyer von April bis Oktober ein Erlebnisgeschenk der anderen Art. Per E-Bike geht es auf fiktive Verbrecherjagd durch die schöne Landschaft des Emmentals. Über das Smartphone werden dabei Hinweise verschickt, um das Rätsel eines Mordfalls zu lösen. Die ca. dreistündige Krimifahrt kostet 15 CHF pro Person plus Mietrad.

Material für Rekordjäger

Unter acht Stunden benötigte Patrick Lange für die Verteidigung seines Ironman-WM-Titel auf Hawaii. Bei der Rekordjagd auf der Pazifikinsel machte die 180 Kilometer lange Radstrecke den größten Teil des Triathlons aus. Beim Material nutzte der Profiathlet den „Pro One Tubeless“ (69,90 Euro) von Schwalbe mit Classic-Skin-Seitenwand. „Mit dem leicht rollenden Tubeless-Reifen kann ich viel Energie sparen, die mir dann später beim Laufen zur Verfügung steht und mich schneller macht“, verrät der Weltrekordler. Für Hobby-Rennradfahrer ein ebenfalls passendes Geschenk.

Für die Stars von morgen

Die Grundsteine für eine erfolgreiche Radkarriere werden in jungen Jahren gelegt. Fahrtechnik sammeln die Stars von morgen dabei am besten auf dem Mountainbike. Für die jungen Einsteiger ab acht Jahren bietet die neue Fahrradmarke Eightshot ein breites Angebot an ergonomisch passenden Kinder- und Jugend-Mountainbikes. Ein Beispiel ist das „X-Coady 20“ mit 20-Zoll-Rädern für 299,99 Euro.

Da hilft nur ausprobieren

Liegeräder haben eine kleine, enthusiastische und wachsende Fangemeinde. Die Vorteile der Räder lassen sich mit bequemem Sitzen, aerodynamischem Pedalieren und Panoramablick auf den Punkt bringen. Selbst ein Globetrotter-Urgestein wie Tilmann Waldthaler wollte nach 450.000 aufrechten Radel-Kilometern „diesen lässig aussehenden Fahrstil probieren“. Erfahrene Fernradler sind sich einig: „Den Fahreindruck muss man einfach selbst erleben!“ Die Experten empfehlen daher, beispielsweise ein vollgefedertes Liegedreirad „Scorpion“ von HP Velotechnik bei einem nahen Laden für ein Wochenende auszuleihen. Das eigne sich ideal als Gutschein der etwas anderen Art.

Reisen bis die Energie ausgeht

„So weit der Akku reicht“ (22,90 Euro) heißt das aktuelle Buch von Tanja und Denis Katzer. Die beiden Veloabenteurer fuhren mit E-Bikes von Riese & Müller und ihrem Hund durch die Mongolei und China. Das Buch enthält viele Eindrücke über für Europäer fremde Kulturen abseits der großen Städte – visualisiert durch zahlreiche Bilder.

Geschützt wie ein Weltmeister

Mit seinem Sieg bei der Straßenweltmeisterschaft in Innsbruck Ende September erfüllte sich der Spanier Alejandro Valverde einen großen Traum. Einen Anteil daran hatte auch sein Kopfschutz: Beim neuen „Air Breaker“ von Abus (249,95 Euro) wechselt das Belüftungskonzept je nach Kopfhaltung zwischen Aerodynamik und Fahrkomfort. Für Rennradfahrer ein schickes Geschenk.

Vergoldete Ketten für jeden

Seinen Status als bester Cross-Country-Mountainbiker der Welt unterstrich der Schweizer Nino Schurter in diesem Jahr bei der WM in Lenzerheide. Dass er an seinem aktuellen Bike eine Einfachschaltung „XX1 Eagle Gold“ von Sram mit vergoldeter Kette (Preis der Komplettgruppe ab 1.306 Euro) fährt, sei bei sieben Weltmeistertiteln und einem Olympiasieg gestattet. Wer einem ambitionierten Mountainbiker eine Freude machen möchte, der kann die goldene Kette mit der kostengünstigeren Schaltgruppe „NX Eagle“ (ab 410 Euro) zum Nachrüsten schenken.

Deutschland neu entdecken

Maximilian Semsch ist ein Radfahrer, der gerne ungewöhnliche Touren unternimmt. Auf seinem E-Bike von Haibike lernt er neue Orte und Touren kennen – selbst vor der Haustür. Für eines seiner Projekte besuchte er bei einer Radtour jedes deutsche Bundesland und lernte so seine Heimat zwischen Meer und Alpen ganz neu kennen. Seine Erfahrungen teilt er gerne in seiner Doku „Abenteuer Deutschland“ (DVD 15,90 Euro, Blue-Ray 17,90 Euro) mit anderen.

Regenschutz wie ein Profi

Wenn das Team Sunweb mit dem Tour-de-France-Zweiten Tom Dumoulin und den deutschen Spitzenfahrern Nikias Arndt und Simon Geschke im Winter auf Trainingsfahrten geht, wollen die Profis bei Schmuddelwetter zumindest einen trockenen Hintern haben. Ihre Hightech-Maschinen statten sie deshalb gerne mit den Falt-Schutzblechen von Ass Savers aus. Ein kleines, aber äußerst praktisches Geschenk ab 9 Euro.

In 80 Tagen um die Welt

Weltrekordler Marc Beaumont hat es vorgemacht: Mit einem Rennrad von Koga fuhr er in knapp 80 Tagen um die Welt. Und wie sein literarisches Vorbild Jules Verne hat auch Beaumont seine Erlebnisse niedergeschrieben. Im Buch „80 days around the world“ (14,90 Euro) schildert der Weltumrunder seine Erlebnisse und lässt den Leser an seinen Gefühlen während der einmaligen Aktion teilhaben.

Tipp von Profitestern

Was schenkt man einer jungen Familie? Wie wär“s mit einem Kinderanhänger? Der „Kid plus for 2“ von Croozer (899 Euro) wurde von 20 Hebammen im Alltagsgebrauch intensiv getestet. Alle Expertinnen sprachen eine Kaufempfehlung aus: Der Anhänger vereine Praktikabilität mit Style und Sicherheit – in Großstädten eine wichtige Voraussetzung für eine Verkehrswende.

Afrika per Rad umrunden

Seit 2008 reist Dorothee Fleck mit ihrem Rad durch die Welt. Ihr letztes großes Projekt war eine Umrundung des afrikanischen Kontinents. Über zwei Jahre und 40.000 Kilometer war sie mit ihrem Rad von Velotraum unterwegs und hat dabei viel erlebt. Ihre Abenteuer hat sie im neuen Buch „Als Frau alleine mit dem Fahrrad rund um Afrika“ (16,80 Euro) zusammengefasst. Nicht nur für Afrika-Fans ein schönes Geschenk.

Laufrad der Profis

Sonya Looney ist Ernährungsprofi, Bloggerin, Influencerin, Vortragssprecherin, aber in erster Linie MTB-Profi. Für ihre anspruchsvollen Touren braucht sie Equipment, auf das sie sich verlassen kann. Bei den Laufrädern setzt sie deshalb auf das Set „ZTR Crest CB7“ von Stan“s No Tubes mit Carbonfelgen (1.399 Euro) – für Mountainbiker etwas Schmuckes für unter oder an den Baum.

Wohltat für den Hintern

Das Stevens Racing Team heimst aktuell in der Cyclocross-Saison einen Sieg nach dem anderen ein. Für derartige Erfolge braucht es die richtige Ausstattung: Die Sportler nutzen neben den Bikes des Hamburger Herstellers auch dessen Teambekleidung. In der kurzen „Trägerhose“ (89,95 Euro) sorgt ein Silikon-Gelpolster für eine optimale Druckverteilung und so für Tragekomfort im Training sowie im Rennen.

Aussehen wie ein Tour-Fahrer

Was für die Profis gut ist, kann für normale Sportler nicht schaden: Das zählt auch für Radsportler, die gerne das Material der Profis nutzen. Ein Beispiel ist das Tour-de-France-erprobte EF-Drapac-Cannondale-Teamtrikot (99,95 Euro). Das Funktionsgewebe hält Feuchtigkeit vom Körper ab, die enge Schnittform sorgt für bessere Aerodynamik.

Lustiger Fußschmuck

Was haben Caroline Mani, Kyle Trudeau und Greg Lutzka gemeinsam? Alle drei sind Radsportprofis und nutzen die Socken von Sockguy (ab 11,95 Euro). Die Sportsocken überzeugen nicht nur durch ihre Funktion, sondern auch durch ihre witzigen Designs. Wer im abwechslungsreichen Programm nicht fündig wird, kann auch individuelle Socken bestellen.

Wasserdichter Begleiter

Wichtig für jeden Abenteurer und Radfahrer: Das Equipment muss trocken bleiben. Das dachte sich auch Dirk Rohrbach, als er mit Holzkajak und Fahrrad die Quellen des Missouri erkundete. Seine Wahl fiel deshalb auf wasserdichte Packsäcke wie den „Gear Pack“ von Ortlieb (ab 139,99 Euro). Dabei handelt es sich um einen Hybrid aus Pack- und Rucksack, bei dem sowohl auf dem Bike als auch beim Canyoning die Ausrüstung wasserfest verstaut ist. Ein praktischer Begleiter für Abenteurer.

Recycelter Regenschutz

Radfahren ist gut für die Umwelt – vor allem wenn die Accessoires aus recycelten Materialien bestehen. Der Hersteller Fahrer Berlin ist hier ein Vorreiter. Mit dem dreiteiligen „Regenwetterset“ (31,70 Euro), bestehend aus Sattelüberzug, Schutzblechverlängerung und Griffschützern, verschenkt man einen praktischen, ökologischen Winterschutz für den Winterradler.

Alltagsflitzer

Ein Fahrrad unter dem Weihnachtsbaum lässt nicht nur Kinderaugen strahlen: Bei einem Erwachsenenrad braucht man zwar etwas mehr Geschenkpapier, aber die Freude bleibt die gleiche. Das „Aruba“ von Winora (749 Euro) ist ein solides City-Rad für Alltag und Touren, mit dem man entspannt seine Runden drehen kann.

Helfer in der Dunkelheit

Radreisende und Radsportler wissen: Schnell kann einen auch mal die Dunkelheit einholen. Damit man dann den Durchblick behält, ist die richtige Beleuchtung wichtig. Mit einer Akku-Lampe wie der „Ixon Core“ von Busch & Müller (64,90 Euro) strahlt der Radfahrer mit dem Weihnachtsbaum um die Wette.

Saubermänner

Das Marathon-Mountainbike-Team „M-Wave Pro“ um die Deutschen Meister Uli Schmittlutz und Felicitas Glück kennt das Problem: Nach dem Rennen stehen die Räder vor Dreck. Für Abhilfe sorgt ein passendes Reinigungsmittel wie der „Fahrradreiniger“ von Sonax (9,90 Euro). In Kombination mit dem „Kettenpflegeöl Ultra“ (5,90 Euro) ein Profi-erprobtes Pflegeset.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mai 25 2018

Reportage: Runterschalten vom Alltag und ab in die Natur

Reportage: Runterschalten vom Alltag und ab in die Natur

(Bildquelle: www.pd-f.de / Peter Barzel)

Ein Fahrrad und ein Schlafsack: Mehr braucht es nicht für einen gelungenen Overnighter. Die kurzen Fahrradtrips helfen, dem Alltagsstress zu entfliehen und in der Natur neue Energie zu tanken. Zusätzlich lernt man seine Heimatregion noch besser kennen. Für Gunnar Fehlau, Gründer des pressedienst-fahrrads, gehört ein solches Micro-Adventure schon zur Routine, denn damit kann er seine Leidenschaften Radfahren und Abenteuer miteinander verbinden. Eindrücke seiner Fahrt schildert er in einer Reportage.

(pd-f/gf) Kaum 50 Meter von der Haustür entfernt steuere ich meinen „Finder“ von Velotraum auf einen kleinen Weg durch eine Schrebergartenanlage. Vom aalglatten Asphalt der Stadt geht es hier auf Schotter und Splitt. Das Abenteuer kann beginnen. Auch heute genügen wieder nur wenige Kurbelumdrehungen und ich bin in einer anderen Welt. In meiner Welt. Hier gibt es nur ich, mir und mich. Kein Terminkalender, keine Elternabende, keine Meetings, keine Steuererklärung und keine Diskussionen über den Status der Beziehung oder die Erziehung pubertierender Jungs. Nur mein Rad, ich und das kleine Abenteuer bis zum nächsten Morgen. Die Losung lautet: Laktat, Landschaft, Lagerfeuer. In der Bike-Szene heißt das Overnighter. Für mich ist es der Schlüssel zum ausgeglichenen Leben. Ausgleich trifft es sehr gut. Schließlich geht es um Balance, um Gleichgewicht. Hohe Lasten verlangen starke Gegengewichte. Oder halt einen entsprechend langen Hebel. Mein Hebel gegen übertakteten Alltag ist der Overnighter mit dem Rad: Ohne Maßnahmenpläne, Meilensteine oder 360-Grad-Feedback. Allerdings: Der Passion Overnighter frönt man in Deutschland meist in der Grauzone der Legalität. Das Errichten eines Nachtlagers ist nur mit Erlaubnis des Landeigentümers erlaubt. „Lager“ beginnt spätestens beim Aufbau von Tarp oder Zelt. Offenes Feuer ist in der Regel im Wald auch untersagt. Deshalb hat sich das „ungeschriebene Gesetz“ etabliert, bei Waldbrandgefahr kein Feuer zu entzünden. Jeder agiert eigenverantwortlich.

Den passenden Begleiter fürs Abenteuer wählen

Ich halte es einfach: Bis zum nächsten Morgen passiert nur, was ich will, alles wird gemacht auf die eine Weise, die ich für richtig halte und zwar in meinem Tempo. Jede Sekunde kann ich die Richtung, das Tempo und das Ziel ändern. Und das Tempo geht erst einmal in den Keller. Der Anstieg zur Diemardener Warte ist im alpinen Sinne keine Herausforderung, aber nach einer abgerundeten 50-Stunden-Woche und erheblicher familiärer Friktion vor dem Loskommen löst der Anpressdruck in den Beinen den Stress als Pulstreiber bündig ab. Ist mir aber egal! Ich schalte in den leichtesten Gang meiner Getriebenabenschaltung und kurble genussvoll und langsam der Anhöhe entgegen. Dem Finder ist mein Tempo egal. Das Rad ist ein idealer Begleiter für Abenteuerfahrten, da es eine Mischung aus Mountainbike und Reiserad ist. Dank breiter Reifen, in meinem Fall „G-One“ von Schwalbe, ist der Fahrkomfort sowohl im Gelände als auch auf der Asphalt gegeben. Zusätzlich ist mein Rad mit einem „CDX“-Riemen von Gates ausgestattet. Der Vorteil des Riemens im Gelände: Dreck und Schmutz sind einfach mit Wasser zu entfernen und man braucht im Gegensatz zur Kette kein weiteres Schmiermittel. Außerdem hält ein Riemen rund dreimal solange wie eine Kette, was ihn insbesondere für Vielfahrer und Weltreisende interessant macht.

Ein Hauch von Kanada: Ab ins Wasser!

Einen Hügel weiter plumpse ich ins Wendebach-Tal und folge ihm für einige Kilometer ostwärts. Der Weg kreuzt den Bach einige Male. Es gibt kleine Fußgängerbrücken oder präparierte Flussquerungen für Forstfahrzeuge. Ich bahne mir den Weg durchs Wasser und ein Hauch von Kanada und totaler Freiheit wabert durch meinen ganzen Körper. Anschließend führt mich mein Weg zum Hurkutstein im Rheinhäuser Wald. In der sagenumwobenen Felsspalte soll vor über 600 Jahren ein Einsiedler gelebt haben. Kein schlechter Ort für eine Pause. Der idyllische Teich samt Bank vor der Höhle ist ideal. Im Anschluss geht es auf die Jägersteine, eine imposante Felsformation mit ebensolchem Ausblick. Es ist später Nachmittag und ich mache mir langsam Gedanken übers Abendessen: Als Prolog für den Abend gibt es ein Einzelzeitfahren durch den Wald zum nächstgelegenen Supermarkt. Ich liebe diese spontanen, lustvollen und vordergründig unnützen Wechsel aus kontemplativem Naturgenuss und testosterongetränkten Passagen harten Radsports. Ich bin halt alter Pfadfinder und vormals zackiger Radsportler.

Kommunikation aufs Wesentliche reduzieren

Im Rewe geht es weiter, wie im Wald: Es gibt, was mir gefällt und spontan in den Sinn kommt. Zwei gute Steaks, Gemüse, ein wenig Antipasti und Bier. Zugegeben, das ist die Achillessehne des Overnighters: Glasflaschen und Mountainbike verstehen sich nicht sehr gut. Biergenuss und Dosen aber eben auch nicht so recht. Sicherheit gewinnt: Dosenbier wird in den wasserdichten Bikepacking-Taschen von Ortlieb verschwinden. Kaum mehr als die Tagesschau dauert das Verproviantieren im Supermarkt und nach den einsamen Stunden im Wald fühlt es sich schon irgendwie fremd an. Immer wieder faszinierend, wie schnell ich mich beim Mäandern durch die Wälder rund um meinen Heimatort entzivilisiere. An Fleischtheke und Kasse belasse ich es bei einem netten Bitte und Danke und gehe nicht auf die Smalltalk-Avancen der freundlichen Verkäuferinnen ein. Diese Laberschicht in der dünnen Haut der Zivilisation mag manche Menschen wärmen, mich schreckt sie allzu oft. Zeit, zurück in die Ein- und Achtsamkeit zu gehen. Zeit, zurück in den Wald zu fahren. Zeit, ein Lager für die Nacht zu suchen.

Ein guter Spot zum Einschlafen

Ich pedaliere flussaufwärts durchs Gartetal und male mir aus, wie der ideale Biwak-Platz für heute Nacht aussehen sollte. Der Himmel ist wolkenlos, der Wind recht still und ich bin noch nicht all zu spät dran. Alles spricht für ein Biwak auf einem Hügel mit Blick in den Sonnenuntergang. Eine Schutzhütte oder Unterstand braucht es heute Nacht nicht. Dafür aber einen Platz, an dem sich gefahrlos ein grillgerechtes Feuer entfachen lässt. Die Sache mit dem Feuer verhält sich für mich ähnlich wie das Thema Bier: Sicherheit steht über allem. Kein Glas auf dem Rad und kein Feuer bei Waldbrandgefahr. Ich biege aus dem Gartetal südwärts in die Hügel ab, um auf eine Osthangseite zu gelangen. 200 Höhenmeter stellen sich mir in den Weg. Die Einkäufe machen sich bemerkbar und ich komme ordentlich ins Schwitzen. Der Preis für die Mühen ist ein neuer Biwak-Spot unterhalb einer Burgruine mit perfektem Blick auf die Hügel des Weserberglandes. Mir bleibt sicher noch mehr als eine Stunde bis die Sonne dort am Horizont hinter den Bergen verschwindet. Genug Zeit fürs Nixtun. Na gut: Kurz checke ich die Bundesliga-Ergebnisse, aber dann ist wieder Flugmodus und das Lagerfeuer muss vorbereitet werden.

Aufräumen und ab nach Hause

Die Sonne ist längst untergegangen, das Feuer hat mir zwei fantastische Steaks gegart und der Schlafsack ist ausgerollt. Fledermäuse kreisen ums Lager, Mücken haben den Weg soweit hoch in den Hügel nicht gefunden. Zeit für einen Absacker. Heute gönne ich mir eine seltene Freude, weil die Situation ausreichend sicher ist: Aus dem Schlafsack heraus ins Feuer zu schauen und dann irgendwann einfach einschlafen. Ich liebe das!Auch der Overnighter-Morgen beginnt perfekt: mit einem Lagerfeuer. Das wärmt die Hände und sorgt für heißen Kaffee. Für mich besteht der Unterschied zwischen den Nächten in der Natur und denen in geschlossenen Räumen in der Verkehrung der Erholung: Ich schlafe im richtigen Bett bequemer und körperlich erholsamer, aber nur in der Natur kommt der Geist wirklich zu Ruhe. Vor meiner Abfahrt entferne ich noch alle meine Spuren und packe meinen Müll wieder ein. Eine weitere Regel für einen Abenteuerradfahrer. Und so rolle ich kaum zwei Stunden nach dem Aufwachen zuhause auf den Hof und bin frisch und voller Tatendrang für einen tollen Tag mit der Familie.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mai 18 2018

Neue Federgabeln fürs Mountainbike: Nur steif kann seidenweich

Neue Federgabeln fürs Mountainbike: Nur steif kann seidenweich

(Bildquelle: www.cannondale.com | pd-f)

(pd-f/guf) Damit die Federgabel Komfort und Sicherheit bietet, muss sie sowohl steif als auch ein Sensibelchen sein. Die Entwicklung findet meist im Detail statt, die Effekte sind jedoch sehr umfassend. Der pressedienst-fahrrad beleuchtet die Trends in Technik und Design; Weltpremieren inklusive!

Ohne Federgabel fährt kaum ein Mountainbiker im Gelände. Das hat gute Gründe: Eine Federgabel bringt Komfort, weil sie die Schläge der Unebenheiten im Geläuf abdämpft. Und genau damit sorgt sie auch für Sicherheit, denn sie verbessert die Traktion zwischen Reifen und Untergrund: „Wo das ungefederte Laufrad springt, sorgt die Federgabel für kontinuierlichen Bodenkontakt“, erklärt Maximilian Topp vom Gabelhersteller Rockshox.

Lyrisch über Stock und Stein

So unterschiedlich Fahrstil und Terrain sind, so unterschiedlich sind die Anforderungen an die Federgabel. In einem aber sind sich alle Fahrer einig: Gabeln sollen möglichst sensibel federn und präzise steuern. Ein gutes Beispiel dafür ist die neue „Lyrik RC2“ (ab 1.109 Euro, bereits im Fachhandel) von Rockshox. Die Gabel ist für Enduro-Bikes gedacht, also trotz einfacher Gabelkrone für schweres Gelände konzipiert. Sie bietet wahlweise 150, 160, 170 oder 180 Millimeter Federweg. Die Gabel ist mit der neuen Luftfedereinheit „DebonAir“ ausgestattet, in der laut Hersteller jedes einzelne Bauteil auf Reibungsarmut hin optimiert wurde, um das Ansprechverhalten noch sensibler zu machen. Denn das wünschen sich die Fahrer: Je weniger Losbrechmoment eine Gabel hat, desto feiner spricht sie an und sorgt so für mehr Komfort und Kontrolle. Mit dem neuen Dämpfer „Charger 2 RC2“ bietet die Lyrik nun eine unabhängige Einstellung der High- und Low-Speed-Druckstufe. Hier muss zum besseren Verständnis etwas ausgeholt werden – beim Begriff Dämpfung unterscheiden sich Fach- und Alltagssprache nämlich erheblich. Umgangssprachlich steht Dämpfung für weicher, komfortabler, bequemer. Fachleute dagegen beschreiben mit dem Begriff Dämpfung den Energieunterschied zwischen Ein- und Ausfedern. Dieser ist wichtig, damit die Federgabel nach dem Einfedern – etwa beim Überfahren eines Hindernisses – anschließend nicht lange weiter federt, sondern zügig wieder in ihrer Ausgangsposition zur Ruhe kommt. Ist dies nicht der Fall, kann sich die Federbewegung bei einem nächsten Hindernis schnell aufschaukeln und alle Traktion und Sicherheit sind dahin, vom Komfort ganz zu schweigen. Hier bietet der Dämpfer Charger 2 RC2 neue Einstellmöglichkeiten.

Keine halbe Sache: Eine Gabel mit nur einem Holm

Fallen die Belastungen für Mensch und Material nicht so hart aus wie beim Enduro, bleibt das Gelände also moderat, wie dies beim sogenannten Cross-Country-Rennen der Fall ist, ergeben sich für die Entwickler andere Konstruktionsmöglichkeiten. Der US-amerikanische Hersteller Cannondale präsentiert anlässlich des Cross-Country-Worldcups in Albstadt am 17. Mai 2018 eine Weltpremiere: die neueste und mittlerweile achte Generation der legendären „Lefty“. Augenfälligstes Merkmal dieser Gabel, die im Jahr 2000 erstmals gezeigt wurde, ist die einbeinige Konstruktion. Eine weitere Besonderheit der Lefty findet sich im Inneren: „Das Tauchrohr wird mittels dreier Nadellager geführt. Die sprechen nach unseren Tests viel feiner an als die Buchsenführungen klassischer Federgabeln“, erklärt Philipp Martin aus dem Marketing von Cannondale.
Bisher wurde die Lefty mittels einer Doppelbrückenkonstruktion in einem Cannondale-eigenen Steuerkopfrohr geführt, das Federbein wurde also oberhalb und unterhalb des Rahmens fixiert. Die neue „Lefty Ocho“ hat 100 Millimeter Federweg und besitzt nur noch eine einzige Gabelbrücke. Sie lässt sich in jedem branchenüblichen Rahmen montieren, weil sie mit dem verbreiteten konischen Steuerrohr ausgestattet ist (Tapered, 1,5 Zoll auf 1 1/8 Zoll). Dabei ist sie in der Topversion über 250 Gramm leichter als das Vorgängermodell. Ab Juni 2018 ist sie vorerst ausschließlich in Cannondales neuem Carbon-Hardtail „F-Si“ erhältlich, das in sieben unterschiedlichen Ausstattungen zwischen 1.999 und 8.999 Euro kostet. Einzeln wird die Gabel etwa ab Herbst 2019 erhältlich sein.

Schnittstellen: Darf es auch ein bisschen steifer sein?

Jahrzehntelang galt der Schnellspanner als das Nonplusultra, um das Laufrad in Gabel oder Hinterbau zu fixieren und zu sichern. Am Mountainbike wurde er in den vergangenen Jahren von der sogenannten Steckachse abgelöst: Sie weist einen größeren Achsdurchmesser auf und wird durch Rahmen bzw. Gabel gesteckt und fest verschraubt. So kann sich die Nabe nicht in der Aufnahme verkanten/bewegen. Zweitens wird die Achse so zum konstruktiven und stabilisierenden Bauteil der Gabel. Bis zu 20 Millimeter Durchmesser haben die stärksten Vorderradachsen. Namhafte Nabenhersteller wie Chris King bieten ihre Modelle für alle gängigen Achsbreiten und -durchmesser an (z. B. „ISO LD“-Nabe für 319,99 Euro). Die Steifigkeit der Front wird auch entscheidend von der Kontaktfläche zwischen Nabe und Gabel bestimmt: Je großflächiger die Verbindung, desto steifer wird die Einheit und umso präziser wird das Lenken auch unter schwersten Bedingungen“, erklärt Carsten Wollenhaupt von Rockshox. Um diesen Effekt noch besser zu nutzen, hat Rockshox die sogenannten Torque Caps (28 Euro) entwickelt. Diese Nabenkappen haben einen größeren Durchmesser und finden auf den entsprechend abgestimmten Gabeln des Herstellers eine gleichfalls größere Auflagefläche.

Sicherheit und Komfort ist auch eine Reife(n)frage

Für die sichere Fahrt mit dem Mountainbike spielt der Reifen die wichtigste Rolle. Er stellt den Kontakt zwischen Fahrzeug und Untergrund her. Die Anforderungen an den Reifen könnten gegensätzlicher nicht sein: Er soll leicht rollen, gleichzeitig gute Haftung bieten und möglichst pannenfrei sein. Moderne Reifen werden „tubeless“ (ohne Schlauch) und mit Dichtmilch gefahren. Radsportler ziehen im Gelände wie auf der Straße zunehmend breitere Modelle auf. Diese rollen leichter, bieten mehr Traktion und sind weniger anfällig für Durchschläge. „Wer die Vorteile breiter Reifen im Gelände voll nutzen möchte, der muss auf ihre Seitenstabilität achten“, sagt Markus Hachmeyer, Senior Product Manager beim Reifenhersteller Schwalbe, und verweist auf die Apex-Konstruktion. Dieses Bauprinzip gewinnt nicht zuletzt durchs E-Mountainbike an Bedeutung. Apex ist eine in der Seitenwand umlaufend eingelassene, keilförmige Einlage, die die Seitenstabilität und den Durchschlagschutz erhöht. „So lässt sich ein traktionsförderlicher geringer Luftdruck fahren, und man behält dabei die Lenkpräzision, die moderne Federgabeln erst ermöglicht haben“, weiß Hachmeyer. Mountainbike-Reifen wie der „Nobby Nic“ von Schwalbe mit Apex-Einlage sind in verschiedenen Größen ab 67,90 Euro erhältlich.

Alles auch eine Frage der Einstellung

Bei allen Neuheiten: Erst durch die richtige individuelle Einstellung bietet moderne Mountainbike-Technik maximalen Fahrspaß und optimale Fahrsicherheit. Der Luftdruck der Federgabel und der Luftdruck des Vorderreifens etwa korrespondieren dabei: Beide werden zuerst einmal für sich genommen eingestellt und anschließend aufeinander abgestimmt. Das verlangt ein wenig Routine und Geschick, aber auch das richtige Werkzeug. „Die Luftkammern der Federgabel arbeiten mit deutlichen geringeren Luftmengen, aber viel höherem Luftdruck als die Reifen“, erklärt Stefan Scheitz von Sport Import. Seine Firma vertreibt unter anderem die Pumpen des Herstellers Lezyne. Dessen neue „Digital Over Drive“ (99,95 Euro), die Ende April vorgestellt wurde, bietet ein 3,5 Zoll großes Manometer für ein besonders präzises Aufpumpen des Reifens. Fürs Befüllen der Federgabel braucht man eine Dämpferpumpe. Aktuelle Modelle kommen mit digitalem Manometer, wie die „Digital Shock Drive“ von Lezyne (49,95 Euro).

Mit der Handy-App zur idealen Federungsabstimmung

Das Smartphone macht vorm Mountainbike nicht Halt. Mit „Shockwiz“ stellt die Firma Quarq, ein Tochterunternehmen von Sram, im letzten Sommer die nach eigener Angabe weltweit erste Telemetrie zur MTB-Fahrwerkseinstellung für Endverbraucher vor. Das System besteht aus zwei Teilen. Ein Streichholzschachtel-kleines Gehäuse misst die Funktion des Federelements über 100 Mal pro Sekunde. Die Daten überträgt es via Bluetooth an das Smartphone. In der App errechnen Algorithmen (basierend auf dem Federungs-Knowhow der Schwesterfirma Rockshox) einen Score zwischen 0 und 100. Dazu gibt die Software Empfehlungen, welche der gemessenen Parameter man in welche Richtung ändern soll. „Mit Shockwiz kann man auch ohne langjährige Erfahrung und sensibles Gesäß zur perfekten Einstellung finden,“ erklärt Tobias Erhard vom Quarq-Mutterkonzern Sram. Shockwiz ist zum Preis von 329 Euro im Fachhandel erhältlich. Wer meint, das wäre doch auch für den Reifendruck eine wünschenswerte Innovation, der findet genau diese unter dem Namen „Tyrewiz“ für 199 Euro.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mrz 23 2018

Fahrspaß ohne Grenzen: Sieger der Saison 2018 (Fahrräder)

Fahrspaß ohne Grenzen: Sieger der Saison 2018 (Fahrräder)

(pd-f/tg) Die Fahrradsaison 2018 kündigt sich an. Fachjournalisten und Experten haben im Vorfeld des Saisonstarts wichtige Neuheiten intensiv testen können. Der pressedienst-fahrrad hat sich aktuelle Testurteile angeschaut und ein eigenes Ranking der „Sieger der Saison 2018“ erstellt. Speziell bei Reiserädern und E-Bikes gibt es ein paar interessante neue Erkenntnisse zu beobachten.

Velotraum – Sportlich reisen auf breiten Reifen

Ein Rennrad, das überall durchkommt und gerade abseits des Asphalts eine gute Figur macht, ist laut Fachredaktion der Trekkingbike (0617) das neue „Speedster SP4“ (Preis ab 2.600 Euro) von Velotraum. Das Rad rolle „unglaublich satt“ dank Reifenbreiten bis zu 60 Millimetern, dabei allerdings auch sehr agil. Am Gepäckträger und an der Gabel sei das Gepäck gut aufgehoben, so die Redaktion über den Allwegeflitzer. Dennoch komme der Speedster on- und offroad gleichermaßen souverän zurecht. Die Tester sprachen deshalb auch einen „Tipp“ für das „super“ Rad aus. Ebenfalls das Prädikat „Super“ erhielt die Ausstattungsvariante „Speedster SP1“ in der Kategorie Reiseräder.

Flyer – Flott und ausdauernd

Mit der „Upstreet“-Serie zeigt der schweizerische E-Bike-Pionier Flyer sein neues Konzept für urbane Elektroräder. Die Kollegen der Fachzeitschrift Elektrorad nahmen in der Ausgabe 01/18 deshalb das „Upstreet 5 7.00“ (ab 3.199 Euro) mit Mittelmotor von Panasonic und 630-Wattstunden-Akku unter die Lupe. Ihr Ergebnis: Ein gut ausgestattetes Stadtrad mit „einem starken Mittelmotor, das sich auch auf längeren Touren wohlfühlt“. Speziell der Komfort komme dank 55 Millimeter breiten Ballonreifen sowie einer Luftfedergabel mit 75 Millimetern Federweg nicht zu kurz. Deshalb mache das Rad auch abseits des Asphalts eine gute Figur. Neben dem Motor überzeuge auch die Ausstattung mit Riemenantrieb, was am Ende eine Kaufempfehlung der Redaktion einbrachte.

Haibike – Fetter E-Spaß im Gelände

Die Bike Bild hat in ihrer fünften Ausgabe 2017 die Kategorie elektrifiziertes Fatbike genauer untersucht. Ihr Testsieger: das „Xduro FatSix 6.0“ von Haibike (3.999 Euro). Das E-Bike mit den monströsen Reifen mache „richtig Spaß. Die Fahreigenschaften überzeugen total.“ Nur ein paar Kleinigkeiten fehlten den Testern, um die Höchstnote zu vergeben. Aber dennoch sicherte sich der Haibike-Bolide mit großem Abstand den Testsieg.

Winora – Abenteuerrad für den Alltag

Viele Talente schreiben die Redakteure der Trekkingbike (Ausgabe 01/18) dem Trekkingrad „Nevada“ von Winora zu, das als eine Art „Mountainbike im zahmen Alltagskleid“ daher kommt. Diese Einschätzung ist nicht falsch, da dicke Stollenreifen von Schwalbe gerade auf Schotter, Gras und losem Untergrund ihre Stärken ausspielen und dem Rad eine Allwegetauglichkeit verleihen. Ein weiterer Pluspunkt: Die hochwertige Ausstattung mit Beleuchtung von Busch & Müller sowie Sattel von Selle Royal, die für einen Preis von 1.299 Euro zu haben ist. Das Gesamturteil ist deshalb „super“ und einen Tipp der Tester für Kaufinteressierte gibt es obendrein.

Stevens – Rennmaschine mit Scheibe

Mit dem neuen „Comet Disc“ haben die Entwickler von Stevens Bikes ein Rennrad mit Scheibenbremsen entwickelt – und damit die Fachredaktionen unisono begeistert. „Stern mit Scheibe“ titelte beispielsweise Europas größtes Rennradmagazin Tour in Ausgabe 11/17. Die Kollegen der Roadbike (1117) sprechen von einem „schnörkellosen Rennsportler“. Neben den Scheibenbremsen überzeugt das Rad insbesondere durch sein Baukastenprinzip: Je nach Fahrerwunsch ermöglicht es Ausstattungsvarianten von 3.199 bis über 6.000 Euro. „Im Sattel erweist sich das Comet als Rennrad, von dem 90 Prozent aller Fahrer spontan begeistert sein dürften“, schildern die Tour-Tester ihre ersten Eindrücke. „Ein geradliniger Rennsportler: schnell, direkt, willig“, lautet das Fazit der Roadbike-Tester.

HP Velotechnik – Ein junger, moderner Jubilar

Die Erfolgsgeschichte von HP Velotechnik begann vor 25 Jahren mit der ersten „Streetmachine“. Zum Jubiläum bietet der Hersteller aus Kriftel das Rad von damals in modernem Design und technisch aktuellem Stand wieder an. Die neue „Streetmachine Gte“ kommt mit Elektro-Heckmotor und Getriebeschaltung von Pinion (ab ca. 6.200 Euro). Ein stimmiges Gesamtkonzept, urteilt die Redaktion der Elektrorad (0118) und gratuliert dem hessischen Hersteller zum Jubiläum und zur Testnote „Sehr gut“. Auf abwechslungsreichen Streckenprofilen wechsle man mit dem Kurzlieger quasi ohne spürbare Krafteinbußen von der Ebene in die Steigung und könne dabei einen traumhaften Panoramablick genießen. Dabei kann das Rad auch reisetauglich bepackt werden.

Riese & Müller – Die neue Golf-Klasse

Für Familien und Pendler, die ein Lastenrad suchen und dabei wendig unterwegs sein wollen, hat Riese & Müller zur Fahrradsaison 2018 das „Packster 40“ (ab 3.999 Euro) im Angebot. Für Jochen Donner, erfahrener Tester beim Magazin Mybike, ist das Multifunktionsrad eines der Top-Räder 2018. Mit 2,35 Metern Länge sei es für ein Lastenrad noch gut manövrierbar. Eine Federgabel, eine Parallelogramm-Sattelstütze sowie dicke Reifen bügeln Unebenheiten aus. Auffällig sei zudem die „clevere Ausstattung“. Dazu zählen eine stufenlose Nabenschaltung, ein Riemenantrieb sowie Scheibenbremsen. Besonders spannend fand der Tester die Doppel-Akku-Lösung zur Erhöhung der Reichweite. Das Packster 40 gibt es sowohl als 25- als auch als 45-km/h-Version.

Koga – Verreisen mit Stil

Eine „Empfehlung“ sprachen die Kollegen der Aktiv Radfahren (Ausgabe 03/18) nach ihrer Testfahrt für den „Worldtraveller“ von Koga (2.199 Euro) aus. Man bekomme ein „grundsolides, mit viel Denkarbeit konstruiertes und spezifiziertes Frischluft-Vehikel“. Sowohl im Alltag als auch auf Reisen würden Fahrer damit ihre Freude haben. Die breiten Reifen nehmen kleineren Unwegsamkeiten den Schrecken und sorgen so für Fahrkomfort, obwohl nur eine Starrgabel verbaut ist. Dank hochwertiger Bremsanlagen können selbst steile und lange Abfahrten mit vollbeladenen Rädern absolviert werden.

My Boo – Sozialer, umweltfreundlicher Fahrspaß

Bambusräder sind im Kommen. Deshalb hat das Fahrrad-Lifestyle-Magazin Cycle in seiner zweiten Ausgabe 2018 einen Test von vier Bambusrädern durchgeführt – darunter zwei Räder von My Boo. Das Kieler Unternehmen lässt seine Rahmen in Ghana fertigen und unterstützt durch den Verkauf soziale Projekte in dem afrikanischen Land. Die Stabilität des Rahmens und der Fahrspaß der Räder überzeugte die Cycle-Redaktion. Das soziale Engagement brachte My Boo eine Top-3-Platzierung beim weltweiten Umweltpreis Green Tec Award 2017 in der Kategorie Lifestyle ein.

Brompton – Ein neues Faltrad-Kapitel

Style und Sportlichkeit verbindet laut Tester Caspar Gebel das neue „CHPT 3“ von Brompton (ab 2.300 Euro). Das Faltrad wurde zusammen mit dem ehemaligen Radprofi David Millar entwickelt und soll nicht nur Pendler, sondern auch Rennradfahrer ansprechen. Spezialitäten wie ein roter Brooks-Sattel, Gabel und Hinterbau aus Titan und griffige, aber schnelle Schwalbe-Reifen haben es dem eigentlichen Rennradtester Gebel angetan. „Ein Rad mit dem gewissen Etwas, das man überall mit hinnehmen kann“, lautet deshalb das Urteil auf der Internetseite Velomotion.de. Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr, dass David Millar einen Erfolg bei der Brompton-Faltradweltmeisterschaft erzielt?

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mrz 16 2018

Pedal-Paradies Pyrenäen: Auf dem Gravelbike vom Atlantik zum Mittelmeer

Pedal-Paradies Pyrenäen: Auf dem Gravelbike vom Atlantik zum Mittelmeer

(Bildquelle: www.pd-f.de / Gunnar Fehlau)

Abenteuer abseits der Straße erleben, aber dennoch die Tour-de-France-Klassiker erklimmen: Diesen Hintergedanken hatte pressedienst-fahrrad-Gründer Gunnar Fehlau, als er seine Radreise quer durch die Pyrenäen plante. Als Reisebegleiter diente deshalb ein Gravelbike. Eine Reportage inmitten einzigartiger Natur, Abgeschiedenheit, legendären Bergen und Schmugglerrouten.

(pd-f/gf) Biarritz, Frankreich, Anfang September. Unser Flieger ist gelandet und wir bangen der Sperrgepäckausgabe entgegen. „Das ist vielleicht der gefährlichste Teil der Reise. Ob das Rad den Flug mit Umstieg in Madrid gut überstanden hat?“, frage ich mich. Walter, mein Buddy, mit dem ich seit Jahren meine Radtouren mache, hat sein Salsa „Vaya“ wenig später ohne Schadenmeldung aufgebaut. Kaum 15 Minuten danach ist auch mein Nicolai startklar. Wir rollern in den Hafen und stecken einen Fuß in den Atlantik, schließlich ist das Motto unserer Tour: Vom Atlantik zum Mittelmeer, im Geiste der alten Tour-de-France-Heroen. Wir wollen nicht nur die namhaften Straßenpässe fahren, sondern auch auf Schotterpisten abseits des Verkehrs unterwegs sein. Neudeutsch heißt das „Gravel“. Aber sind wir doch einmal ehrlich: Schaut man sich die Fotos aus den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts an, da waren 40 Millimeter breite Reifen quasi Standard am Rennrad. Viele Pässe waren steinige Naturpisten und keine asphaltierten Kuschelkurse. Genau mit diesen Bildern im Kopf pedalieren wir ostwärts. Es ist weitgehend flach, aber der Spätsommer macht die Fahrt dennoch ein wenig beschwerlich: Wir werden in der Mittagssonne gegrillt. Auch wenn wir spartanische Ausrüstung dabei haben, läppern sich die Kilos zusammen. Schlafzeug, Kochutensilien, Werkzeug, Ersatzteile usw. machen aus den Gravelbikes doch eher behäbige Boliden.

Auf der Suche nach dem richtigen Spot

Als wir am späten Nachmittag nach Mauleon-Licharre einfahren, schauen wir uns um und anschließend an: Das Städtchen liegt tief eingeschnitten im Tal. Abseits der Hauptstraße und ihrer anliegenden Bebauung finden sich kaum Ebenen, auf denen man seinen Schlafsack ausrollen könnte. Ganz zu schweigen davon, dass es hier recht belebt ist. Erst einmal in einem Supermarkt Proviant besorgen. Wir verlassen die Bebauung südwärts Richtung Libarrenx, passieren einen wenig einladend wirkenden Campingplatz, um schließlich auf der von Feldern flankierten Hauptstraße entlang zu fahren. Zwei Augenpaare scannen die Landschaft: Eben, abgeschieden und sauber soll der Übernachtungs-Spot sein. Walter weist auf einen schmalen Weg, der rechts zwischen den Feldern in einem Wäldchen verschwindet. Wir steuern hinein. Der Weg verengt sich zum Trampelpfad und öffnet sich anschließend zu einer Wiese. Links begrenzt von einem Maisfeld, rechts von einem Flüsschen. Es liegt sogar ein wenig Bruchholz fürs Lagerfeuer parat. Noch vor fünf Minuten wussten wir nicht, ob wir einen Platz für die Nacht finden, jetzt prosten wir uns an einem perfekten Spot zu und leeren unsere Ortlieb-Taschen aus: Mit wenigen Handgriffen haben wir uns für die Übernachtung vorbereitet.

Ein gutes Blatt haben

Zweiter Tag, erster Pass: Wir steuern den Col de Marie-Blanque an. Der Anstieg ist nicht nur eine Feuertaufe für uns, sondern auch für die Technik. Zum ersten Mal fahre ich mit einem Renner ohne Umwerfer. Ich habe elf Gänge. Vorne ein 38er-Blatt und am Heck eine Force-Kassette von Sram mit 10 bis 42 Zähnen. Wird die Übersetzung für die teils steilen Rampen in den Bergen reichen? Ich habe bergauf reichlich Zeit, mir dazu Gedanken zu machen, denn ich kurble bereits seit geraumen Höhenmetern im ersten Gang. „Ganz lässig eigentlich“, denke ich mir, während ich einen Buckel in einer Rechtskurve nehme und ein wenig überraschend bereits das Pass-Schild auf 1.035 Metern über Null hinter mir lasse. Talwärts klickere ich fix aufs kleinste Ritzel. Jenseits der 50 km/h-Grenze wird das Mittreten ungemütlich. Ich schalte von Renn- auf Genussmodus und rolle der Talsohle entgegen. Die 40 Millimeter breiten G-One-Gravelreifen haben reichlich Traktion- und Komfortreserven selbst auf schlechten Asphaltpassagen. Kurz: Das Nicolai fährt wie auf Schienen und ich widme ich mich der grandiosen Aussicht.

Klassiker mit Doppelzimmer

Der Col d´Aubisque (1.709 m) erhebt sich als erster „echter Pass“ mit mythenreichem Nimbus vor uns. Seine exklusive Position sorgt dafür, dass der Aubisque noch unter dem Einfluss des Atlantikwetters steht. Plötzliche Wetterumschwünge sind keine Seltenheit. Uns sollte es auch erwischen. Auf den letzten 200 Höhenmetern vor der Passhöhe ziehen sich die Wolken zu. Es wird richtig dunkel. Und Sekunden später prasselt es los. Irgendeine Matsche zwischen Regen und Schnee. Es geht ein paar Höhenmeter hinunter. Wir kühlen fürchterlich aus, bevor wir in den Gegenanstieg zum Col du Soulor kommen. Die Beine sind schwer, die Füße nass und der Magen leer. Es werden zähe Höhenmeter, bis wir den Pass auf 1.474 Metern erreichen. Jetzt heißt es wind- und wetterfest anziehen für die 1.000 Höhenmeter Abfahrt ins Tal. Gerade bei dieser nassen Witterung bin ich froh, mit Scheibenbremsen unterwegs zu sein: Selbst mit kalten Händen kann ich jederzeit punktiert volle Bremsleistung entfalten. Dennoch, so recht Spaß will nicht aufkommen. Das Wetter soll schlecht bleiben. Die Lust auf Biwak ist am Nullpunkt und wir entschließen uns, im nächsten Dorf in einem Hotel einzuchecken.

Überraschungs-Spa

Wir haben unseren Bergrhythmus gefunden: Col du Tourmalet (2.115 m), Col d´Aspin (1.489 m),
Col d´Azet (1.580 m), das Flugfeld von Peyragudes (1.580 m) und der Col de Peyresourde (1.563 m) haben wir in den letzten Tagen gemeistert und wir haben somit die Hälfte der Tour bereits erledigt. Unsere Räder sorgen für Aufsehen und Unverständnis: Die Rennradfahrer schütteln über die breiten Reifen, Scheibenbremsen und Bikepacking-Taschen die Köpfe, klassischen Tourenradlern ist unser Setup zu spartanisch und sportlich. Auch bei der Reisegeschwindigkeit sitzen wir zwischen Stühlen: Die gepäckfreien Rennradler fahren uns bergauf aus den Schuhen und den Tourenradlern entgleiten wir mit unserer Wendigkeit. Die Allwegetauglichkeit sorgt dabei aber für manch zusätzliches Abenteuer.

In Viella biegen wir von der C-28 Straße auf einen kleinen Feldweg, der dem Fluß Garonne folgt. Ein Wäldchen trennt uns von der lauten Hauptstraße. Das ist ganz lauschig, aber ein Platz für einen Biwak findet sich hier nicht. Hungrig und von über 3.000 Höhenmetern auch reichlich platt folgen wir nahe der Schrittgeschwindigkeit den seichten Kurven des Waldwegs. Nach einer Windung aber stehen wir plötzlich vor einer Art Waldschwimmbad. Völlig klar, eine Dusche haben wir nach diesem Tag nötig und Meter machen wir heute ohnehin nicht mehr. Wir lehnen unsere Räder gegen den Hang, machen die Radhose zur Badehose und tapsen zur Dusche. Als wir anschließend ins Wasser steigen, meinen wir fast zu verbrennen. Wir sind – ohne es zu merken – in die Therme von Arties gestiegen. Die heiße Quelle liegt über einer Granitwand. Das Wasser schwappt über die Kante und fließt die leicht schräg angestellte Wand hinunter ins Badebecken. Zwei hölzerne Umkleidehäuschen und ein Dixi-Klo runden die Ausstattung ab. Laut Info-Tafel ist die Therme kostenlos und schließt abends um 20:00 Uhr. Ein kurzer Blick und Walter und ich verstehen uns einmal mehr perfekt: Dieser Spot hat alles, was wir für einen erholsamen Aufenthalt bis morgen benötigen. Im Hintergrund verschwindet die Sonne hinter den mächtigen Bergen. Mit ihr gehen auch die anderen Badegäste. Ruhe kehrt ein. Wir erheben unseren Rotwein auf einen fantastischen Radtag.

Schmugglern auf der Spur

Der Tag ist bereits über 1.500 Höhenmeter alt. Wir haben mit dem Port de la Bonaigua auf 2.050 Meter den höchsten Pass Kataloniens am Morgen gemeistert und die Abfahrt führt uns nach Llavorsí. Hier pulsiert das Geschäft mit Rafting-Touren auf der Noguera Pallaresa. Es ist laut, es ist heiß und es ist teuer. Nach einem kleinen Snack ergreifen wir die Flucht Richtung Port de Cabus, mit 2.300 Metern das Dach unserer Pyrenäen-Tour. Die Fahrt sollte in jeder Hinsicht unsere Königsetappe werden, denn wir wählen die Anfahrt von Spanien aus. Die eigentliche Passhöhe liegt in Andorra. Wir folgen bei sengender Mittagshitze der Landstraße entlang des Riu Noguera de Cardos Richtung Nordosten. An jeder Gabelung weist uns das GPS-Gerät beharrlich stets auf die kleinere Straße. Binnen weniger Kilometer ist es erst ärmlicher und schließlich richtig einsam geworden. In Alins füllen wir in einem kleinen Laden unsere Wasservorräte auf und verlassen das Tal auf einer steil ansteigenden schmalen Straße. Auf der Höhe des Dorfes Norís, welches wir links liegen lassen, gesellt sich der La Noguera de Tor zu uns. Das Tal wird immer enger, die Hänge rechts und links steigen steil an. Wir fahren trotz hochstehender Mittagssonne im Schatten und der steile, zerklüftete Flusslauf mit reichlich umschäumten Steinen sorgt für angenehme Feuchte in der Luft. Es ist klimatisch angenehm, aber dennoch irgendwie beklemmend. Das Tal wird immer enger, die Kurven barscher. Gleichzeitig wird die Straße immer schmaler und schlechter. Gerade eben passierten wir einen Tierkadaver, der mitten auf der Piste lag. „Wie soll hier ein Auto vorbeifahren?“ frage ich mich und checke auf Karte und Navi, ob wir richtig sind. Es ist verdammt einsam. Kein Wunder, dass der Port de Cabus bis in die jüngste Vergangenheit eine beliebte Route für Zigarettenschmuggler war.

Wenige Meter weiter bleibt von der Passstraße nur noch eine Naturpiste, die sich himmelwärts arbeitet. Unsere Gravelbikes sind in ihrem Element: Auf Pisten, die mit dem MTB schlicht langweilig wären und fürs normale Rennrad unfahrbar sein dürften, fahren wir komfortabel dahin. Stets versprüht das Gravelbike ein wenig Rennradromantik und wartet im entscheidenden Moment mit der Robustheit und den Nehmereigenschaften des MTB auf. Wir sind eins mit der Piste und kurbeln einsam durch eine schroffe Natur. Fahrfreude und Beklemmung mischen sich zu einem eigenartigen Gefühlscocktail. Unerwartet in dieser Einsamkeit tauchen plötzlich ein paar alte Steinhäuser auf. Wir erreichen das Dorf Tor. Es gibt zwei Wirtshäuser. Vor einem sind Tische aufgebaut und wir kehren ein. So lecker das Bier und so romantisch der große Kamin im Restaurant sind, Tor ist ein Ort zum Fürchten. Drei Menschen wurden hier umgebracht, wie Carles Porta i Gaset in seinem Buch „Tor. Das verfluchte Dorf“ schreibt.

Feuer am Fluss

Wir brechen aus dem verfluchten Dorf auf und arbeiten uns auf der schlechten Piste inklusive kleiner Flussdurchquerungen auf kaum acht Kilometern weitere 750 Höhenmeter hinauf. Unmittelbar nach Tor wird es wieder einsam. Ruinen mitten in der kargen Landschaft zeugen von ehemaliger Besiedlung. Erst an der Passhöhe treffen wir wieder auf Asphalt. Die Ostseite des Port de Cabus ist, wie fast alle Straßen in Andorra, bestens asphaltiert. Wir rauschen talwärts nach Andorra La Vella, steile Geraden, enge Haarnadelkurven und glühende Scheibenbremsen vertreiben die Geister von Tor. Gegenüber dem Deutschen Honorarkonsulat gibt es eine Pizza auf eine der schönsten Passfahrten meines Lebens. Was sollte nach einem solch fantastischen Gravel-Abenteuer noch kommen? Ein fantastischer Biwak. Mit Ausnahme der ersten Nacht konnten wir kein Lagerfeuer mehr machen. Nun brutzelt ein Bio-Steak auf dem kleinen Titangrillrost, während wir einen Rotwein schlürfen und in den La Tet schauen, an dessen Ufer wir nach einiger Zeit des Suchens östlich von Eus einen romantischen Flecken gefunden haben.

Nass auf den letzten Metern

Wir rollen Richtung Mittelmeer aus. Mit dem Col de Ternere (233 m) passieren wir die letzten Hügel. Das noch ausstehende Bad im Mittelmeer vollführen wir in Le Barcares. Die gemütliche Nacht am Strand wird aber von einem Unwetter jäh unterbrochen. Mangels Radkartons bauen wir uns am nächsten Tag aus Luftpolsterfolie, Rohrisolierungen, Kabelbinder, Müllbeutel und Klebeband zwei handliche, aber unförmige blaue Tütenmonster, die einst unsere Bikes waren. Am winzigen Flughafen in Perpignan beginnt unser Rückflug. Am Abend nehmen wir unsere verpackten Räder wohlbehalten in Frankfurt entgegen und können feststellen: So ein Gravelbike kann sogar fliegen!

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mrz 14 2018

Das Fahrrad steigt in Wert und Wertschätzung

Das Fahrrad steigt in Wert und Wertschätzung

(Bildquelle: www.pd-f.de / Messe Friedrichshafen / Eurobike)

Der Zweirad-Industrie-Verband e. V. (ZIV) stellte am 13. März 2018 in Berlin die neuen Verkaufs- und Produktionszahlen für den deutschen Fahrradmarkt 2017 vor. Auffällig dabei: In den letzten Jahren ist der Verkaufspreis für Fahrräder deutlich gestiegen. Lag der Durchschnittspreis 2010 noch bei 460 Euro, waren es 2017 schon 698 Euro. Verdient sich die Fahrradbranche jetzt eine goldene Nase oder wie ist diese Entwicklung zu erklären? Der pressedienst-fahrrad liefert Antworten.

(pd-f/tg) 3,85 Millionen Fahrräder wurden 2017 in Deutschland verkauft. Damit erfreut sich der Fahrradmarkt über die letzten Jahre einer konstanten Nachfrage. Der durchschnittliche Verkaufspreis von Fahrrädern hat in den letzten Jahren jedoch stark zugelegt. Zwischen 2014 (528 Euro) und 2017 (698 Euro) war die Preissteigerung besonders deutlich. Das hat verschiedene Gründe.

Mehr E-Bikes werden verkauft

Auch im Jahr 2017 waren Elektroräder wieder ein Verkaufsschlager. Rund 720.000 neue E-Bikes rollten aus hiesigen Fahrradläden. Das entspricht einer Steigerung von 19 Prozent gegenüber 2016. Der höhere Verkaufspreis von E-Bikes wirkt sich natürlich auch auf den Durchschnittspreis bezogen auf alle Fahrräder aus. „Gerade bei E-Bikes merkt man das wachsende Qualitätsverständnis der Radfahrer. Billig kann schnell Schrott sein. Preise ab 2.500 Euro aufwärts sind bereits Normalität und werden gerne und bereitwillig von den Kunden bezahlt, da sie sehr gute Qualität wollen“, meint Anja Knaus vom E-Bike-Pionier Flyer. Mittlerweile macht der E-Bike-Markt 19 Prozent des Gesamtfahrradmarktes aus. Dabei ist festzustellen, dass der Begriff „Rentner-Rad“ längst nicht mehr gilt. Auch für junge Zielgruppen wird das Thema Elektromobilität interessanter. „Das hochwertige Alltagsrad kommt immer öfter mit Motor“, weiß Knaus. Die Elektrifizierung macht auch vor sportlichen Rädern nicht halt, wie Christian Malik von Haibike feststellt: „E-Mountainbikes sind ein spannendes Thema und wir sehen einen beginnenden Verdrängungsmarkt: Statt in ein Mountainbike wird heute oft direkt in ein E-Mountainbike investiert.“

Wertige Räder stehen hoch im Kurs

Hochwertige Fahrräder sind dabei generell stärker nachgefragt. Die oft im Frühjahr als Angebot auftauchenden Baumarkt- und Discounter-Räder verlieren an Bedeutung. Würde man diese aus der Statistik streichen und nur Fachhandelsräder berücksichtigen, käme man zu einem deutlich höheren Durchschnittswert, darauf verweisen Verbände wie der VSF e.V. (Verbund Service und Fahrrad) bereits seit einiger Zeit. „Radfahrer sind bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Das liegt auch daran, dass das Fahrrad in Städten als alternatives Verkehrsmittel und Autoersatz stärker wahrgenommen wird“, stellt Bernd Lesch von der Winora Group fest. Hinzu kommt, dass in einer Gesellschaft, die sich mit Sharing und Recycling befasst, ein hochwertiges Fahrrad beim Wiederverkauf auch einen höheren Preis erzielt und somit eine Zweit- oder sogar Drittnutzung möglich ist. Hier zeigt sich die allgemeine Steigerung der Fahrradqualität der letzten knapp 20 Jahre: Ein gutes Rad aus den 1990ern wird mitunter repariert und ersetzt so nicht selten den Neukauf eines minderwertigen Rades.

Mit Leasing kommt weiterer Schwung

Seit 2012 gilt das Dienstwagenprivileg auch für Dienstfahrräder. Seitdem können Fahrräder über den Arbeitgeber bezogen werden. Über einen Zeitraum von drei Jahren wird per Gehaltsumwandlung eine monatliche Rate des Bruttogehalts einbehalten. Der Radfahrer nutzt im Gegenzug die steuerlichen Vorteile, da er das Rad lediglich nach der Ein-Prozent-Regel versteuern muss. Nach Ablauf des Leasing-Vertrags kann er das Rad dann für einen Restpreis übernehmen. Je nach Vertrag und Fahrradpreis sind Ersparnisse von bis zu 40 Prozent gegenüber dem Direktkauf möglich. Das System funktioniert aber erst ab einem gewissen Verkaufswert. Beispielsweise liegt beim Anbieter Jobrad der Leasing-Einstiegspreis bei 749 Euro. „Als Bikehersteller finden wir das Thema Leasing sehr spannend. Damit wird auch einer jüngeren Zielgruppe die Möglichkeit gegeben, in hochwertige E-Bikes zu investieren und sich stärker mit dem Thema Elektromobilität auseinander zu setzen“, so Heiko Müller vom Premium E-Bike-Hersteller Riese & Müller.

Man bekommt mehr für sein Geld

Es ist nicht die Frage, ob Fahrräder teurer werden, es geht darum, Innovationen und Neuentwicklungen für Radfahrer interessant zu gestalten. An zwei Rädern und einem Rahmen wird sich außer in Ausnahmefällen nichts ändern, deshalb lohnt es sich, den Blick aufs Detail zu werfen. Fahrräder werden technisch ausgereifter und besser. „Wenn man alleine die Lichtanlagen von vor zehn Jahren mit heutigen vergleicht: Jetzt sieht man auch nachts wirklich gut beim Radfahren“, meint Harald Troost vom Fahrradhersteller Koga. Riemenantriebe als wartungsarme Alternative zur Kette haben sich auf dem Massenmarkt etabliert und auch Getriebeschaltungen sind auf dem Vormarsch. „Die Kunden nehmen solche Technik-Trends gerne an und sind dann bereit, etwas mehr auszugeben. Dafür gibt es mehr Komfort, weniger Wartungsaufwand und gestiegenen Spaß am Radfahren“, kann Volker Dohrmann von Stevens Bikes feststellen.

Individualisierung auf dem Vormarsch

Einen weiteren nicht zu unterschätzenden Faktor erklärt Stefan Stiener: „Radfahrer suchen individuelle und ergonomisch passende Produkte und lassen sich das auch etwas mehr kosten.“ Mit seiner Firma Velotraum bietet Stiener Custom-made-Aufbauten an, bei denen der ergonomische Komfort im Mittelpunkt steht. Neben diesem individuellen Faktor ist auch eine stärkere Spezialisierung im Fahrradmarkt festzustellen. „Man kann sagen: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Jeder findet sein passendes Rad“, meint Henning Voss von Voss Spezial-Rad. Das reiche vom kompakten Faltrad bis hin zum dreispurigen Liegerad, vom Rennrad bis hin zum Downhill-Bike, vom City-Bike bis hin zum Lastenrad.

Wohin geht die Reise?

„Der Trend zum Fahrrad ist ungebrochen“ lautet die generelle Meinung in der Fahrradbranche. Bei der E-Mobilität übernimmt das Fahrrad eine Vorreiterrolle, in chronisch überlasteten Städten werden E-Bikes und Fahrräder als schnelle Fortbewegungsmittel genutzt. Junge Leute und Familien verzichten auch aufgrund der Parkplatzproblematik im urbanen Raum auf ein Auto und investieren lieber in einen breiten, hochwertigen Fahrradfuhrpark samt Kinderanhänger. Die Radbranche hat ihre Hausaufgaben also gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch die Infrastrukturmaßnahmen angepasst werden.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mrz 5 2018

Federung am Alltagsrad – Unfug, Komfort oder mehr Sicherheit?

Federung am Alltagsrad - Unfug, Komfort oder mehr Sicherheit?

(Bildquelle: www.pd-f.de / Mathias Kutt)

Eine Federgabel findet sich heute nicht nur am Mountainbike, sondern auch an vielen Fahrrädern für Alltag, Freizeit und Reise. Nur wenige sind allerdings vollgefedert, doch wäre das für den Komfort nicht am besten? Der pressedienst-fahrrad prüft: Was federt am Rad warum und was ist sinnvoll?

(pd-f/hdk) Die wichtigste Federung findet man an jedem Fahrrad zweimal: Die Reifen sorgen, je nach Größe und Luftdruck, für die entscheidenden Fahreigenschaften eines Fahrrads bezüglich Komfort und Bodenhaftung. „Es geht dabei vor allem darum, den richtigen Luftdruck für den Reifen und seine Anwendung zu finden“, weiß Doris Klytta vom Hersteller Schwalbe. Je breiter und weicher der Reifen, desto größer die Auflagefläche auf dem Boden und der Komfort. „Wenn der Druck allerdings unters Minimum gerät, wird das Fahren schwammig“, so Klytta weiter. Darum stehen bei Qualitätsreifen Minimum und Maximum auf der Reifenflanke.
„Je größer, also voluminöser der Reifen ist, desto geringer ist der nötige Druck und desto mehr Komfort bietet er. Denn er „überrollt“ kleine Unebenheiten einfach“, verdeutlicht Stefan Stiener vom Reiseradspezialisten Velotraum. Am wartungsarmen Alltags- und Reiserad sind darum sogenannte Ballonreifen recht beliebt, die zwischen zwei und drei Zoll breit sind. So bemerkte kürzlich die Redaktion der Zeitschrift „aktiv Radfahren“, dass immer mehr Hersteller auf die Federung bzw. Dämpfung der Reifen setzen: Die Federgabeldichte im Testfeld der Trekkingräder nimmt 2018 ab. Und selbst beim Rennrad setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass schmale, pralle Reifen nicht ideal für Geschwindigkeit sind. Hier mischen plötzlich Reifen mit knapp 40 Millimetern Breite ganz vorn im Testfeld mit.

Federgabel und Co.

An vielen Trekking- und Tourenrädern werden heute Federgabeln verbaut, meist sind es Teleskopgabeln mit Federwegen zwischen 40 und 80 Millimetern. „Oft reicht der Reifen als Federung aus. Wenn wir Federgabeln verbauen, dann hochwertige und auf das Fahrergewicht abstimmbare Luftfedergabeln. Nur so können sie ihre Aufgabe gut meistern: Komfort bieten, indem sie Unebenheiten am Boden absorbieren und dadurch Belastungsspitzen auf die Handgelenke mindern,“ erklärt Volker Dohrmann vom Fahrradhersteller Stevens. Andererseits wirken sich Federgabeln auf die Fahrsicherheit aus, wie Tobias Erhard, Marketingmann bei Sram/Rockshox, verdeutlicht: „Die Federung hat nicht zuletzt die Aufgabe, den Reifen immer am Boden zu halten, etwa bei Bordsteinen ein- oder bei Schlaglöchern auszufedern.“ So bleibt die Bodenhaftung des Rads gleichmäßig erhalten. Das verkürzt den Bremsweg und kann besonders in Kurven über Sturz oder Weiterfahren entscheiden.

Pflege vs. Komfort

Die Kehrseite an Federgabeln ist allerdings, dass sie mehr Zuwendung bedürfen als Starrgabeln. Sie müssen auf Fahrergewicht und Fahrstil angepasst und ihre interne Schmierung muss in regelmäßigen Intervallen geprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Diesen „Gabelservice“ machen nur sehr versierte Hobbyschrauber selbst. „Ein gefedertes Rad muss in jedem Fall häufiger zur Inspektion als ein ungefedertes“, erklärt Sram-Techniker Ulrich Henz. „Wie oft tatsächlich, hängt sehr von der Nutzungshäufigkeit, dem Wetter und der Pflege zwischendurch ab“, sagt Henz. Er empfiehlt, die beweglichen Rohre der Federgabel regelmäßig mit einem weichen Lappen vom Dreck zu befreien und auf den Luftdruck der Gabel zu achten. Vom Schmieren der Gabel mit anderen Mitteln als dem in der Gabel verwendeten Öl rät er dringend ab.
Für manche Anwendungen ist aus Wartungsgründen ein als Elastomer bekannter Kunststoffstoßdämpfer optimal. Riese & Müller verbaut ihn etwa an Vorder- und Hinterrad seines Faltrads „Birdy“ (ab 2.299 Euro) und bietet hier unterschiedliche Härtegrade je nach Fahrergewicht. Auch die kleinen Laufräder des Kinderanhängers profitieren von der Elastomer-Federung, etwa am „Kid plus“ von Croozer (ab 749 Euro). Der niederländische Hersteller Koga verwendet Elastomere in seinen „Feathershock“-Gabeln, die als Starrgabeln mit dem Federelement zwischen Gabelkrone und Steuerrohr ausgeführt sind und 35 Millimeter Federweg bieten. „Neben dem geringen Wartungsbedarf ist ein weiterer Vorteil auch ein vergleichsweise geringes Gewicht“, beschreibt Koga-Mann Harald Troost.
Nachrüsten

Theoretisch lassen sich auch Federgabeln an Fahrrädern nachrüsten. „Ausschlusskriterium ist hier aber oft die Einbauhöhe der Gabeln“, sagt Carsten Schabacher von Stevens, und meint den Abstand zwischen Vorderradachse und unterem Steuerlager. „Denn meistens bauen Federgabeln höher als Starrgabeln und können so die Fahreigenschaften eines Fahrrads massiv verändern“, so Schabacher weiter. Ein Rahmen muss also für Federgabeln konzipiert sein, egal, ob auch eine verbaut ist. Ferner sollte man darauf achten, dass benötigte Montagemöglichkeiten für Bremsen, Schutzbleche und Beleuchtung an der Gabel vorhanden sind. Federungs-Pionier Rockshox etwa bietet für Alltags- und Trekkingräder zwei Ausführungen des Modells „Paragon Gold“ ab 266 Euro an, das über die nötigen Ösen verfügt und das Lichtkabel unter eine Schutzabdeckung führt. Eine eingehende Beratung und auch der Umbau sollten unbedingt im Fachhandel erfolgen.
Ein probater Weg zu höherem Sitzkomfort ist zudem das Nachrüsten einer gefederten Sattelstütze an ungefederten Rahmen. Hersteller Cane Creek aus den USA bietet die Parallelogramm-Federstütze „Thudbuster“ ab 199 Euro mit Federwegen von 33 bzw. 76 Millimetern an. Die Federung übernehmen auch hier Elastomere, die es in fünf Härtegraden zur Abstimmung des Fahrergewichts gibt.

E-Bikes

Bei elektrifizierten Rädern gelten die Argumente pro Federung umso mehr, da Motor, Akku und Peripherie für ein spürbares zusätzliches Gewicht sorgen. „Zwar liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit von E-Bikes nur geringfügig höher als die von unmotorisierten Fahrrädern, doch wächst die kinetische Energie quadratisch zur Geschwindigkeit“, erklärt Anja Knaus vom schweizerischen Hersteller Flyer. Die fahrdynamischen Reserven der Federung sind deshalb hier sinnvoll eingesetzt. Bei der jüngsten Generation der E-Bikes fällt darum nicht ohne Grund auf, dass sie, abgesehen von aktiver Federung, oft mit deutlich breiterer, sogenannter Plus-Bereifung ausgestattet sind (siehe am Flyer „Upstreet 5“, ab 3.199 Euro, am Winora „Yakun“, ab 2.999 Euro, beide mit Federgabel, und am vollgefederten Riese & Müller „Delite“, ab 5.199 Euro).

Liegeräder

Seine ergonomischen Vorteile erreicht das Liegerad durch den großflächigen Kontakt mit dem Fahrzeug, den individuell einstellbare Netz- und Schalensitze bieten. Wer häufiger auf rauem Grund unterwegs ist, für den sei eine Federung sehr ratsam, erklärt Alexander Kraft, Sprecher vom Hersteller HP Velotechnik, „denn man kann ja nicht aus dem Sattel gehen und ein Schlagloch mit den Beinen abfedern.“ Darum bietet der Hersteller das vollgefederte Liege-Trike „Scorpion“ (ab 3.990 Euro) an, bei dem das Hinterrad über einen zentralen Dämpfer gefedert wird und die zwei Vorderräder über Einzelradaufhängungen mit MacPherson-Federbeinen, wie sie beim Automobil üblich sind.

Federung am Kinderrad

„Wenn Kinder mit ihren MTB-begeisterten Eltern ins Gelände wollen, ist eine Federung aus denselben Gründen sinnvoll wie bei den Großen“, beschreibt Vincent Stoyhe vom Bike-Bauer Nicolai und selbst Vater, aus persönlicher Erfahrung. Um aber das Gewicht des gefederten Rades dem geringen Gewicht des Kindes entsprechend niedrig zu halten, muss hochwertige und damit teure Technik ans Rad. So kann das gefederte Kinder-MTB schnell an der 1.000-Euro-Marke kratzen und bleibt darum ein Sportgerät für den leidenschaftlichen Bike-Nachwuchs. Guido Meitler vom Kinderradfabrikanten Puky sieht das pragmatischer: „Ein gut regulierter Reifendruck ist immer noch das mit Abstand universellste Mittel der Federung.“

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Feb 22 2018

Alltagsservice an (noch) nicht-alltäglichen Rädern

Alltagsservice an (noch) nicht-alltäglichen Rädern

(Bildquelle: www.pd-f.de / Arne Bischoff)

(pd-f/tg) Getriebeschaltung, Riemenantrieb, Liegerad oder Bambusrahmen: Die Fahrradbranche hat in den letzten Jahren einige interessante Neuheiten auf den Markt gebracht, die mittlerweile aus der Nische heraus den Massenmarkt erobern. Doch so mancher Radfahrer schreckt noch vor den praktischen Neuheiten zurück, weil ihm die Servicearbeiten fremd sind. Der pressedienst-fahrrad zeigt darum, dass wesentliche Alltags-Servicearbeiten an (noch) nicht-alltäglichen Rädern kein Hexenwerk sind.

Ölwechsel am Pinion-Getriebe

Benötigtes Werkzeug: Inbusschlüssel (2,5 und 3 Millimeter), Original Ganzjahres-Getriebeöl von Pinion mit Spritze, Lappen

Eine herkömmliche Fahrradschaltung richtig einstellen, pflegen und warten bedarf einer gewissen Vorkenntnis, damit die Schaltung auch nach dem Service wieder reibungslos funktioniert. Anders ist es beim wartungsarmen Zentralgetriebe von Pinion. Das System läuft von Haus aus reibungslos. Lediglich einmal jährlich oder alle 10.000 Kilometer muss der Service in Form eines Ölwechsels erfolgen. „Im Inneren des Getriebes laufen Zahnräder in einem Ölbad. Die Wellen sind mit extra großen Kugellagern gelagert, was ein haltbares und dauerfestes Tretlager gewährleistet. Damit dies auch lange so bleibt, ist der Ölwechsel wichtig. Das ist aber nicht weiter schwierig. Man kann ihn einfach zu Hause machen“, erklärt Andrea Escher von Pinion. Im ersten Schritt werden mit einem 2,5-Millimeter-Inbusschlüssel die kleinen Schrauben der Getriebeabdeckung gelöst, anschließend mit einem Drei-Millimeter-Inbusschlüssel eine kleine Madenschraube unterhalb des Getriebes aufgeschraubt. Das alte Öl kann nun aus dem Getriebe abfließen. Dazu nutzt man am besten die leere Spritze, die im Set mit dem Pinion-Ganzjahres-Getriebeöl erhältlich ist. Für ein einfaches Handling wird der beiliegende Adapterschlauch an der Spritze befestigt und mit dem anderen Ende in die Ölablassbohrung eingeschraubt. Durch Aufziehen der Spritze wird das Altöl schnell und sauber aus dem Getriebe gesaugt.

Anschließend wird das Altöl aus der Spritze entleert und diese mit neuem Öl aufgefüllt. „Dabei ist es wichtig, das originale Pinion-Getrieböl zu verwenden – um den Erhalt der Garantie zu gewährleisten“, meint Escher. Die kompletten 60 Milliliter des neuen Öls werden in das Getriebe gespritzt. Dank des Adapters ist der Vorgang eine saubere und tropffreie Angelegenheit. Kleine Reste entfernt man am besten mit einem Lappen. Danach schraubt man den Adapter ab und zieht die Ölablassschraube mit drei Newtonmetern an. Abschließend wird die Gehäuseverkleidung aufgebracht und festgezogen. Fertig. „Das alte Öl darf man aber nicht im Hausmüll wegschütten, sondern muss es fachmännisch entsorgen lassen, z. B. beim örtlichen Wertstoffhof oder Fahrradfachhändler“, so Escher.

Reifenwechsel am Riemenrad

Benötigtes Werkzeug: 15-Millimeter Schraubenschlüssel (bei einer Vollachse), Flickzeug, Luftpumpe, Smartphone

Riemenantriebe bieten gegenüber Fahrradketten den Vorteil, dass sie besonders wartungsarm sind und bis zu dreimal so lange halten. Doch vor einem platten Reifen schützt auch der Riemenantrieb nicht. Ein Reifenwechsel ist allerdings nicht schwer und unterscheidet sich kaum von der Kettenvariante. Der Riemenantrieb ist jedoch nur mit Zentralgetriebe- oder Nabenschaltung kombinierbar und die Wahl des Werkzeuges ist von der Art der Hinterradachse abhängig. Beispielhaft haben wir den Radwechsel an einer Elffach-Nabenschaltung von Shimano mit Vollachse durchgeführt. Am Anfang schaltet man in den niedrigsten Gang und löst den Schaltzug. Anschließend öffnet man die Radmuttern mit dem Schraubenschlüssel und entnimmt das Rad. Dabei nimmt man den Riemen von der hinteren Riemenscheibe. „Der Riemen kann während der weiteren Arbeiten einfach am Rad hängen bleiben und muss nicht entfernt werden“, sagt Frank Schneider vom Riemenhersteller Gates. Eine detaillierte Anleitung zum weiteren Vorgehen beim Schlauchflicken finden Sie hier.

Nachdem der Schlauch wieder dicht ist oder ersetzt wurde, wird das Rad eingehängt und dabei der Riemen auf beide Riemenscheiben aufgezogen. „Aber Vorsicht: Man darf nicht wie bei Ketten an der Kurbel drehen, um den Riemen einfacher aufzuziehen. Das kann zu Beschädigungen führen“, warnt Schneider. Bei den meisten Rädern liegt der Riemen danach optimal auf und muss nicht weiter korrigiert werden. Man zieht einfach die Muttern fest, hängt den Schaltzug wieder ein, pumpt auf und überprüft die Funktion der Schaltung. Der Riemen erfährt keine Längung und man kann ihn einfach wieder reinlegen ohne nachspannen zu müssen. Anschließend sollte noch die Riemenspannung überprüft werden, gerade bei Fahrrädern mit horizontalen Ausfallenden, bei denen man die Spannung des Riemens durch die Position der Hinterradachse im Rahmen verstellen kann. Hierfür bietet Gates eine kostenlose Smartphone-App an. „Man startet die App, hält das Mikrophon direkt an den Riemen und zupft diesen ähnlich einer Gitarrensaite“, erklärt Schneider. Die App zeigt dann die Frequenz der Schwingung an. „Bei Nabenschaltungen sollte der Wert zwischen 35 und 50 Hertz liegen“, so der Gates-Fachmann. Falls die Spannung nicht korrekt ist, muss an den dafür vorgesehenen Schrauben nachjustiert werden. Dies ist jedoch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Im Zweifel sollte das die Werkstatt prüfen.

Pflege von Bambusrädern

Benötigtes Werkzeug: Fahrrad-Putzmittel, Lappen

Die Vermutung liegt nahe, dass Bambusfahrräder eine spezielle Reinigung mit Holzpolitur oder ähnlichem benötigen. „Das ist jedoch falsch“, erklärt Felix Habke vom Bambusradhersteller My Boo. Erstens handelt es sich bei dem natürlichen Rohstoff aus biologischer Sicht um ein Gras und nicht um Holz. Und zweitens werden die in Ghana von Hand gefertigten Rahmen mit einem Klarlack überzogen und so für die europäische Witterung präpariert. „Deshalb braucht ein Bambusrahmen keinen besonderen Service, sondern kann wie ein normaler Fahrradrahmen mit den gängigen Fahrradreinigern behandelt werden“, so Habke. Einzig wenn das Rad lange im Regen oder Schnee stand, sollte der Rahmen vor Gebrauch einmal mit einem trockenen Tuch abgewischt werden. „Ein Vorteil des Bambus ist, dass das Material bei Feuchtigkeit nicht rostet“, so der My-Boo-Sprecher.

Da es sich um einen natürlichen Rohstoff handelt, können jedoch auch natürliche Probleme entstehen. Aufgrund der Längsfaserung des Bambus kommt es in einigen Fällen während des Trocknungsprozesses (oder auch danach) zur Bildung kleiner Faserrisse längs der Faserrichtung. Sie haben laut Hersteller keinen Einfluss auf Fahrstabilität oder Stabilität des Rahmens. Die Haarrisse sollten jedoch mittelfristig behandelt werden, damit keine Feuchtigkeit in den Rahmen eindringt. Deshalb ist es sinnvoll, mit einem Riss zum Fachhändler zu gehen. Dieser erhält von My Boo präventiv ein Reparaturkit, mit dem die Risse wieder verschlossen werden können. „Das kommt jedoch selten vor. Wir sind von der Stabilität des natürlichen Rohstoffes überzeugt und geben deshalb fünf Jahre Garantie auf unsere Produkte“, erklärt Habke.

Einstellung der Beinlänge am Liegerad

Benötigtes Werkzeug: Inbusschlüssel 6 Millimeter mit Kugelkopf, Drehmomentschlüssel, bei manchen Modellen auch werkzeugfreie Montage möglich

Die erste Einstellung der Sitzposition am Liegerad wird im Normalfall beim Fachhändler vorgenommen, da dieser nochmals einen geübten Blick auf das Rad und den Fahrer werfen kann. Alexander Kraft vom Hersteller HP Velotechnik empfiehlt jedoch, die Länge des Auslegers ca. alle drei Monate minimal zu verändern: „Dadurch werden die Gelenke und Muskeln unterschiedlich beansprucht und nebenbei eventuell eine noch komfortablere sowie effizientere Sitzposition erreicht.“

Zur Einstellung der Beinlänge muss man den Tretlagerausleger, also den vorderen Teil des Rahmens, an dem die Tretkurbel befestigt ist, verschieben. Im ersten Schritt sind die Schrauben mit einem Inbusschlüssel zu lösen. Anschließend kann der Tretlagerausleger unter leichten Drehbewegungen herausgezogen oder hineingeschoben werden. Damit die gespannte Kette das Herausziehen nicht behindert, sollte zuvor auf das kleinste Ritzel und Kettenblatt geschaltet werden. „Außerdem können die Kurbeln beim Herausziehen etwas rückwärts gedreht werden“, rät Kraft.

Wenn sich die Ferse auf dem Pedal in vorderster Position befindet, sollte das Bein durchgestreckt sein. In der Idealposition befindet sich der Ballen über der Pedalachse. Wie beim herkömmlichen Fahrrad darf das Bein in der vordersten Position der Tretkurbel nicht maximal durchgestreckt sein. „Erfahrungsgemäß wird jedoch das Liegerad etwas größer eingestellt als das aufrechte Fahrrad“, so Kraft. Damit der Ausleger richtig steht, ist die Markierung zu beachten – ebenso der Maximalauszug. Zur Vereinfachung hat HP Velotechnik eine spezielle Skalierung angebracht, auf der man die richtige Positionierung einfach ablesen kann. Zum Abschluss sind die Schrauben am Rahmen abwechselnd wieder festzuziehen. Am besten nutzt man einen Drehmomentschlüssel und stellt 14 bis 16 Newtonmeter ein. „Werden die Schrauben zu fest angezogen, können Schäden am Rahmen entstehen“, warnt Kraft.

An manchen Modellen sind anstatt Schrauben Schnellspanner zu finden. Das sorgt für eine schnelle und werkzeuglose Anpassung der Beinlänge, etwa bei mehreren Nutzern. Um die Kette gleich mit passend einzustellen, bietet HP Velotechnik optional eine Rahmenschnellverstellung an. Diese sorgt dafür, dass die Kette automatisch in der Länge angepasst wird. Ein Liegeradsitz kann aber noch anderweitig eingestellt werden und ermöglicht ohne großen Aufwand eine ergonomische Individualität bis ins kleinste Detail. „Je nach Radmodell und Sitz können zusätzlich die Sitzhöhe, die Neigung oder gar einzelne Sitzpolster verstellt werden. So findet jeder Fahrer unter einer Vielzahl an Sitzpositionen diejenige, bei der er sich am wohlsten fühlt“, meint Fachmann Kraft.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Jan 10 2018

Zehn zum Zehnten: Tipps zum Radfahren in der närrischen Zeit

Zehn zum Zehnten: Tipps zum Radfahren in der närrischen Zeit

(Bildquelle: www.hpvelotechnik.com | pd-f)

(pd-f/tg) Karneval, Fastnacht, Fasnet oder Fasching – egal, wie man es nennt: Die Narrenzeit steht an und in den Straßen wird wieder gefeiert und getanzt. Wer keine Lust hat, sich mit weiteren Feierwütigen im ÖPNV durch die Stadt karren zu lassen oder stundenlang auf seine Bahn zu warten, der greift zum Fahrrad. Doch selbst in der fünften Jahreszeit ist für Radfahrer nicht alles im Straßenverkehr erlaubt. Der pressedienst-fahrrad zeigt auf, was man im Feiermodus beachten sollte.

1) Das Blickfeld muss frei sein
Laut Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung dürfen weder Sicht noch Gehör beim Radfahren beeinträchtigt sein. Masken oder auch farbige Kontakt- bzw. Motivlinsen sind deshalb während der Radfahrt tabu. „Seine Maske sollte man lieber erst am Zielort aufsetzen, damit man keine Probleme bekommt“, so Verkehrsrechtlerin Dr. Anja Matthies von Bikeright.

2) Das Fahrrad muss verkehrstauglich sein
Manch Jeck setzt auf einen passenden Gesamtauftritt und schmückt deshalb sein Fahrrad kunterbunt, passend zum Kostüm. Doch Vorsicht: „Die Verkehrstüchtigkeit darf nicht beeinträchtigt werden. Licht und Reflektoren müssen weiterhin sichtbar sein, die Bremsen funktionieren. Blinkende Lichter sind am Rad generell verboten“, erklärt Matthies. Auch sollte die Fahrradverkleidung nicht in die Speichen geraten. Ansonsten kann es leicht zu Stürzen kommen.

3) Achtung vor der Dunkelheit
Selbst wenn man innerlich erwärmt ist: Anfang Februar ist immer noch Winter und die Tage sind noch kurz. Auf dem Rückweg kann es schnell dunkel werden. „Wer kein fest installiertes Licht am Rad hat, der muss in der Dämmerung und bei schlechter Sicht Akku-Beleuchtung ans Rad anstecken“, erläutert Sebastian Göttling vom Lichtexperten Busch & Müller die Rechtslage. Es ist äußerst ratsam, die Beleuchtung immer dabei zu haben, falls doch etwas länger gefeiert wird.

4) Richtig abstellen
Im großen Trubel will man das Rad nicht abstellen, in der dunklen Gasse aber auch nicht. „Am besten ist es, das Fahrrad mit einem hochwertigen Schloss an festen Anlehnparkern zu sichern. Diese sind meist am Gehweg oder direkt vor Gebäuden zu finden und somit besser geeignet als Laternen oder Verkehrsschilder“, so der feiererprobte Rheinländer Andreas Hombach vom Stadtmöblierer WSM. Feste Anlehnparker haben noch einen weiteren Vorteil: Sie können im Gegensatz zu „Felgenklemmern“ von der Stadtverwaltung während der Umzugszeit nicht demontiert werden, um mehr Platz für das Feiervolk zu schaffen.

5) Fahrrad wiederfinden
Die Party ist vorbei, der Heimweg steht an. Doch das Fahrrad ist nirgends zu finden. Man muss sich eben genau merken, wo man sein Fahrrad abgestellt hat. „Auf einem großen Fahrradparkplatz lohnt es sich beispielsweise, einen gut sichtbaren Sattelüberzug für die schnelle Wiedererkennung zu nutzen“, rät Philipp Elsner-Krause von Fahrer Berlin. Zudem schützt der Überzug den Sattel vor Regen und Schnee, damit man wenigstens trockenen Hinterns heimfahren kann. Wer gänzlich sichergehen möchte, der sollte beim Abschließen noch ein Foto mit dem Smartphone vom abgestellten Fahrrad am Parkplatz machen.

6) Promillegrenze beachten
Eine Promillegrenze gibt es auch für Radfahrer. Das absolute Fahrverbot liegt zwar mit 1,6 Promille deutlich über der erlaubten Grenze für Autofahrer mit 0,5. Aber: Wer auffällig fährt oder einen Unfall verursacht, kann bereits ab 0,3 Promille belangt werden. Alkoholisiert Fahrrad fahren ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. „Wer mit über 1,6 Promille auf dem Rad erwischt wird, der erhält drei Punkte in Flensburg sowie eine Geldbuße, gestaffelt nach Einkommen“, klärt Dr. Anja Matthies auf. Auch die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) ist dann fällig, ein Führerscheinentzug kann drohen.

7) Unfall kann teuer werden
Bei großen Menschenansammlungen ist ein Unfall mit dem Rad schnell passiert. Und ist dabei Alkohol im Spiel, kann es auch teuer werden. In den meisten Fällen wird der alkoholisierte Radfahrer ab 0,3 Promille eine Teilschuld erhalten. Wird sogar grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz festgestellt, kann die private Haftpflichtversicherung von ihrer Leistungspflicht befreit sein. Der Fahrradfahrer muss dann alle Schäden sowie Schmerzensgeldansprüche aus eigener Tasche bezahlen.

8) Lieber alleine nach Hause fahren
Der Zug ist durch, die Kneipe macht auch schon dicht – also wird zu Hause weitergefeiert. Damit die Partygäste schnell hinkommen, finden auch auf Lenker und Gepäckträger noch Leute Platz. Das ist aber selbst zur Karnevalszeit verboten. Die Mitnahme von weiteren Personen ist nur für Kinder bis sieben Jahre gestattet. „Und auch nur dann, wenn eine passende Transportmöglichkeit wie ein Kinderanhänger oder Kindersitz angebracht ist“, erklärt die Kölnerin Hanna Gehlen vom Anhängerspezialisten Croozer.

9) Vorsichtig fahren
„Zum Karneval sind die Straßen leider oft mit Glasscherben und Schmutz übersät“, weiß Doris Klytta vom oberbergischen Reifenspezialisten Schwalbe aus eigener Erfahrung. Deshalb sei es nun besonders wichtig, vorsichtig und vorausschauend zu fahren. Um Platten zu vermeiden, sollte ein pannensicherer Reifen (z. B. „Marathon Plus“ von Schwalbe) aufgezogen werden. Vielleicht ist gar ein Umweg durch weniger befahrende Straßen sinnvoller, um schneller voranzukommen.

10) Für Muffel: Tour genau planen
Ja, es gibt sie: Die Narren, die lieber Radsport treiben als feiern zu gehen. Diese sollten rund um die närrischen Hochburgen aber entweder für ihre Ausfahrt mehr Zeit einplanen oder die Tour abseits der diversen Feiermeilen legen. „Im Internet kann man sich vorher informieren, in welcher Stadt wann ein Umzug stattfindet und welche Straßen gesperrt sind. Die eigene Tour sollte möglichst weit weg vom närrischen Treiben stattfinden“, rät die radsportbegeisterte Mareen Werner von Sport Import.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Dez 20 2017

Schmerzfrei Rad fahren – Die Satteleinstellung macht’s

(Bildquelle: www.pd-f.de / Arne Bischoff)

Viele Radfahrer fahren mit einem falsch eingestellten Sattel. Und das verursacht Schmerzen. Der pressedienst-fahrrad erklärt Ursachen und Hintergründe und zeigt, wie Sie die richtige Einstellung für den Alltag finden.

(pd-f/tg) Die Sitzposition vieler Radfahrer ist ungesund und bereitet Schmerzen. Doch das ist leicht zu verhindern. „Ganz wichtig ist es, dass man sich persönlich auf dem Rad wohlfühlt und in der Praxis durch Ausprobieren zu seiner persönlichen Wunschposition kommt“, rät Stefan Stiener, Fahrradergonomie-Spezialist und Gründer des Fahrradherstellers Velotraum. Mit nur wenigen Handgriffen kann jeder Radfahrer eine bequeme, schmerzfreie Sattelposition erreichen, die zudem ein effizienteres Treten ermöglicht. Dabei handelt es sich nicht um Zauberei, sondern um ein paar Tipps, die man einfach zu Hause umsetzen kann. Die nachfolgenden Erklärungen richten sich deshalb in erster Linie an Alltags- und Gelegenheitsfahrer. Langstreckenradfahrer, Radfahrer mit chronischen Schmerzen oder auch sportliche Radler, egal ob Rennrad oder Mountainbike, sollten eine spezielle Ergonomieberatung bei einem spezialisierten Händler oder Hersteller in Betracht ziehen.

Schmerzursache eins: Sattel zu niedrig

Für Radeinsteiger und Gelegenheitsfahrer ist die Versuchung besonders groß, den Sattel zu tief einzustellen. Das verspricht Sicherheit, weil die Füße im Gefahrenfall schneller und sicherer am Boden sind. „Bei einer zu niedrigen Sattelposition wird das Knie zu stark angewinkelt. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Gelenke, die Muskulatur ermüdet schneller“, erklärt Stiener. Selbst Schmerzen am Gesäß, der Wirbelsäule oder den Füßen können im zu niedrigen Sattel ihre Ursache haben.
Dennoch gilt: Eine zeitweise geringfügig niedriger eingestellte Sattelposition ist im Winter durchaus ratsam, da sie mehr Sicherheit bei Fahrten auf rutschigem Untergrund vermittelt.

Schmerzursache zwei: Sattel zu hoch

Weil sich die Kraftübertragung leichter anfühlt und die Sitzposition „sportlicher“ wirkt, neigen vor allem ambitionierte Radfahrer dazu, den Sattel zu hoch zu justieren. So verschiebt sich der Druckpunkt beim Pedalieren von den Fußballen auf die Zehen bzw. Fußspitzen. Dabei werden Nervenbahnen eingeengt, was zu tauben Zehen führt. „Ein zu hoch eingestellter Sattel erhöht den Druck auf die Sitzknochen, da ein entscheidender Teil des Körpergewichts beim Treten nicht mehr durch die Beinmuskulatur getragen werden kann“, beschreibt Lara Cunico von Selle Royal das Problem. Durch ein verstärktes seitliches Abkippen des Beckens könne zudem die Bandscheibe sehr stark komprimiert werden. Im Alltag mit häufigen Stopps und Starts befördert ein größerer Sattelauszug Unsicherheitsgefühle, da der Abstand zum Boden vergrößert ist.

Schmerzpunkt drei: Sattelneigung

Um den Druck auf das Schambein zu verringern, neigen manche Radfahrer ihre Sattelspitze nach unten. Das geht allerdings zu Lasten der Rumpf- und Armmuskulatur. Man bekommt das Gefühl, vom Sattel zu rutschen. Rücken, Arme und Hände müssen zusätzliche Stützarbeit übernehmen: Schmerzen sind die häufige Folge. Kippt man den Sattel zu weit nach hinten, kann man mit Fuß- und Rückenschmerzen sowie Verspannungen am Hüftbeuger rechnen. „Der Sattel sollte deshalb möglichst waagrecht auf dem Rad montiert sein und nur um Nuancen individuell geneigt werden“, erklärt Tom Specht vom Fahrradhersteller Winora.

Lösung: Sattel richtig einstellen

Wer sich nun auf die Suche nach der passenden Satteleinstellung begibt, braucht zwei Werkzeuge: eine Wasserwaage und einen Inbusschlüssel bzw. alternativ ein Multitool (z. B. „Multitool“ von Schwalbe für 21,90 Euro oder „RAP-21“ von Lezyne für 34,95 Euro). Bevor die passende Sattelhöhe eingestellt wird, stellt man zuerst die Sattelneigung in die Waagrechte. Dazu löst man die Verschraubung des Sattels in der Sattelstütze, legt eine Wasserwaage auf den Sattel, richtet ihn aus und zieht ihn wieder fest. Um zu überprüfen, ob das Fahrrad gerade steht, legen Sie die Wasserwaage zuvor auf den Boden neben das Fahrrad.

Richtige Sattelhöhe bestimmen

Als nächstes wird die Sattelhöhe bestimmt: Als Richtwert für den Gelegenheitsradler eignet sich die sogenannte Fersenmethode, da sie ohne weitere Messgeräte auskommt. „Man braucht allerdings am besten einen Partner, der einen festhält, oder man lehnt sich gegen eine Wand“, gibt Specht als Tipp mit. Der Radfahrer setzt sich auf den Sattel und das Pedal steht am tiefsten Punkt. Die Ferse wird auf das Pedal gestellt und das Knie sollte nun durchgedrückt sein. Erreicht der Fahrer das Pedal nicht, muss der Sattel tiefer gestellt werden. Ist das Knie noch leicht gebeugt, muss man den Sattel höher stellen. Dafür wird die Schraube bzw. der Schnellspanner an der Sattelstütze geöffnet und die Sattelstütze nach Bedarf verschoben. „Sattelstützen mit einer aufgedruckten Skala sind hilfreich, um schnell die passende Einstellung zu finden“, weiß Tobias Erhard vom Komponentenspezialisten Sram. Wenn jetzt zusätzlich die Wirbelsäule zusammen mit der Beckenposition ein natürliches Hohlkreuz ergibt, sind Sie auf dem richtigen Weg. Haben Sie aber einen Rundrücken, steht das Becken falsch. Die Wirbelsäule kann nicht mehr „einfedern“ und Schmerzen treten auf.

Richtige Sattelposition finden

Dann heißt es nachjustieren, z. B. bei der Sattelposition. Dafür wird die Tretkurbel waagrecht ausgerichtet. Der Radfahrer setzt sich auf das Rad und begibt sich in die optimale Pedalposition. „Der Fußballen steht dabei auf Höhe der Pedalachse, das Knie ist am tiefsten Punkt leicht angewinkelt“, erklärt Stiener. Im Idealfall sollte nun das Lot von der Kniescheibe durch die vordere Pedalachse verlaufen. „Ist dies nicht der Fall, muss der Sattel am Gestell wenige Millimeter nach vorne bzw. hinten verrückt werden“, rät Cunico. Die richtige Sattelhöhe ist für sie ein wesentliches Kriterium, um anschließend den passenden Sattel zu finden, falls bei Radfahren weiterhin Schmerzen auftreten. Abschließend die Sattelhöhe nochmals überprüfen und beim Verschieben und Festziehen die waagrechte Neigung des Sattels beibehalten sowie die Schrauben nach den Drehmomentangaben anziehen. Also weder zu fest noch zu locker. Nach diesen einfachen Handgriffen kann die Fahrt losgehen.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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