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Feb 1 2017

Benchmark internationaler Produktionsstandorte

Die Neuauflage der Ingenics Studie zur optimalen Standortwahl steht zum Download bereit

Benchmark internationaler Produktionsstandorte

Die Studie wurde unter der Verantwortung von Ingenics CEO Prof. Oliver Herkommer erstellt. (Bildquelle: Ingenics AG)

(Ulm) – Mehr denn je ist die Entwicklung von Auslandsstandorten fester Bestandteil der Wachstumsstrategien vieler großer und auch immer mehr mittelständischer Unternehmen. Dabei spielen sowohl die Nutzung attraktiver Produktionsfaktoren als auch die Erschließung neuer Märkte in räumlicher Nähe zu wichtigen Kunden wichtige Rollen. Unbestritten ist, dass Industrieunternehmen die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs desto besser bewältigen, je gezielter sie die Chancen der Globalisierung zu nutzen verstehen. Aus diesem Grund hat Ingenics die erstmals 2015 veröffentlichte Studie „Benchmark internationaler Produktionsstandorte“ weiterentwickelt und aktualisiert.

Wer sich auf einen Produktionsstandort festlegt, ohne seine Entscheidung durch Heranziehung sämtlicher verfügbarer Informationen und Erkenntnisse abgesichert zu haben, handelt riskant. Von vornherein den richtigen Standort zu wählen, ist deshalb durchaus eine strategisch bedeutende Aufgabe.

Mit der Neuauflage der Studie „Benchmark internationaler Produktionsstandorte“ bietet die Ingenics AG ihren Kunden bei derartigen Herausforderungen mit Daten, Fakten, Bewertungen und Schlussfolgerungen eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Sie wurde unter der Verantwortung von Ingenics CEO Prof. Oliver Herkommer erstellt. „Ingenics stellt mit dieser neuen Studie vor allem den deutschen Industrieunternehmen wichtige Entscheidungshilfen zur Verfügung“, erklärt Prof. Oliver Herkommer.

Die aktualisierte Studie „Benchmark internationaler Produktionsstandorte“ steht ab sofort auf der Ingenics Webseite zum kostenfreien Download zur Verfügung unter: https://www.ingenics.de/download-studie-benchmark-2017

Deutschland ist der neue Benchmark, USA auf Platz zwei

Um Potenziale und Risiken einschätzen und fundierte Hilfe für Verlagerungsentscheidungen geben zu können, hat Ingenics mithilfe eines eigens entwickelten Modells die Wettbewerbsfähigkeit attraktiver Produktionsländer analysiert und aktuelle Entwicklungen recherchiert. Darüber hinaus wurden Studien aus vielen Ländern und Unternehmen sowie die makroökonomischen Kennzahlen analysiert, um auch die Frage, welche Länder in Zukunft als Produktionsstandorte an Bedeutung gewinnen werden, fundiert beantworten zu können.

Die USA und Deutschland stellen noch immer den Benchmark für Entscheidungen über Produktionsstandorte bezüglich der industriellen Wettbewerbsfähigkeit dar. Und noch wiegen die hohe Zulieferer- und Infrastrukturqualität sowie der zuverlässige und stabile politische und rechtliche Ordnungsrahmen schwer genug, um sich gegen „Newcomer“ zu behaupten. Dennoch holen einige aufstrebende Staaten auf: attraktive Mitspieler, die viele Voraussetzungen mitbringen, um den Etablierten in Zukunft die Benchmark-Position streitig machen zu können.

Neun der untersuchten dreizehn Länder konnten ihren „Score“ aus der früheren Studie verbessern, fünf davon – darunter Deutschland – sogar erheblich. Vier Länder blieben deutlich hinter ihrem früheren Ergebnis zurück. In der Rangfolge gibt es aber lediglich zwei Platzwechsel: Zum einen hat sich Deutschland an den USA vorbeigeschoben und ist nun in der Gesamtbetrachtung Benchmark für die Wettbewerbsländer. Zum anderen konnte Mexiko in die „Top Ten“ aufsteigen und Indonesien auf Rang elf verweisen. Mexiko hat zuletzt an Attraktivität und Qualität gewonnen – seiner geografischen Lage verdankt es die Rolle als prädestinierter Standort zur Erschließung der nord- und südamerikanischen Märkte. Ob das Land diese Position unter veränderten Bedingungen auf dem US-Markt halten können wird, lässt sich noch nicht beurteilen.

Konkrete Empfehlungen sind direkt ableitbar

Obligatorisch wird die Methodik zur Bewertung der Qualität der ausgewählten Standorte in den Potenzialländern sowie der detaillierten Gegenüberstellung der ermittelten Studienergebnisse beschrieben. Zusätzliche Bedeutung gewinnt die Studie durch die Verknüpfung mit dem Produkt „Ingenics Strategische Bedarfsanalyse“, mit dessen Hilfe Berater und Kunden auf der Basis standardisierter Tools gemeinsam die geeigneten Maßnahmen für die Absicherung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ermitteln. Vor allem aber gibt die Studie Aufschluss darüber, welche Länder in der nahen und mittleren Zukunft eine herausragende Bedeutung als Produktionsstandorte haben werden.

Um die Entwicklung, den aktuellen Stand und die Prognosen vergleichbar zu halten, wurden dieselben Produktionsstandorte wie zuletzt analysiert und dieselbe Berechnungsmethodik angewendet. Das Ranking zeigt im Vergleich zum Benchmark, wie einzelne Länder z. B. bezüglich der Kategorien Kosten oder Personalverfügbarkeit aufgestellt sind. Bedeutende Entwicklungen innerhalb der vergangenen beiden Jahre werden aufgezeigt und Trends abgeleitet. Die Fragestellung wird stets von speziellen Branchenanforderungen, individuellen Unternehmenszielen und Visionen bestimmt. Bei Betrachtung aller unternehmensspezifischen Gegebenheiten und vor dem Hintergrund konkreter Verlagerungsmotive können dann konkrete Empfehlungen erfolgen.

Die Benchmark-Standorte müssen sich auf stärker werdende Wettbewerber einstellen. „Es ist keine Frage, dass sich etablierte Akteure wie Deutschland und die USA in zunehmendem Maße mit Wettbewerbern auseinandersetzen müssen, die ihnen in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit und Standortqualität den Rang abzulaufen versuchen“, erklärt Prof. Oliver Herkommer. „Es wird aber auch deutlich, dass gerade Deutschland, etwa im Bereich komplexer Produktionsstrukturen, und die USA, vor allem bei energieintensiven Herstellungsprozessen, sehr gute Karten haben.“

Die Bedeutung der Identifikation signifikanter Faktoren für die Bewertung der Standortqualität eines Landes kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. „Für die Schaffung einer strategisch optimalen Ausgangsposition im Wettbewerb sind proaktive Analysen unverzichtbar“, so Prof. Herkommer. „Mit dieser Studie stellen wir einen Guide zur Verfügung, der Fehlentscheidungen bereits in einer frühen Phase unwahrscheinlich macht.“ Die Struktur der Studie mache es auch möglich, aus dem Verlagerungsmotiv entsprechende Rückschlüsse zu ziehen. So könnten Unternehmen auf der Basis von reellen Daten und Fakten optimale Lösungen erarbeiten. „Wenn das in Zusammenarbeit mit Ingenics geschieht, profitiert der Kunde darüber hinaus von unserer langjährigen intensiven Beschäftigung mit dem Thema Standortwahl.“

Über Ingenics
Ingenics berät Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese drei Kernleistungen erbringt Ingenics in den drei Bereichen Fabrik, Logistik und Organisation und steht deshalb für Effizienzsteigerung [hoch 3]. Eine dezidierte Industrie 4.0 Expertise, ein erwartungsgerechtes Interim-Management sowie bedarfsorientierte Ingenieurs- und Servicedienstleistungen runden das Leistungsportfolio ab.
Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 495 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.450 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Sep 30 2016

Digitale Transformation bietet zusätzliche Chancen

Neue Studie von Ingenics und Fraunhofer IAO, „Industrie 4.0 – Wo steht die Revolution der Arbeitsgestaltung?“ zum Download bereitgestellt

Digitale Transformation bietet zusätzliche Chancen

Studie Titelgrafik (Bildquelle: © Devrimb – iStockphoto.com)

(Ulm/Stuttgart) – Die Ergebnisse der zweiten großen Industrie 4.0-Studie, die Ingenics gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO durchgeführt hat, stehen jetzt für alle Interessenten zum Download bereit. Unter dem Titel „Industrie 4.0 – Wo steht die Revolution der Arbeitsgestaltung?“ wurden die Antworten von 844 Entscheidern in Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen ausgewertet und interpretiert.

Wenn im Herbst 2016 von Industrie 4.0 die Rede ist, wird man nur noch notorische Nörgler und chronisch Uninformierte vom „Hype“ sprechen hören, der „sowieso bald wieder abebbt.“ Inzwischen gibt es kaum noch industrielle Bereiche und Branchen, die von Veränderungen durch die „Smart Factory“ nicht betroffen sind.

Als Ingenics und IAO vor genau zwei Jahren die erste gemeinsame Studie zum Thema vorlegten, war zwar der Begriff schon in aller Munde; dennoch waren die Vorstellungen, worauf das alles hinauslaufen würde, noch reichlich diffus. Wirft man heute einen Blick auf den aktuellen Umsetzungsstand auf dem betrieblichen Hallenboden (Shopfloor), bietet sich ein ganz anderes Bild: Im Sommer 2016 gaben mehr als 800 der befragten Unternehmensvertreter an, über 2.700 Industrie 4.0-Anwendungsfälle umgesetzt zu haben. Diese Größenordnung zeige, dass die bisweilen angeprangerte Verhaltensstarre deutscher Unternehmen bei der Umsetzung von IT-Innovationen in der Produktion einer Aufbruchsstimmung gewichen sei, diagnostizieren Prof. Oliver Herkommer, Vorstandsvorsitzender der Ingenics AG und Dozent an der Hochschule Neu-Ulm, und Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart IAT.

Diese Einschätzung wird durch nachweisbare Durchlaufzeitreduzierungen und Kostensenkungen im zweistelligen Prozentbereich bei verbesserter Prozessqualität eindrucksvoll belegt. „Grund genug, auf dem Erreichten aufzubauen und die digitale Vernetzung in den Unternehmen weiter voranzutreiben“, wie die beiden Professoren meinen. Dass eine Vielzahl weiterer Herausforderungen zu bewältigen sind, versteht sich: „Eine klare Darstellung des wirtschaftlichen Nutzens von Industrie 4.0-Projekten wird weiterhin ebenso benötigt wie die gezielte fachliche und überfachliche Qualifizierung der Mitarbeiter. Denn nur mit ihnen wird eine großflächige und nachhaltig erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 auf dem betrieblichen Hallenboden gelingen.“

Wo Unternehmen noch zögern, liegt es meist am mangelnden Fachwissen und an fehlenden Fachkräften

Für die aktuelle Untersuchung setzten Ingenics und IAO von vornherein ganz auf eine Online-Befragung der Entscheider. „Von April bis Juni 2016 wurden drei Monate lang 844 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet“, erklärt Dr.-Ing. Sebastian Schlund, Leiter des Competence Centers Produktionsmanagement am IAO. „Damit hatten wir nach zuletzt 518 Teilnehmern eine Steigerung bei den Teilnehmern um über 60 Prozent, was die Datenbasis natürlich noch einmal verbessert hat.“

Alle Interessenten können die Studie „Industrie 4.0 – Wo steht die Revolution der Arbeitsgestaltung?“ ab sofort unter www.ingenics.de/I40-studie-2016 downloaden.

Darin, dass sich, im Vergleich zur ersten Ingenics IAO Studie, mehr als die 1,6fache Zahl von Führungskräften beteiligten und auch das Branchenspektrum sehr viel breiter ist, sieht Dr. Jens Nitsche, Ingenics Director Research & Development, eine klare Positionierung hinsichtlich der Bedeutung von Industrie 4.0. „Zu den wichtigsten Ergebnissen der erfassten Projekte gehören die verbesserte Transparenz und Informationsbereitstellung sowie die reduzierten Durchlaufzeiten.“ Die Zahlen zu den kleineren Projekten bewiesen, wie wichtig es sei, erste Pilotanwendungen zu initiieren, die in aller Regel auch Hinweise darauf gäben, wo es sich weiterzumachen lohne. „Wir sind ja längst umgeben von Industrie 4.0-Ideen und -Anwendungen, die ebenso von großen Industrieunternehmen kommen wie von innovationstreibenden Mittelständlern.“ Wo Unternehmen sich noch nicht an die Umsetzung von IT-Innovationen in der Produktion wagten, seien als Haupthemmnisse Unsicherheit bezüglich des wirtschaftlichen Nutzens und mangelndes Fachwissen bzw. fehlende Fachkräfte angegeben worden.

Bei den „Ulmer Gesprächen“ (20. Oktober 2016) zum Thema „Vision wird Wirklichkeit – intelligente Lösungen für die digitale Transformation von Montage, Produktion und Logistik durch Industrie 4.0“ wird die neue Studie selbstverständlich auch diskutiert werden

Über Ingenics
Ingenics berät Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese drei Kernleistungen erbringt Ingenics in den drei Bereichen Fabrik, Logistik und Organisation und steht deshalb für Effizienzsteigerung [hoch 3]. Eine dezidierte Industrie 4.0 Expertise, ein erwartungsgerechtes Interim-Management sowie bedarfsorientierte Ingenieurs- und Servicedienstleistungen runden das Leistungsportfolio ab.
Zu den Ingenics Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist Ingenics für Großunternehmen wie für den Mittelstand auch ein gefragter Partner für weltweite Suche, Wahl, Planung und Realisierung neuer Produktionsstandorte, beispielsweise in Mexiko, China, den USA und Osteuropa.
Derzeit beschäftigt Ingenics 455 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.300 Projekte erfolgreich abgeschlossen.

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Jan 28 2016

Industrie 4.0 für den mittelständischen Shopfloor

Ingenics ist Projektpartner der BMBF-Fördermaßnahme MyCPS

Industrie 4.0 für den mittelständischen Shopfloor

Oliver Herkommer CEO Ingenics AG

(Ulm/Stuttgart/Berlin) – Zur nachhaltigen Stärkung des deutschen Mittelstands hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Themenbereich „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ zum 1. Januar 2016 die Fördermaßnahme „Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical Systems (MyCPS)“ gestartet. Deutschland müsse „sich zum Leitmarkt für Industrie-4.0-Lösungen entwickeln“, fordert das Ministerium. Ziel von MyCPS – das sich als Beitrag zur neuen Industrie 4.0-Plattform der Bundesregierung versteht – ist die Erarbeitung und pilothafte Erprobung systematischer Vorgehensweisen zur praktikablen, auf den Menschen zentrierten Umstellung (Migration) digitalisierter Produktionsprozesse hin zu cyber-physischen Systemen (CPS). Die Koordination hat das Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) übernommen; die Ingenics AG wird als Projektpartner ein Modell zur Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen entwickeln.

Der innovationsstarke Mittelstand gilt als das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft und als Garant sowohl für technische Leistungsfähigkeit als auch für weitblickende unternehmerische Initiative. Die mit Jahresanfang gestartete BMBF-Fördermaßnahme im Themenbereich „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ unter der Überschrift „Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical Systems (MyCPS)“ möchte, dass der Mittelstand jetzt aus den bisherigen Forschungsergebnissen Nutzen zieht und nachhaltige Wettbewerbsvorteile generiert. Deutschland müsse „sich zum Leitmarkt für Industrie-4.0-Lösungen entwickeln, als weltweit führender Anbieter für Teil- und Komplettsysteme und als kompetenter Nachfrager für Industrie 4.0-Lösungen auftreten“ fordert das Ministerium in der Projektdefinition.

Aus Betroffenen sollen Beteiligte werden

Untersucht werden unter anderem die „Entwicklung soziotechnischer Systeme, in die an der Wertschöpfung beteiligte Personen, Maschinen, IK-Technologien und Produkte genauso wie Geschäftsmodelle, Standards und Normen eingebunden sind.“ Die „in zahlreichen Branchen entstehenden Musterlösungen innerhalb von Wertschöpfungsketten und mit verschiedenen Wettbewerbsstrategien“ sollen als Teile von Gesamtstrategien begriffen werden.

Abgesehen von Insellösungen in abgeschlossenen Testumgebungen, stehe „eine breite Anwendung von Industrie 4.0 auf dem betrieblichen Hallenboden“ noch aus, so das BMBF. Ein Grund dafür sei, dass sich bisherige Ansätze nur auf die Gestaltung der notwendigen technischen Lösungen in den Fabriken konzentrierten, während die direkt betroffenen Mitarbeiter in Produktion und Logistik kaum in die Konzeption und Gestaltung innovativer Lösungen eingebunden seien. „Aus Betroffenen müssen jedoch Beteiligte werden, um eine langfristig erfolgreiche Umsetzung zu erzielen“ lautet die daraus abgeleitete Forderung.

So ist das Ziel des Projekts MyCPS (Volumen: 6,6 Mio Euro; davon 3,5 Mio Euro BMBF-Förderung bis 31.12.2018) die Erarbeitung und pilothafte Erprobung systematischer Vorgehensweisen zur praktikablen, auf den Menschen zentrierten Umstellung („Migration“) digitalisierter Produktionsprozesse hin zu cyber-physischen Systemen.

In Kooperation mit den Sozialpartnern sollen die Informationssicherheit und der Datenschutz sichergestellt werden. Um die für den Anwendungserfolg notwendige Vertrauensbasis zu schaffen, stelle man die Einbindung der Mitarbeiter in die gemeinsame Gestaltung, Nutzung und Weiterentwicklung der Lösungen in den Mittelpunkt.

Je mehr Digitalisierung, desto wichtiger das Vertrauen zwischen Unternehmen und Mitarbeitern

Als Projektkoordinator formuliert Prof. Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, IAO, die konkrete Forschungshypothese: „Persönliche Daten gewinnen an Relevanz, entsprechend müssen neue Vertrauensgrenzen definiert und die Verwendung der Daten geregelt werden. Wir gehen davon aus, dass Vertrauen und Partizipation mit zunehmender Digitalisierung der Produktion zwischen Unternehmen und Mitarbeitern weiter an Bedeutung gewinnen werden. Dies wird schon deshalb notwendig werden, damit am Standort Deutschland neue digitale Möglichkeiten in den Produktionsprozessen schnell und innovativ umgesetzt werden können.“

Ingenics entwickelt Modell zur Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen

Beim Projektpartner Ingenics AG, dessen Beitrag die Entwicklung eines Modells zur Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen sein wird, freut man sich auf die erneute Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO, mit dem gemeinsam man 2014 die viel beachtete Studie „Industrie 4.0 – eine Revolution der Arbeitsgestaltung?!“ durchgeführt hatte. „Es ist jetzt besonders wichtig, praxisnahe Lösungen für den Mittelstand zu finden bzw. einen Leitfaden zu erstellen, der den Unternehmen konkrete und in kurzer Zeit zu erreichende Wettbewerbsvorteile schafft“, erklärt Ingenics CEO Prof. Oliver Herkommer. „Unser Modell zur Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen soll entscheidend dazu beitragen, dass sich die mittelständischen Unternehmen mit kalkulierbarem Aufwand in Richtung Industrie 4.0 bewegen können.“

Arbeit wird sich noch einmal dramatisch verändern

Was hat man sich nun unter dem „Modell zur Einführung und Bewertung innovativer Organisationsformen“ von Ingenics vorzustellen? „Wir wollen den Nutzen von Industrie 4.0 in der Einführung herausarbeiten und einen Leitfaden für die Implementierung auf dem Shopfloor erstellen, was auch bedeutet, Mitarbeitern in der Produktion und im unmittelbaren Produktionsumfeld ein abstraktes Thema praktisch nahezubringen“, erklärt Dr. Jens Nitsche, Partner und Leiter R&D bei Ingenics.

Aus der Beraterperspektive versteht es sich von selbst, dass dazu eine standardisierte Methode zur Potenzialabschätzung von Industrie 4.0-Anwendungsfällen gehört. „Es ist Teil unserer Aufgabe, ein verlässliches Instrument zur Chancen-Risiken-Untersuchung zu entwickeln“, so Dr. Nitsche. Das bedeute aber keine Abkehr von der Erkenntnis, dass es für die Industrie 4.0-Einführung keine Rezepte von der Stange gibt. „Wir haben in vielen Diskussionen festgestellt, dass sich der Mittelstand mit der Umsetzung noch sehr zurückhält. Was die Integration der Mitarbeiter betrifft, klafft da ein ganz großes Loch zwischen den Ansprüchen aus dem Management und dem realen Zustand auf dem Shopfloor. Vom Werker bis zum Meister gibt es Ängste, und es geht ja auch tatsächlich darum, dass sich die Arbeit noch einmal dramatisch verändern wird.“

Migrations-Toolbox – in drei Jahren zu neuen Strategien in der Produktion

Das BMBF geht davon aus, dass die Akzeptanz für zukunftsfähige Lösungen dadurch hergestellt wird, dass Unternehmen prototypische Industrie-4.0-Lösungen für Fertigung, Montage, innerbetriebliche Logistik und Produktionssteuerung als Kernbereiche der industriellen Wertschöpfung verwirklichen. „Dazu werden die Rollen, Aufgaben und Funktionen der Mitarbeiter in einem ,Menschenbild“ modellhaft abgebildet und in das geplante ganzheitliche Vorgehenskonzept für die beteiligungsorientierte Gestaltung menschzentrierter CPS überführt. […] Es werden Strategien für die Ausweitung von Industrie 4.0- Technologien auf das gesamte Unternehmen und deren Zusammenspiel abgeleitet“, heißt es in der Projektbeschreibung. Insbesondere auch im Mittelstand anwendbare Methoden, Modelle und Hilfsmittel sollen Unternehmen als „Migrations-Toolbox in Form einer interaktiven Internet-Plattform“ zur Verfügung gestellt werden. „Die Toolbox enthält Strategien und Vorgehensweisen zur Analyse, Planung, Realisierung und Bewertung von Anwendungsfällen für die erfolgreiche Durchführung betrieblicher Projekte. Darüber hinaus entstehen kommerziell nutzbare Softwareinstrumente für die Einführung menschzentrierter CPS in produzierenden Unternehmen…“

Leitfaden statt Standardprozess

Die 4.0-Experten bei Ingenics sind nach wie vor davon überzeugt, dass es für die Digitalisierung der Produktion und der produktionsnahen Bereiche keine „Plug-and-play-Lösung“ geben kann. So darf die Idee einer Migrations-Toolbox keinesfalls als Relativierung früherer Statements verstanden werden. Statt der Idee einer Lösung für alle Fälle nachzuhängen, gelte es, sämtliche Maßnahmen als Teile eines Gesamtkonzeptes verständlich und transparent zu machen. „Tatsächlich ist gerade die Migrations-Toolbox ein modulares Konzept, das hilft, Strategien und Lösungen maßgeschneidert auf die einzelnen Anwendungsfälle abzustimmen und Faktoren wie die Wertschöpfungstiefe, die Einbeziehung von Zulieferern und Dienstleistern etc. individuell zu handeln“, so Dr. Nitsche. „Wir brauchen einen Leitfaden wenn wir das auf den Shopfloor herunterbrechen, allerdings nicht im Sinne einer Handlungsanweisung für einen Standardprozess, den ich auf Knopfdruck abfahren kann.“

Die Ingenics AG ist ein international tätiges innovatives technisches Beratungsunternehmen, das weltweit erfolgreich führende Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsaufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette berät. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Kernbereichen Fabrik, Logistik und Organisation. Zu den Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist die Ingenics AG ein gefragter Partner für die Planung und Realisierung weltweiter Produktionsstandorte, beispielsweise in Indien, China, den USA und Osteuropa. Derzeit beschäftigt Ingenics 420 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.100 Projekte erfolgreich durchgeführt. Ingenics begleitet seine Kunden durch das komplette Projekt, von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung der Pläne.

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