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Dez 14 2018

Borreliose 2018 – bis zu 40 Prozent mehr Infektionen in Bayern und Rheinland-Pfalz

Selbst Flächenländer wie NRW, Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg verweigern die Meldepflicht.

Borreliose 2018 - bis zu 40 Prozent mehr Infektionen in Bayern und Rheinland-Pfalz

Ganzjährig auf der Suche nach Blut (Bildquelle: Heidi Polack)

14.12.2018. BFBD. Münster. Ursprünglich sollte in Bayern die für Borreliose auf fünf Jahre befristete Meldepflicht im Februar 2018 ablaufen; doch dann kam es ziemlich dick in diesem Bundesland: Bis Anfang Dezember 2018 hatte sich die Zahl der ärztlichen Meldungen von 3536 in 2017 auf knapp 5.000 Borreliosefälle um rund 40 Prozent erhöht. Die meisten kamen aus den Urlaubsregionen Mittelfranken, Niederbayern und Oberbayern. Der Freistaat hat daraufhin die Meldepflicht auf sechs weitere Jahre ausgedehnt.
In einigen anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl der Borrelioseerkrankungen ebenfalls um knapp 40 Prozent, im Saarland verdoppelte sie sich im Vergleich zum Vorjahr. Die landschaftlichen Voraussetzungen für Zeckenbefall sind zwar vergleichbar, die Meldekriterien der einzelnen Bundesländer, wo Meldepflicht besteht, sind jedoch leider unterschiedlich.
Die neuen Zahlen:
Denkwürdig ist, dass sich gerade die flächengrößten Bundesländer wie Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen der Meldepflicht verschließen; denn gemessen an den Einwohnerzahlen würden die Gesamtzahlen für Borreliose allein in Deutschland explodieren. Die landschaftlichen Voraussetzungen für Zeckenbefall sind zwar vergleichbar, die Meldekriterien der einzelnen Bundesländer jedoch unterschiedlich.
Bundesland Mio-Einwohner201746/2018
Bayern12,835364882
Berlin 3,5 763 717
Brandenburg 2,517591486
Mecklenburg-Vorpommern 1,61090 787
Rheinland-Pfalz 4,010831521
Saarland 0,9 196 372
Sachsen 4,018822001
Sachsen-Anhalt 2,2 573 495
Thüringen 2,1 450 534
Quellen: Robert Koch-Institut (RKI), Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Denkwürdig ist, dass sich gerade die flächengrößten Bundesländer wie Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen der Meldepflicht bisher verschließen; entsprechend den Einwohnerzahlen würden die Gesamtzahlen für Borreliose allein in Deutschland wohl explodieren. In Baden-Württemberg wäre unter Zugrundelegung der Meldekriterien für Bayern mit einer Infektionszahl von wenigstens 4000, in NRW mit knapp 7000 zu rechnen. Von einer Epidemie zu sprechen, ist daher nicht unangemessen, zumal die Altinfektionen und Betroffene, die wegen zu später oder zu kurzer Behandlung weiter an den Auswirkungen leiden, noch gar nicht dabei sind.
Auch in anderen EU-Mitgliedstaaten herrscht Unklarheit. Abgeordnete aus Irland, Frankreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Luxembourg, Kroatien, Belgien, Rumänien, Schweden, Großbritannien, Finnland, Österreich, der Niederlande und sogar aus Griechenland trugen am 15. November die unzureichende Versorgung der Patienten und die nicht vorhandene Datenlage im EU-Parlament vor. In der EU geht man von rund einer Million jährlicher Borreliosefälle als Schätzung aus. Genaues weiß man nicht. Das ist angesichts des Ernstes der Erkankung und der persönlichen und finanziellen Folgen für Betroffene und Gemeinwesen nicht mehr verantwortbar.
Der Borreliose und FSME Bund unterstützt und fordert daher seit Jahren eine bundesweite, einheitliche und erweiterte Meldepflicht für Borreliose.
Die Forderung nach einer europäischen Meldepflicht wurde bereits 2003 und 2009 vorgetragen, ohne dass sich etwas geändert hat. Die Mitgliedstaaten gaben keine Meldungen ab. Deutschland könnte das mangels einer generellen Meldepflicht sowieso nicht. Das Bundesgesundheitsministerium und die Sozialminister der sieben nichtmeldepflichtigen Länder sind noch immer der Meinung, dass Borreliose nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sei, obwohl die WHO das Gegenteil bestätigt hat.
Dr. Astrid Breinlinger
Vorsitzende
Tel. 07633 – 9380272
E-Mail: vorstand@borreliose-bund.de
www.borreliose-bund.de

*Der Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. (BFBD) ist seit 1994 eine gemeinnützige Patientenorganisation.

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Dez 4 2018

Bewegungszeugnis zeigt Defizite in Deutschland

Inaktiver Lebensstil von Kindern und Jugendlichen

Bewegungszeugnis zeigt Defizite in Deutschland

Foto: stock.adobe.com / Robert Kneschke (No. 6086)

sup.- Zeugnisnoten für sportliche Leistungen: So etwas erhalten nicht nur Schüler, sondern auch ganze Nationen. Seit 2014 vergibt die internationale Gesundheits-Initiative „Active Healthy Kids Global Alliance“ ein Bewegungszeugnis an mittlerweile rund 50 Staaten auf der ganzen Welt. Dafür werden in den Ländern die körperlichen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen ebenso untersucht wie beispielsweise die Dauer ihrer sitzenden Beschäftigungen oder die Art, wie der Schulweg zurückgelegt wird. Auch das Vorbildverhalten der Eltern, die Ausstattung der Gemeinden mit Spielplätzen, Parks und Radwegen sowie die schulischen Sportangebote werden unter die Lupe genommen. Deutschland, das in diesem Jahr erstmals an der globalen Zeugnisvergabe teilgenommen hat, zählt mit seiner Benotung leider nicht zu den Klassenbesten. Im Gegenteil: Hierzulande kommen nur rund 20 Prozent der Kinder auf die eine Stunde moderater bis intensiver körperlicher Aktivität, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als tägliche Mindestdauer empfohlen wird. Stattdessen verbringen 80 Prozent mehr als zwei Stunden vor dem Fernseher, Computer oder Smartphone. Damit sind die deutschen Kids im Vergleich zu ihren Altersgenossen in vielen anderen Ländern wahre Bewegungsmuffel.

„Dreimal nur knapp besser als mangelhaft – Deutschland ist versetzungsgefährdet“, so fasst Prof. Yolanda Demetriou von der Technischen Universität München, die die Untersuchungen in Deutschland geleitet hat, die alarmierende Benotung zusammen. Angesichts der Studienergebnisse warnt die Sport- und Gesundheitspädagogin vor den Folgen der körperlichen Inaktivität: „Wer sich als Kind zu wenig bewegt, bei dem besteht ein hohes Risiko, dass er dies auch als Erwachsener tut. Das wiederum begünstigt die Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Herzinfarkt oder Schlaganfall.“ Um das Bewegungs- und Sitzverhalten, das sich in den schlechten Noten für Deutschland widerspiegelt, wirksam zu verändern, müssen nicht nur die Rahmenbedingungen gegeben sein. Denn was das Potenzial durch organisierte Sportvereine, Sportstätten und den Schulsport anbelangt, schneidet Deutschland im internationalen Vergleich sogar gut ab. Was aber offensichtlich vielen Kindern und Jugendlichen fehlt, sind praktische, jederzeit umsetzbare Bewegungsangebote im Alltag. Hier sind Lehrer, Erzieher und vor allem die Eltern gefordert. Online-Ratgeber wie www.pebonline.de oder www.komm-in-schwung.de bieten dabei Hilfestellung sowie wertvolle Anregungen für einen aktiven Lebensstil.

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Okt 29 2018

Sitzendes Hänschen wird träger Hans

Kindlicher Bewegungsmangel prägt das Leben

Sitzendes Hänschen wird träger Hans

Foto: Fotolia / steheap (No. 6076)

sup.- „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ heißt eine traditionelle pädagogische Regel. Sie gilt allerdings nicht nur für das Erlernen von Umgangsformen. Der gesamte Lebensstil von Erwachsenen wird maßgeblich im Kindesalter geprägt. Das Robert Koch-Institut unterstreicht mit der KiGGS-Studie, dass körperliche Aktivität im Kindesalter der beste Einstieg in ein vitales Leben ist. Bewegung wirkt unmittelbar positiv in der Wachstumsphase für die psychische wie auch physische Gesundheit. Das Herz wird gestärkt, die Knochendichte erhöht, die Kinder sind seltener übergewichtig und fühlen sich psychisch wohler. Das stärkt nicht nur langfristig die Gesundheit. Aktive Jugendliche werden in der Regel auch zu bewegungsfreudigen Erwachsenen. Wer als Jugendlicher dagegen die meiste Zeit still sitzend mit Videospielen verbringt, hat eine große Chance, zu einem trägen Erwachsenen mit entsprechend negativen Folgen für das Wohlbefinden zu werden.

Täglich mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität empfiehlt die WHO für Kinder und Jugendliche. Die Realität ist ernüchternd. Obwohl sogar fast 60 Prozent in einem Sportverein Mitglied sind, erreichen rund 72 Prozent der Kinder und Jugendlichen keine ausreichende körperliche Bewegung. Die intensive Mediennutzung vom Fernsehen über Internet bis zur Spielkonsole sorgt für lange Phasen der Inaktivität.

Die Förderung eines vitalen Lebensstils sollte wesentlicher Bestandteil von nationalen Public-Health-Maßnahmen sein. Die größte Verantwortung für ihren Nachwuchs tragen allerdings nach wie vor die Eltern, die mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Nachwuchs motivieren sollten. Da bereits im Vorschulalter die Hälfte der Kinder und sogar zwei Drittel der Kinder im Grundschulalter nicht ausreichend körperlich aktiv sind, muss die Förderung eines bewegungsintensiven Lebensstils sehr früh ansetzen. Im Internet gibt es zahlreiche Informationsangebote. Hilfe zum Thema Internet- und Computernutzung finden Erziehungsberechtigte beispielsweise unter www.computersuchthilfe.info. Wertvolle Tipps zur „Mobilmachung“ innerhalb der Familie bieten Ratgeber-Portale wie www.pebonline.de oder www.komm-in-schwung.de.

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Okt 8 2018

Volkskrankheit COPD ist eine Systemerkrankung

Nicht nur Beeinträchtigung der Lungenfunktionen

Volkskrankheit COPD ist eine Systemerkrankung

Foto: Fotolia / psdesign1 (No. 6070)

sup.- Zu den weniger bekannten, aber umso gefährlicheren Volkskrankheiten gehört die Lungenkrankheit COPD. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass diese chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung bis zum Jahr 2050 weltweit die vierthäufigste Todesursache sein wird – nach der koronaren Herzerkrankung, dem Schlaganfall sowie HIV/AIDS. Auch wenn eine Heilung von COPD bislang nicht möglich ist, so hat es in den letzten Jahren doch eine Reihe medizinischer Fortschritte gegeben, um die Lebensqualität der Betroffenen zu stabilisieren bzw. zu verbessern. Eine medikamentöse Behandlung über Inhalationssysteme kann dadurch heute genau auf das jeweilige Stadium des Krankheitsverlaufs angepasst werden.

Diese individuellen Therapie-Lösungen, die eine konsequente Diagnostik durch den Facharzt erfordern, sind umso wichtiger, als COPD eine so genannte Systemerkrankung ist. Das bedeutet, dass es über die Probleme mit der Lunge hinaus meistens zu einer Ausweitung der körperlichen Beeinträchtigungen kommt. Die eingeschränkten Atemwegsfunktionen sowie die für das Krankheitsbild typischen Entzündungsreaktionen in den Bronchien sind nämlich auch Risikofaktoren für eine Reihe von Begleiterkrankungen mit weiteren belastenden Symptomen. Dazu zählen z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Veränderungen der Muskelmasse und Knochendichte, Diabetes, Osteoporose, Harninkontinenz, Gewichtsverlust sowie nicht zuletzt schwere Angststörungen und Depressionen.

Rund 80 Prozent der COPD-Patienten leiden an mindestens einer dieser zusätzlich behandlungsbedürftigen Krankheiten. Im höheren Alter wird die Lebensqualität der Betroffenen oft sogar von drei oder mehr Begleiterkrankungen belastet. Nicht zuletzt diese Auswirkungen der COPD als Systemerkrankung sprechen für einen medikamentösen Therapieansatz, der neben bronchienerweiternden auch anti-entzündliche Wirkstoffe umfasst. Eine Fixkombination (Trimbow) mit drei maßgeblichen Substanzen für diese Medikamentation kann heute über einen einzigen Inhalator eingenommen werden. Für ohnehin mehrfach geschwächte Patienten mit schwerem Krankheitsbild erleichtert diese Kombination den Schutz vor den gefürchteten Exazerbationen, also akuten Krankheitsschüben mit oft über mehrere Tage erhöhter Atemnot.

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Jun 11 2018

Kinder sitzen sich krank

Fatale Bewegungsarmut bei Heranwachsenden

Kinder sitzen sich krank

Grafik: komm-in-schwung.de (No. 6038)

sup.- Wer kann sich noch an die Zeiten erinnern, in denen Kinder jede freie Minute zum Toben und Spielen im Freien nutzten und in ihrer Bewegungsfreude kaum zu bremsen waren? Von diesem idyllischen Bild sind die heutigen Heranwachsenden weit entfernt. Im Alter von drei bis 17 Jahren erfüllen 77,6 Prozent der Mädchen noch nicht einmal die Mindest-Bewegungsempfehlung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) von wenigstens 60 Minuten mäßig bis anstrengender körperlich-sportlicher Aktivität am Tag. Nur wenig besser sieht es bei den Jungen aus, bei denen die bedenkliche Bewegungsarmut auf 70,6 Prozent zutrifft. Zu diesem Ergebnis kommt die KIGGS Welle 2 (2014 bis 2017), eine Folgeerhebung des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Dabei zeigte sich erneut, dass das Bewegungsdefizit mit steigendem Lebensalter kontinuierlich ausgeprägter wird. Während bei den drei- bis sechs-jährigen Mädchen immerhin noch 42,5 Prozent der Minimalanforderung entsprechen, sind es bei den 14- bis 17-Jährigen nur noch 7,5 Prozent. Im gleichen Alter kommen Jungen auf 48,9 Prozent bzw. auf 16 Prozent. Der Rückgang an körperlicher Aktivität fällt bei ihnen somit nicht ganz so fatal aus.

Unbestritten und durch zahlreiche Untersuchungen belegt ist jedoch, dass ein bewegungsfreudiger Lebensstil insbesondere in den Entwicklungsphasen Kindheit und Jugend einen unersetzlichen und nicht wieder aufholbaren Stellenwert für die physische, psychische sowie soziale Gesundheit hat. Chronische Defizite an körperlicher Aktivität haben lebenslange Konsequenzen zur Folge. Bewegungsförderung sollte deshalb ein zentrales Anliegen der Kitas und Schulen sein, vor allem aber auch der Eltern, die großen Einfluss auf das Freizeitverhalten ihrer Kinder nehmen können. „Gemeinsam den Alltag körperlich aktiv gestalten und Freude an sportlichem Engagement vorleben und vermitteln, sollte die Devise lauten“, fordert Dr. Axel Armbrecht (Institut für Bewegungstherapie, Eutin), der sich für diese Einstellung als Experte u. a. auf den Ratgeberportalen www.komm-in-schwung.de sowie www.familienaufstand.de stark macht.

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Mai 22 2018

Expertenforum zur Patientensicherheit in der USI ( Università della Svizzera italiana)

Expertenforum zur Patientensicherheit in der USI ( Università della Svizzera italiana)

Sir Liam Donaldson, Yvonne Willems Cavalli, James Titcombe, Prof. Dr. Annegret Hannawa, 15.05.2018

Beim Expertenforum zur Patientensicherheit in der USI ( Università della Svizzera italiana) in Lugano, Schweiz, wurden am 15. Mai 2018 Verbesserungsvorschläge diskutiert. Auf dem Podium kamen alle Beteiligten zusammen: Politiker, Ärzteschaft, Pflege, Pharmazeutiker, Patienten.

Sir Liam Donaldson ist Kanzler der Universität Newcastle und wurde bekannt als Gründer und Leiter der WHO World Alliance for Patient Safety. Er gilt als Herz, Kopf und Gründungsvater der internationalen Patientensicherheit. Sir Liam wurde vom Rektor der USI, Prof. Boaz Eres, als Ehrengast begrüßt. Der Brite beschrieb das Problem als universal: jedes Land weltweit, ob hochentwickelt wie die Schweiz und Deutschland oder als sogenanntes Entwicklungsland in Asien und Afrika – alle müssten dringend die Patientensicherheit verbessern. Dabei sind die gravierenden Folgen mindestens seit Mitte der 1990er Jahre bekannt: 1 von 10 Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, erleidet dort einen Fehler in der Pflege oder Behandlung.
Woran liegt das? Sir Liam Donaldson gab zu Beginn der Experten-Diskussion die Antwort: „Wir sind nicht gut darin, Probleme zu lösen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Patienten bedrohen.“

Wir müssen also besser werden. Andere Branchen sind da viel weiter: obwohl in der Luftfahrt „nur“ 1 von 10 Millionen Menschen stirbt, bekommen wir Sicherheitshinweise in die Hand und haben oft genug ein mulmiges Gefühl, wenn wir in´s Flugzeug steigen (obwohl wir als Passagier nicht helfend eingreifen könnten). Im Gesundheitswesen könnten wir als Patienten sogar selbst zur Sicherheit beitragen, wenn wir nur wüßten, dass das gewollt ist. Nötig ist es auf jeden Fall.

Prof. Dr. Annegret Hannawa, Director of CAHQS, Faculty of Communication Sciences, USI Lugano, wird konkreter: „Bis zu 80% der schweren Schadensfälle werden durch unsichere Kommunikation verursacht; das bedeutet in Zahlen, dass 4 Patienten täglich in Schweizer Krankenhäusern sterben, nicht wegen einer Krankheit, nicht wegen schlechter Versorgung, sondern weil die Pflegepersonen (und Ärzte) kein gemeinsames Verständnis erreicht haben.“
Fehlende Patientensicherheit ist also auch ein Kommunikationsproblem. Die Kommunikationswissenschaftlerin hat hunderte von Krankenakten analysiert und ist sicher, dass alle Beteiligten im Gesundheitswesen zusammenarbeiten müssen. Dafür hat sie 5 Kernkompetenzen für sichere Kommunikation vorgelegt, die als „SACCIA“ bekannt sind.
Dr. med Kai Schnabel, Direktor Ausbildung und Medien am Institut für medizinische Lehre der Universität Bern und zuständig für den Inhalt der medizinischen Staatsexamen in der Schweiz, gibt zu bedenken, dass immerhin 25% der Note der eidgenössischen Zulassungsprüfung für Medizinstudenten mit Kommunikation zu tun hat. Scheinbar fehlt trotzdem noch etwas, denn die Zahlen haben sich nicht grundlegend verbessert seit 2011. Vielleicht liegt es an der Ausgangslage. Sehr viele unterschiedliche Beteiligte müssen so miteinander kommunizieren, dass alle sicher sind, sich wirklich verstanden zu haben. Dr. med. Yvonne Gilli, Politikerin und Zentralvorstand der FMH, dem Berufsverband der Schweizer Ärzteschaft, ging auf diesen Punkt ein. „Wenn man verschiedene Kulturen zusammenbringen muss, also unterschiedliche Wertesysteme, unterschiedliche Berufe, unterschiedliche Fachkenntnisse, braucht man Zeit – weil man keine Kommunikationskultur aufbauen kann, geht es um Beziehungen zwischen Menschen.“

Yvonne Willems-Cavalli, Vorstand der öffentlichen Spitäler des Kantons Tessin (EOC) und dort zuständig für die Pflege, gibt allen Beteiligten auf den Weg: „Höre aufmerksam zu, sprich mit Absicht, sei dir der Wirkung deiner Worte auf andere bewusst.“

Sir Liam Donaldson mahnte, dass das uns alle betreffende Thema der Patientensicherheit nach wie vor das Interesse einer Minderheit von Forschern und Enthusiasten ist. Einer von ihnen ist James Titcombe, Vater von Joshua. Der Säugling starb am 9. Tag nach seiner Geburt an einem Behandlungsfehler im Krankenhaus. Seitdem kämpft James Titcombe für Patientensicherheit und ist zu einem Experten geworden. Sie Liam Donaldson sieht es als „große Chance für Universitäten, ihre Lehrpläne so zu ändern, dass die neu ausgebildeten Gesundheitsfachkräfte im 21. Jahrhundert ihre Dienste verbessern.“
Das braucht natürlich seine Zeit.

Dr. med. Kai Schnabel will auch eine neue Fehlerkultur im Gesundheitswesen etablieren: „Teilen Sie Ihre Fehler (lernen Sie sowohl von Ihren eigenen Fehlern und von den Fehlern, die andere gemacht haben).“ Auch Prof. Dr. Annegret Hannawa sieht hier großen Bedarf: für sie beginnt Sicherheitskultur mit dem Vorgesetzten, der mit dem Team über seine eigenen Fehler spricht.
Und wie passt die Digitalisierung zur Patientensicherheit? „Technologie kann verwendet werden, um den Kommunikationsprozess zu unterstützen, aber wir dürfen niemals Kommunikation an die Technologie delegieren, weil Technologie nur ein Informationsträger ist – die Sinnbildung dieser Information bleibt zwischen Menschen,“ ist Prof. Dr. Hannawa überzeugt.

Das hochkarätige Podium hat mindestens in der Schweiz Aufsehen erregt. Alle Teilnehmer hoffen, dass ihr Engagement zu mehr Aufmerksamkeit für eine verbesserungswürdige Patientensicherheit führt.

Professionelle Moderatorin für Präsentation, Kongress, Award, Podiumsdiskussion, Workshop, auch für politische und gesellschaftliche Themen.
25 Jahre Erfahrung beim öffentlich-rechlichen Rundfunk. Medientrainerin, Kommunikationscoach.

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Mai 22 2018

Vielen Kindern fehlt Bewegung

Inaktiver Lebensstil kann krank machen

sup.- Mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität pro Tag: Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Ein vitaler Lebensstil schützt nicht nur vor Übergewicht bzw. vor Erkrankungen aufgrund mangelnder Bewegung und geringem Energieverbrauch. Er unterstützt auch die kognitiven Fähigkeiten und damit beispielsweise die schulischen Leistungen. Die aktuelle KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts meldet zu dieser Thematik allerdings alarmierende Zahlen: Rund 75 Prozent der Mädchen und 70 Prozent der Jungen kommen nicht einmal auf die von der WHO geforderte tägliche Mindestdauer an Bewegung. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass noch immer viele Eltern einen bewegungsfreudigen Alltag ihrer Kinder zu wenig fordern und fördern. Hinweise, wie dies mit spielerischen Bewegungsübungen, so genannten Movies, leicht gelingen kann, bieten Ratgeber-Portale wie www.pebonline.de oder www.komm-in-schwung.de.

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Mai 8 2018

Podiumsdiskussion „Patientensicherheit“ in Lugano

15. Mai 2018, 18:00-20:30 Uhr

„Jeder zehnte Spitalpatient erleidet einen gesundheitlichen Schaden und die Hälfte dieser Schäden wäre vermeidbar“ stellt das Bundesamt fur Gesundheit (BAG) fest.

Die Zahl der vermeidbaren Toten und Geschädigten im Gesundheitssystem zu senken, ist relativ einfach. Kommunikation ist die Lösung – sichere Kommunikation. Wie können die neuen Forschungs-Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden? Das soll am 15. Mai 2018 an der USI in Lugano aufgezeigt werden. Erstmalig mit allen Beteiligten auf einem Podium: Politiker, Ärzteschaft, Pflege, Pharmazeutiker, Patienten. Ziel der Diskussion ist es, eine sichere Kommunikationskultur im Gesundheitswesen herauszuarbeiten und damit die Implementierung von mehr Patientensicherheit in der Schweiz voran zu bringen.

Alle Podiums-Teilnehmer sind als Interviewpartner verfügbar!

James Titcombe, er spricht aus der Perspektive eines Patientenopfers
Dr. med. Yvonne Gilli, Politikerin und Zentralvorstand der FMH
Yvonne Willems Cavalli, Vorstand EOC
Dr. med. Kai Schnabel, Direktor Ausbildung und Medien am Institut für medizinische Lehre, Universität Bern
Prof. Annegret Hannawa, Director of CAHQS, Faculty of Communication Sciences, USI Lugano
Dr. med. Marco Egbring, Pharmakologe (Oberarzt) am Universitätsspital Zürich
Sir Liam Donaldson, Herz, Kopf und Gründungsvater der internationalen Patientensicherheit, WHO, Kanzler der Newcastle University

15. Mai 2018, 18:00-20:30 Uhr in der Aula Magna
UNIVERSITÄT DELLA SVIZZERA ITALIANA (USI), Lugano, Schweiz
Eintritt kostenfrei
Sprache: Englisch / Italienisch (Übersetzung)

Ihre Ansprechpartnerin für (Hintergrund-)Informationen: annegret.hannawa@usi.ch
Ihre Ansprechpartnerin für Interview-Wünsche: info@katharina-gerlach.de


Mehr Informationen finden Sie unter
http://www.patientsafetycenter.org/
http://www.saccia.ch/

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Mai 3 2018

Anti-Zucker-Hype lässt die größeren Gefahren durch Salz vergessen

Anti-Zucker-Hype lässt die größeren Gefahren durch Salz vergessen

Die durch übermäßigen Zuckerverzehr verursachten Gesundheitsgefahren kursieren momentan in allen Medien. Zucker verursacht Übergewicht und Fettleibigkeit sowie zahlreiche andere Erkrankungen, wie z.B. Karies, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kritisiert werden vor allem die versteckten Zucker, die die Industrie auch herzhaften Produkten zusetzt, sowie die verstärkte Werbung mit Kindern als Zielgruppe. Dass all dies ein Problem darstellt, daran besteht kein Zweifel. Dass der übermäßige Verzehr von Salz jedoch eine noch viel größere Gesundheitsgefahr mit sich bringt, wird durch diesen Anti-Zucker-Hype von vielen leider übersehen.

Salz ist jedes Jahr verantwortlich für weltweit 1,65 Millionen Herz-Kreislauf-Todesfälle
Natrium nehmen wir überwiegend in Form von Natriumchlorid zu uns, also als Kochsalz. In einer großen Studie untersuchten Forscher der Elite-Universität Harvard den Einfluss des weltweiten Natriumverzehrs auf die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu verwendeten sie Daten zur Natriumzufuhr aus 66 Ländern und werteten 107 klinische Studien zu den Auswirkungen von Salz auf Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie 247 Studien zur weltweiten Natriumzufuhr aus, die von insgesamt 488 Wissenschaftlern in 50 Ländern im Rahmen der Global Burden of Diseases-Studie durchgeführt wurden. Die Studie ergab für das Jahr 2010 eine weltweite durchschnittliche Natriumzufuhr von täglich 3,95 g (2,18 g – 5,51 g) (Referenzwert: 2 g pro Tag). Die Salzzufuhr wird in Studien meist anhand von Fragebögen erfasst. Die erfassten Werte liegen dabei meist deutlich unter der Realität.
Die zu hohe Natriumzufuhr in Form von Salz verursachte weltweit 1,65 Millionen Herz-Kreislauf-Todesfälle (davon 61,9 % bei Männern und 38,1 % bei Frauen) und war damit für fast jeden zehnten Herz-Kreislauf-Todesfall verantwortlich. Über eine halbe Million der Betroffenen (40,4 %) waren jünger als 70 Jahre (Mozaffarian et al., 2014). Der Erstautor der Studie, Prof. Dariush Mozaffarian, sagt zu diesem Ergebnis, die Belastung durch Salz sei viel höher als die durch Getränke, die mit Zucker gesüßt sind. Der Grund: Salz wird praktisch allen verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt (Diets in Review, 2013).

Stressiger Lebensstil und Übergewicht machen Salz viel gefährlicher
Viele von uns hetzen heutzutage der Zeit hinterher und fühlen sich ständig gestresst. Was kaum jemand weiß: Dauerstress bringt eine hormonelle Umstellung des Körpers mit sich und erhöht die Spiegel von Cortisol und Aldosteron. Beide Hormone bewirken, dass Wasser und Salz in der Niere rückresorbiert werden, während die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Calcium verstärkt ausgeschieden werden. Durch die übermäßige Rückresorption von Wasser und Salz in den Nieren wird das Bindegewebe zunehmend aufgeschwemmt (Ödeme). Vor allem steigt auch der Blutdruck, was meist kein Krankheitsgefühl auslöst. Dabei wird vergessen, dass weltweit erhöhter Blutdruck – sogar noch vor dem Rauchen – inzwischen die Hauptursache für eine Invalidisierung oder einen frühzeitigen Tod ist. Weitere Folgen der Kombination von Stress und Salz sind Erschöpfung, Übergewicht, Immunschwäche, Muskelschwäche, Knochenabbau, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall – um nur ein paar zu nennen.

Natrium – viel zu viel bei fast allen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Kochsalz einen Orientierungswert von 6 g pro Tag. Bei den vor Kurzem überarbeiteten Schätzwerten für die angemessene Zufuhr empfiehlt sie jedoch täglich 1,5 g Natrium und 2,3 g Chlorid, umgerechnet in Kochsalz wären das 3,8 g (DGE, 2017). Damit stimmt sie mit der Empfehlung der American Heart Association (AHA) überein, die täglich nicht mehr als 1,5 g Natrium (= 3,8 g Salz) empfiehlt (AHA, 2013). Die Empfehlung der WHO liegt bei 2 g Natrium (= 5 g Salz) pro Tag (WHO, 2013).
In Deutschland nehmen die meisten Menschen deutlich mehr Natrium auf: Bei den Männern sind es im Durchschnitt 3,6-4,5 g am Tag (Elliot und Brown, 2006; MRI, 2013), das entspricht 9,2-11,4 g Kochsalz täglich. Die Hauptquellen für Natrium sind Brot, Fertignahrungsmittel, salzige Würzen und Fleischwaren.

Lebensmittelindustrie und Politik stehen in der Verantwortung
Es wird höchste Zeit, dass Politik und Medien die immense Bedrohung der Gesundheit durch eine erhöhte Salzzufuhr erkennen und thematisieren, damit endlich in der Lebensmittelindustrie die erforderliche Salzreduktion erfolgt.
Während dutzende der exotischsten Salzsorten aus aller Welt die Supermarktregale füllen, von denen doch alle im Wesentlichen aus dem gleichen schädlichen Natriumchlorid bestehen, fehlen sinnvolle Salzersatzprodukte. In anderen Ländern sind diese bereits seit vielen Jahren im Einsatz und im Supermarkt erhältlich.
Ohne einen Bewusstseinswandel beim Kunden und politische Vorgaben wird sich in Deutschland wenig ändern. Weltweit bildet unser Land in Sachen Salzreduktion das Schlusslicht. Das lässt sich schon daran erkennen, dass zwar tausende kalorien- und zuckerreduzierte, kaum jedoch salzreduzierte Produkte angeboten werden. Da sich Salz vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln versteckt, wird eine Verbesserung nur in Zusammenarbeit mit den großen Lebensmittelkonzernen möglich sein. Diese folgen aber leider meist nur aktuellen Trends und nicht der Sinnhaftigkeit und der Verantwortung gegenüber ihren Kunden.
In Finnland wurde erkannt, dass die Ernährung wesentlich zur hohen Herz-Kreislauf-Sterblichkeit beiträgt, und so konnten durch Kampagnen zur Salzreduktion und kaliumreichen Ernährung der Natriumverzehr um 40 % und die Sterblichkeit durch Schlaganfälle und Herzerkrankungen um 80 % gesenkt werden (WASH, 2008). Europaweit gibt es keine erfolgreichere Präventionsmaßnahme!

Die Literatur zum Artikel können Sie anfordern unter: info@drjacobsinstitut.de

Das Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung ( http://www.drjacobsinstitut.de) hat sich zum Ziel gesetzt, ganzheitliche Zusammenhänge in der Ernährungs- und Naturheilkunde wissenschaftlich aufzuklären.

Kontakt
Dr. Jacobs Institut
Dr. rer. nat. Susanne Cichon
Egstedterstraße 46
55262 Heidesheim

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Apr 23 2018

Die sitzende Generation

Der Nachwuchs macht Sorgen

Die sitzende Generation

Foto: Fotolia / Sergey Ryzhov (No. 6018)

sup.- Kinder und Jugendliche in Deutschland führen ein zu geruhsames Leben. Rund 75 Prozent der Mädchen und 70 Prozent der Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren erreichen nicht die von der WHO empfohlene körperliche Aktivität von mindestens 60 Minuten pro Tag. Diese alarmierenden Zahlen sind vom Robert Koch-Institut im Rahmen der aktuellen KiGGS-Studie ( www.kiggs-studie.de) ermittelt worden.

Die Konsequenzen der mangelnden Bewegung geben Anlass zur Sorge. Körperliche Inaktivität und der damit geringe Energieverbrauch sind ernste Ursachen für die Herausbildung zahlreicher Krankheiten. Dagegen kann die Förderung körperlich-sportlicher Aktivitäten im Kindes- und Jugendalter, so die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts, Übergewicht und sogar Aufmerksamkeitsstörungen vorbeugen sowie zu einer insgesamt gesunden Entwicklung der jungen Menschen beitragen. Die schulischen Leistungen werden durch die Stärkung kognitiver Fähigkeiten verbessert und auch eine wichtige Grundlage für ein besseres Bewegungsverhalten im späteren Erwachsenenalter wird gelegt. Ein vitaler Lebensstil ist damit die beste Voraussetzung für ein gesundes Leben.

Der hohe Stellenwert, den ein bewegungsfreudiger Alltag für ihren Nachwuchs hat, ist vielen Eltern nach wie vor wenig bewusst und wird deshalb auch zu wenig gefördert und gefordert. Tipps und Anregungen, wie Eltern ihre Kinder zu einem gesunden Lebensstil motivieren können, bieten Ratgeber-Portale wie www.pebonline.de sowie www.komm-in-schwung.de Hier finden Interessierte auch spielerische Bewegungsübungen, so genannte Movies, mit denen die Beweglichkeit, Kraft und Koordination bei Kindern gestärkt werden können. Die Übungen sind von Dr. Axel Armbrecht, leitender Arzt des Instituts für Bewegungstherapie (Eutin), entwickelt worden.

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