Mnchen. Nach Recherchen der Kommission fr Verste der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. (KVPM) wurden allein in den USA und in Europa im Zeitraum von drei Jahren, 44 Selbstmorde, 7 Todgeburten sowie 44 weitere Todesflle im Zusammenhang mit dem ADHS-Mittel Strattera bekannt.

Die Todesflle wurden in den Jahren 2004 bis 2007 aus Meldungen an die US-Arzneimittelbehrde FDA sowie aus verschiedenen Periodic Safety Update Reports (PSURs*) aus Europa bekannt. Zudem musste jetzt das Bundesinstitut fr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gegenber der Kommission fr Verste der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V. einrumen, dass es seit der Zulassung von Strattera im Dezember 2004 insgesamt 251 Berichte ber Verdachtsflle unerwnschter Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Strattera in Deutschland gegeben hat.
Im Frhjahr 2006 gab der pharmazeutische Hersteller von Strattera, Eli Lilly, ein internes Memorandum mit dem Titel „Strattera Risk Benefit Assessment“ (Strattera Risko Nutzen Einschtzung) heraus, das jedoch nur in Auszgen an die ffentlichkeit gelangte. Laut einer unvollstndigen Version, die in Holland an die Presse gelangte, enthlt der Bericht alarmierende Angaben zu kritischen Nebenwirkungen. So htten im Jahr 2005 innerhalb eines Monats 130 Konsumenten ber suizidales Verhalten berichtet. Zwischen November 2002 und September 2005 seien 431 solcher Flle berichtet worden. In 20 Fllen sei der Suizid vollzogen worden.
Warnhinweise auf der Packung von Strattera reichen nicht“, so Bernd Trepping, Prsident der KVPM Deutschland. „Strattera muss vom Markt genommen werden, um das Leben von Kindern zu schtzen“, so Trepping weiter.
Die Kommission fr Verste der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V. (KVPM) forderte bereits im Juli 2008 vom Bundesinstitut fr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Akteneinsicht in den vollstndigen, 412 Seiten umfassenden Bericht von Eli Lilly „Preliminary Assesment Report“ Strattera (Atomoxetin) „Risk Benefit Assessment“. Nach einer Rckfrage des BfArM erwartet die KVPM die Antwort zu Beginn des Jahres 2009.
* PSUR = Bericht ber die Unbedenklichkeit eines Arzneimittels
PRESSEMITTEILUNG-DETAILS:
Presseabteilung der KVPM e.V., Ansprechpartner: Bernd Trepping, TEL. 0178-6137467,
Verein: KVPM e.V., Amalienstrae 49a, 80799 Mnchen. www.kvpm.de, presse@kvpm.de