Mehr als zehnmal so viel Selen: Forscher entwickelten Apfel für eine bessere natürliche Versorgung
Lindenberg, 16. September 2026 Ein Apfel, der nicht nur knackig und heimisch ist, sondern auch einen besonderen Beitrag zur Selenversorgung leisten kann: An der Hochschule Osnabrück ist nach mehrjähriger Forschungsarbeit ein selenreicher Apfel entwickelt worden. Die Frucht enthält mehr als zehnmal so viel Selen wie ein herkömmlicher Apfel. Mit nur einem Apfel lässt sich nach Angaben der Forschenden rund die Hälfte des täglichen Selenbedarfs eines Erwachsenen abdecken.
Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und spielt unter anderem für die normale Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse eine wichtige Rolle. Doch über die normale Ernährung wird der Bedarf in Deutschland nicht immer ausreichend gedeckt.
Ein langer Forschungsweg für einen besonderen Apfel
Bis der besondere Apfel seinen Weg vom Forschungsgedanken in den kommerziellen Anbau gefunden hat, vergingen mehrere Jahre. Im Rahmen einer Doktorarbeit wurden acht verschiedene Apfelsorten untersucht und dafür tausende Proben ausgewertet. 2016 starteten erste Versuche mit lediglich fünf Bäumen. Drei Jahre später folgte der erste Praxistest in einem Obstbaubetrieb. Inzwischen ist aus dem Forschungsprojekt ein großflächiger Anbau geworden. Als Grundlage dienen besondere Züchtungen der beliebten Sorte „Elstar“.
Der entscheidende Unterschied steckt dabei nicht in einer gentechnischen Veränderung der Frucht. Der hohe Selengehalt wird durch die gezielte Versorgung der Apfelbäume mit einem selenreichen Algendünger erreicht. Auf diese Weise lässt sich der natürliche, häufig sehr geringe Selengehalt der Böden ausgleichen.
Praktischer Nutzen des Apfels
Besonders relevant kann eine ausreichende Selenversorgung für Menschen sein, die über ihre Ernährung vergleichsweise wenig Selen aufnehmen. Dazu können unter anderem Vegetarier und Veganer sowie bestimmte Personengruppen mit erhöhtem Bedarf zählen.
Auch die Rolle von Selen im Zusammenhang mit Infektionen ist Gegenstand aktueller Forschung. Untersuchungen zu COVID-19 deuten darauf hin, dass ein niedriger Selenstatus mit ungünstigeren Krankheitsverläufen verbunden sein kann. Nach Einschätzung der Forschenden spielt dabei insbesondere die Bedeutung des Spurenelements für das Immunsystem eine Rolle.
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Quelle der Studie:
Natürlicher Kick fürs Immunsystem: Selenreiche Apfel-Neuheit der Hochschule Osnabrück erobert die Obstregale, Hochschule Osnabrück, Informationsdienst Wissenschaft (idw)
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