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Zurück in die Zukunft: Wo früher die Großeltern Lebensmittel verkauften, eröffnet jetzt ihr Enkel einen Automatenstore

REGIOKONTOR OBERWESEL startet am 6.11. – Neues Betreiberkonzept sollen zeigen, wie sich Nahversorgung in kleineren Städten wirtschaftlich neu organisieren lässt.

Oberwesel. Es ist eine Familiengeschichte, die zugleich vom Wandel des Einzelhandels erzählt. In der Liebfrauenstraße 24 in Oberwesel betrieben einst die Großeltern von Axel Link einen Lebensmittelladen. Später führten seine Eltern Aenne und Karl-Heinz Link das Geschäft weiter, bis es Mitte der 1990er-Jahre geschlossen wurde.Damals gab es allein in der Liebfrauenstraße noch drei Lebensmittelgeschäfte. Heute ist die Welt des Einzelhandels eine völlig andere.Doch am Freitag, dem 6. November 2026, beginnt an der traditionsreichen Adresse ein neues Kapitel: Mit dem REGIO-KONTOR OBERWESEL eröffnet dort ein moderner Automatenstore, der regionale Lebensmittel, außergewöhnliche Spezialitäten und innovative Produkte rund um die Uhr anbieten soll.

Back to the roots – mit moderner Technik

Hinter dem Projekt steht Axel Link, 1959 in Oberwesel geboren und heute Geschäftsführer der TV Link GmbH. Der Medienunternehmer aus Köln kehrt mit dem neuen Laden gewissermaßen zu seinen familiären Wurzeln zurück.Seine Eltern Aenne und Karl-Heinz Link wurden beide in Oberwesel geboren und starben auch in ihrer Heimatstadt. Über Jahrzehnte gehörte das Lebensmittelgeschäft der Familie zum Alltag in der Liebfrauenstraße.„Für mich ist das eine Reise zurück in die Zukunft. Meine Großeltern und Eltern haben hier Lebensmittel verkauft. Jetzt greifen wir diese Tradition wieder auf – mit den technischen Möglichkeiten von heute. Ich freue mich, dass an diesem Standort wieder Menschen einkaufen können“, sagt Axel Link.

Wenn die kleinen Geschäfte verschwinden

Die Entwicklung in Oberwesel steht beispielhaft für einen bundesweiten Strukturwandel. Nach Untersuchungen des staatlichen Thünen-Instituts ist die Zahl der Lebensmittelgeschäfte in Deutschland zwischen 1990 und 2020 um 56 Prozent zurückgegangen. Kleine Geschäfte wurden vielerorts durch größere Supermärkte an zentralen Standorten ersetzt.Gleichzeitig verändert sich die Bevölkerung. Für die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein, zu der Oberwesel gehört, prognostiziert das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz bis 2040 einen deutlichen Anstieg der Zahl älterer Menschen. Gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe deshalb von besonderer Bedeutung.Hier setzt das REGIO-KONTOR an. Vier moderne Warenautomaten und ein Kaffeeautomat sollen eine zeitgemäße Ergänzung zum bestehenden Einzelhandel schaffen – ohne klassische Ladenöffnungszeiten und ohne dauerhafte Personalbesetzung.

Beliebte Metzgerei-Produkte kehren nach Oberwesel zurück

Wie konkret ein solcher Automatenstore helfen kann, zeigt die Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Metzgerei Zinnecker & Schmidt aus Rheinböllen.Über viele Jahre gehörte der Verkaufswagen des Familienbetriebs zum Oberweseler Wochenmarkt. Jeden Freitag konnten die Kunden dort Fleisch- und Wurstspezialitäten einkaufen. Doch dieser Service wurde inzwischen eingestellt. Auch die Metzgerei selbst informiert auf ihrer Website darüber, dass der Verkaufswagen die Märkte in Oberwesel und Güls nicht mehr anfährt.Für die Oberweseler gibt es nun eine erfreuliche Nachricht: Ausgewählte Produkte von Zinnecker & Schmidt sollen künftig im REGIO-KONTOR erhältlich sein. Die beliebten Spezialitäten bleiben damit in Oberwesel verfügbar – und das sogar unabhängig vom bisherigen Markttag.Die Metzgerei ist ein traditionsreicher Familienbetrieb, dessen Geschichte bis ins Jahr 1930 zurückreicht. Heute wird das Unternehmen in vierter Generation geführt und legt besonderen Wert auf handwerkliche Herstellung, regionale Herkunft und hochwertige Zutaten.„Wenn ein beliebter Marktstand wegfällt, verschwindet für die Kunden häufig auch ein Stück Lebensqualität. Mit unserem Konzept können wir solche Produkte wieder verfügbar machen. Und zwar nicht nur einmal in der Woche, sondern an sieben Tagen“, erläutert Axel Link.Eine Bühne für regionale Produzenten und innovative Unternehmen

Das REGIO-KONTOR will mehr sein als eine zusätzliche Einkaufsmöglichkeit.

Ein zentraler Gedanke ist es, regionalen Produzenten mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und ihre Produkte unkompliziert verfügbar zu machen. Viele kleine Hersteller bieten hervorragende Qualität, verfügen aber nicht über die Vertriebsstrukturen großer Marken oder den Zugang zu den Regalen überregionaler Supermarktketten.Ergänzt wird das regionale Angebot durch innovative Lebensmittel aus Deutschland – vorzugsweise von kleinen, inhabergeführten Unternehmen mit besonderen Produktideen.Ein Beispiel ist Rockets Nutrition aus Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen entwickelt und produziert neuartige Fruchtgummis, die nach Herstellerangaben bis zu 98 Prozent weniger Zucker enthalten als herkömmliche zuckerhaltige Gummibonbons. Die Fruchtgummis werden im Münsterland hergestellt. Rockets setzt unter anderem auf pflanzliche Ballaststoffe und verzichtet nach eigenen Angaben auf Zuckeralkohole.„Wir wollen keine Kopie eines Supermarktes sein. Bei uns sollen Kunden Produkte entdecken, die besonders sind. Das kann eine traditionelle Wurstspezialität aus dem Hunsrück sein, aber genauso gut ein neu entwickeltes Fruchtgummi eines jungen deutschen Unternehmens. Entscheidend sind für uns Qualität, eine gute Idee und die Menschen hinter dem Produkt“, erklärt Caroline Kaatz von der REGIO-KONTOR UG.Die Produktauswahl soll regelmäßig weiterentwickelt werden. Auch Wünsche und Anregungen der Kunden sollen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Drei Partner, eine Idee: Nahversorgung ohne hohe Einstiegshürden

Hinter dem neuen Automatenstore steht die Zusammenarbeit von drei Partnern mit unterschiedlichen Aufgaben. Die TV Link GmbH übernimmt mit Axel Link den Betrieb des Stores. Dazu gehören insbesondere der Wareneinkauf, die Sortimentsgestaltung und die wirtschaftliche Verantwortung für das Tagesgeschäft.

Die Redditus GmbH stellt die Automaten im Mietmodell zur Verfügung. Dadurch muss der Betreiber die kostspielige technische Ausstattung nicht selbst kaufen und finanzieren. Eine der größten wirtschaftlichen Einstiegshürden für einen automatisierten Nahversorger wird damit deutlich reduziert.

Die REGIO-KONTOR UG übernimmt zentrale Unterstützungsaufgaben: die Kommunikation mit Kunden und Produktlieferanten, die Koordination von Warenangeboten, Logistik und Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung des Betreiberkonzepts. Hinzu kommt technisches und organisatorisches Know-how aus der Zusammenarbeit mit dem Automatenhersteller Stüwer. Dessen REGIOMAT-Systeme sind bereits in mehr als 6.000 Exemplaren installiert worden.

Durch diese Aufgabenverteilung entsteht ein Modell, bei dem sich ein lokaler Betreiber auf den Standort, seine Kunden und die Waren konzentrieren kann, während technische Infrastruktur und unterstützende Dienstleistungen von spezialisierten Partnern bereitgestellt werden.Ein Geschäftsmodell auch für Rentner und Alleinerziehende?

Oberwesel soll dabei mehr sein als ein einzelner Automatenstore.

Die Partner betrachten den Standort als Pilotprojekt für ein Betreiberkonzept, das sich künftig auch auf andere Städte und Gemeinden übertragen lassen könnte.Die Idee: Menschen mit guten Kontakten vor Ort, organisatorischem Geschick und etwas verfügbarer Zeit sollen die Möglichkeit erhalten, einen kleinen Nahversorger zu betreiben – ohne dafür selbst einen hohen sechsstelligen Betrag in Automaten und technische Infrastruktur investieren zu müssen.Interessant könnte das beispielsweise für aktive Rentnerinnen und Rentner sein, die sich einen zusätzlichen Verdienst aufbauen möchten, oder für Alleinerziehende, die eine möglichst flexibel organisierbare selbstständige Tätigkeit suchen.Denn auch ein automatisierter Store benötigt engagierte Menschen vor Ort: für die Auswahl und Beschaffung von Produkten, die Warenbestückung, die Qualitätskontrolle und den Kontakt zu regionalen Lieferanten. „Nicht jeder, der eine gute Geschäftsidee hat und vor Ort bestens vernetzt ist, kann oder will 150.000 Euro investieren oder finanzieren. Unser Ansatz ist deshalb, Technik, Infrastruktur und Know-how bereitzustellen, damit sich Menschen mit überschaubarem Kapitaleinsatz eine eigene wirtschaftliche Perspektive aufbauen können“, erklärt Volker Schatten, Geschäftsführer der Redditus GmbH.

Ob dieses Modell tatsächlich einen attraktiven Nebenverdienst ermöglicht, soll der praktische Betrieb in Oberwesel zeigen.Erst Oberwesel, dann Deutschland, Österreich und die Schweiz?

Die Projektpartner verfolgen ein gemeinsames Ziel: Zunächst soll in Oberwesel nachgewiesen werden, dass sich ein kleiner automatisierter Nahversorger wirtschaftlich erfolgreich betreiben lässt.Dazu werden Verkaufszahlen, Wareneinsatz, laufende Kosten und Kundenakzeptanz ausgewertet. Die Erkenntnisse sollen helfen, Sortiment, Logistik und Betriebsabläufe weiter zu optimieren.Gelingt dieser Nachweis, könnte das Betreiberkonzept schrittweise auf weitere Standorte in Deutschland und perspektivisch auch auf Österreich und die Schweiz übertragen werden.Für eine solche Expansion werden auch zusätzliche Finanzierungsmodelle, darunter perspektivisch Crowdinvesting, in Betracht gezogen. Konkrete Beteiligungsangebote bestehen im Rahmen des Eröffnungsprojekts noch nicht.Können Automaten die Nahversorgung retten?

Einen traditionellen Dorfladen mit persönlicher Beratung und menschlicher Begegnung können Automaten nicht vollständig ersetzen. Sie können aber dort ergänzende Einkaufsmöglichkeiten schaffen, wo ein klassisches Geschäft wirtschaftlich kaum noch tragfähig wäre.Auch das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat automatisierte Nahversorgungskonzepte untersucht. Zu den Vorteilen zählen lange Öffnungszeiten, vergleichsweise geringe Betriebskosten und die Möglichkeit, regionale Produkte anzubieten.

Das REGIO-KONTOR OBERWESEL verbindet diese Vorteile mit einem besonderen Sortimentsanspruch: regionale Hersteller stärken, bewährte Angebote erhalten und neue Produkte kleiner deutscher Unternehmen bekannt machen.Ein Stück Familiengeschichte – mit Blick nach vornFür Axel Link ist die Rückkehr in die Liebfrauenstraße mehr als ein weiteres unternehmerisches Projekt.„Natürlich können wir mit fünf Automaten nicht alle Probleme der Nahversorgung lösen. Aber vielleicht zeigen wir, dass es neue Möglichkeiten gibt, kleinere Standorte wieder mit Leben zu füllen. Und wenn wir gleichzeitig regionalen Produzenten und kleinen Unternehmen helfen, ihre Produkte bekannter zu machen, haben alle etwas davon.“Vielleicht wird damit ausgerechnet der frühere Lebensmittelladen der Familie Link zu einem Ausgangspunkt für ein neues Nahversorgungskonzept, das künftig auch anderen kleinen Städten zugutekommen könnte.

Offizielle Eröffnung am 6. November 2026

Am Freitag, dem 6. November 2026, öffnet das REGIO-KONTOR OBERWESEL in der Liebfrauenstraße 24 offiziell seine Türen.Die Bevölkerung und Vertreter der regionalen Medien sind eingeladen, das neue Geschäft, die Automaten und die ersten Produkte kennenzulernen.Uhrzeit: 12:00 bis 15:00 Uhr

Die TV Link GmbH ist Spezialist für Video-Marketing und Video-Produktion seit 1989 und gehört zu den Video-Marketing Pionieren Deutschlands. 2025 und 2026 wurde TV Link von RTL zum Partner des Jahres gewählt. Darüber hinaus betreibt TV Link den TV-Sender SYLT1.tv und den Radiosender SYLT1audio

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Axel Link
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