Gesunde Skepsis gegenüber Ernährungs-Ratgebern

Empfehlungen meist ohne wissenschaftliches Fundament

sup.- Bei kaum einem Thema sind seriöse Forschung und pseudowissenschaftliche Veröffentlichungen so schwer auseinanderzuhalten wie bei der nie nachlassenden Flut von Ernährungsempfehlungen. Nahezu täglich werden uns bestimmte Speisen oder Inhaltsstoffe als gesund bzw. ungesund erklärt und daraus dann die entsprechenden Mindestverzehrmengen oder auch Verbote abgeleitet. Aber äußerst selten beruht diese Kategorisierung auf einer gesicherten Faktenlage, wie der Wissenschaftsjournalist Detlef Brendel in seinem Buch „Schluss mit Essverboten“ (Plassen-Verlag) erläutert. Eine gesunde Ernährung, so sein Kommentar zur Ratgeber-Inflation, lasse sich nie anhand einzelner Nahrungsmittel oder einzelner Bauteile von Nahrungsmitteln definieren. Es komme stattdessen stets auf die Ausgewogenheit der gesamten Ernährung und auch auf den individuellen Lebensstil an. Eine Reglementierung der Ernährung über isoliert betrachtete Inhaltsstoffe werde dieser Komplexität nicht gerecht: „Besonders trifft dies auf die Diskussion des Übergewichts zu, bei der beispielsweise das relevante Thema Bewegung gezielt ausgegrenzt wird.“

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