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Wien, im April 2008

Die Erforschung der Zusammenhnge zwischen Allergie und Tumorentwicklung – und der mgliche Nutzen fr zuknftige Krebstherapien – hat sich endgltig als eigenstndige Forschungsdisziplin etabliert.

Das ist das Fazit des 2. International AllergoOncology Symposiums, das am Wochenende wieder in Wien stattfand. Die Organisatorin Prof. Jensen-Jarolim zeigte sich ber die Teilnahme von ber 100 MedizinerInnen und WissenschafterInnen aus ber 10 Nationen hoch erfreut. Zeitgleich wird das von ihr mit Untersttzung des Wissenschaftsfonds FWF aufgebaute Forschungsgebiet durch einen ersten bersichtsartikel im internationalen Journal „Allergy“ gewrdigt.

Seit ber 50 Jahren ist das Phnomen bekannt – seit nur ca. 3 Jahren ist es ein eigenes Forschungsgebiet: der Einfluss allergischer Reaktionen auf die Entwicklung von Tumoren. Die als AllergoOncology bezeichnete Disziplin untersucht, wie allergische Reaktionen das Wachstum von Krebstumoren reduzieren knnen. Als Grnderin dieses Gebiets gilt Prof. Erika Jensen-Jarolim, Leiterin des Instituts fr Pathophysiologie der Medizinischen Universitt Wien. Bereits vor Jahren begann sie im Rahmen eines Projekts des Wissenschaftsfonds FWF mit dem Aufbau der AllergoOncology als eigenen Bereich der Medizinforschung.

SYNERGIE & SYMPOSIUM

Auf dem von ihr zum zweiten Mal organisierten International AllergoOncology Symposium trafen sich am vergangenen Wochenende internationale ImmunologInnen und OnkologInnen in Wien, um mgliche Synergien ihrer Arbeiten zu diskutieren. Beispielhaft fr das breite Spektrum an Themen kann der Vortrag von Prof. Chris Parish von der John Curtin School of Medical Research in Australien stehen. Er berichtete ber Arbeiten an einem Mausmodell, das dank der Gabe weier Blutkrperchen, die auch in Zusammenhang mit Allergien stehen, resistent gegen bestimmte chemisch induzierte Tumore wurde.

„Auch wenn Ergebnisse aus Tiermodellen nicht auf den Menschen bertragen werden knnen, so zeigen Arbeiten wie die von Prof. Parish das beeindruckende therapeutische Potenzial der AllergoOncology“, kommentiert Prof. Jensen-Jarolim diese Arbeit.

Eine weitere Arbeit, die von Dr. Manuel Penichet, University of California, vorgestellt wurde und in Zusammenarbeit mit den Gruppen von Prof. Hannah Gould, King’s College, London, und von Prof. Jensen-Jarolim durchgefhrt wird, hat die gezielte Bekmpfung von Brustkrebs zum Ziel. Dafr macht sich das Team eine wesentliche Eigenschaft jener speziellen Antikrper zu Nutze, die gemeinhin fr allergische Reaktionen verantwortlich sind: die so genannten IgE-Antikrper. Diese wirken hoch reaktiv und mit langer Wirkungsdauer gegen Proteine, die vom Krper als ungewollt betrachtet werden. Ganz gezielt und hochspezifisch kann diese IgE-Antwort auch gegen Proteinstrukturen auf bestimmten Tumorzellen gerichtet werden. Eine Wirkung, die von den kooperierenden Gruppen genutzt und durch spezifische nderungen der Antikrperstruktur verstrkt werden kann.

Doch Prof. Jensen-Jarolim war es im Rahmen des Symposiums auch wichtig das Potenzial der AllergoOncology kontrovers, auch innerhalb einer von Life Science-Journalistin Johanna Award-Geissler geleiteten Podiumsdiskussion von ExpertInnen, zu diskutieren. Dazu Prof. Jensen-Jarolim: „Um ein neues Forschungsgebiet nachhaltig zu etablieren, brauchen wir kritische Stimmen und konsequente Kontrollen. So wurden am Wochenende Daten einer Studie aus Wien prsentiert, die bei ber 22,000 untersuchten KrebspatientInnen keinen generellen Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und der IgE-Konzentration im Serum, auer bei Lymphomen und Leukmien, feststellen konnten. Die Ursachen hierfr mssen weiter analysiert werden.“

Wie sehr die AllergoOncology aber bereits in der internationalen Medizin und Wissenschaft etabliert ist, belegt auch der vorab am Wochenende exklusiv verffentlichte bersichtsartikel, der im internationalen Fachjournal „Allergy“ in wenigen Wochen offiziell publiziert wird. Fr den FWF sind das Symposium und der State of the Art-Artikel ein schner Beleg fr die Sinnhaftigkeit der frhzeitigen Untersttzung transdiziplinrer Forschungsgebiete wie dem der AllergoOncology.

Vollstndiges Programm des 2. International AllergoOncology Symposiums zu finden hier: http://www.allergooncology.org

PRESSEMITTEILUNG DETAILS:

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Erika Jensen-Jarolim
Medizinische Universitt Wien
Institut fr Pathophysiologie
Whringer Grtel 18-20
1090 Wien
Telefon: +43 / 1 / 40400 – 5120
E-mail: erika.jensen-jarolim@meduniwien.ac.at

Der Wissenschaftsfonds FWF:
Mag. Stefan Bernhardt
Haus der Forschung
Sensengasse 1
1090 Wien
Telefon: + 43 / 1 / 505 67 40 – 8111
E-mail: stefan.bernhardt@fwf.ac.at
Web: http://www.fwf.ac.at

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Von Nova