Ein Hersteller mit seinen Produkten kann nur so erfolgreich sein, wie die Vertriebsorganisation, die ihm zur Verfgung steht

Zur aktuellen Krise in der Automobilindustrie lesen Sie einen Kommentar von Uwe Rhrig, Inhaber der Beratungsfirma International Car Concept (ICC) in Berlin und Hannover und frherer Mercedes-Vertriebschef:
Die aktuelle Situation der wirtschaftlichen Lage weltweit wirkt sich in einer besonderen Ausprgung auch auf die gesamte Automobilwirtschaft aus. Dabei drfen auch die vielen kleinen und mittelstndischen Zulieferunternehmen nicht auer Acht gelassen werden. Denn auch sie leiden unter der gegenwrtigen Krise. Im Grunde ist dies eine Binsenweisheit, die aber zu wenig Beachtung findet, denn diese Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind alle auch potenzielle Autokufer und kommen nicht in den Genuss von Nachlssen fr Werksangehrige.
Dass es in der Autoindustrie berkapazitten gibt, wird als gegeben hingenommen. Auch die Tatsache, dass mit Blick auf die Endlichkeit der Rohstoffe, die erforderliche unternehmerische Weitsicht, zur Entwicklung alternativer Antriebssysteme, nur sehr begrenzt vorhanden war, nimmt der Betrachter zur Kenntnis. Dass fast alle Fahrzeughersteller, fast alle Nischen mit Ihren Produkten abdecken ist ebenfalls bekannt.
Fr die erforderliche Wahrnehmung, um die Marken und die Produkte der Automobilhersteller, gleichgltig ob Mengen- oder Premiumhersteller, in den Mrkten darzustellen und zu Verkaufen, isti ein Vertriebsnetz aufgebaut worden; natrlich richtigerweise nach vorgegebenen Standards der Hersteller. Die Erfllung der Standards sind mit erheblichen Investitionen gettigt worden und umgesetzt, gerade nach der neuen GVO. Die Marke und die Produkte sind als Teil fr die Amortisierung im Businesscase eingearbeitet.
Doch nun rechnet sich das Ganze nicht mehr, und das nicht erst seit neustem, sondern bei genauem Hinsehen werden die Margen und Ertrge fr den Handel und den Hersteller seit Jahren immer dnner und reichen nicht mehr aus. Dazu kommt eine in Europa unterschiedliche Preisgestaltung der Produkte – und diese frdern den Reimport. Also mssen im Rahmen der Volumenstrategie, begleitende Marketingaktivitten her, die wiederum den Erls fr beide Seiten schmlern. Dies Schraube kann nicht unbegrenzt angezogen werden, denn der Handwerker wei, nach fest kommt ab. An der Stelle steht die Auto und Zulieferindustrie nun an der Wand.
Jetzt ist eine Ausdnnung im Netz an der Tagesordnung. Einerseits findet diese dramatisch durch Konkurse und andererseits durch strategische Manahmen der Hersteller unter dem Stichwort Netzbereinigung – statt. Ein notwendiger Schritt aus Sicht der Hersteller. Bleibt die Hoffnung, dass das Kundenwohl nicht allein durch den Kauf, sondern vielmehr durch die Kundenbetreuung im Nachkauf ber den Lebenszyklus ausreichend Bercksichtigung findet.
Also liegt doch auch darber hinaus der Lsungsansatz in der Drosselung der Produktion bis auf ein ertrgliches Ma; dann aber auch in einer erforderlichen Umwidmung der Nachlassmarketingmanahmen in ein Budget zur weiteren Professionalisierung der Handelsorganisation. Dabei muss die Umsetzung der kompromisslosen Kundenorientierung im absoluten Fokus stehen.
Seit Jahren sind die Ergebnisse eines jeden Werkstttentest und eines jeden Testkaufs eine reine Katastrophe. Wrden im Automobilvertrieb die geballte Managementkapazitt und durch die Hersteller die notwendigen Mittel bereitgestellt, um die erforderlichen Vernderungsprozesse fr die Manahmen und die Stellhebel zur Kundengewinnung und der Kundenbindung eingesetzt, wre der Weg zum Ziel geebnet.
Denn es ist doch schier unglaublich, welche Autowerbespotts im Fernsehen laufen und vor allen Dingen, mit welchen Preisnachlssen Hersteller schamlos werben. Und dann folgt zur besten Sendezeit, im teuersten Zeitfenster, ein Werbespot auf den anderen. Hierbei handelt es sich um eine gigantische Wertvernichtungsmaschine von Marken und Produkten im TV, die den potenziellen Autokufer nur verunsichert. Dafr werden Millionen an Budget freigestellt und die einzigen die davon richtig gut partizipieren sind die Werbeagenturen.
Also wren auch hier erheblich Mittel an Budget umzuwidmen und in die Autohuser zu investieren, damit Kunden im Autohaus nicht nur als lstiges oder notwendiges bel angesehen werden , sondern vielmehr als die Ergebnispotenzialtrger hofiert werden.
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Nico Seifert
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