Die AGEH startet ein neues Lnderprogramm in der Region der Groen Seen Afrikas

Kln, 14. November 2008 Die Krise in der afrikanischen Region der Groen Seen – Burundi, Tansania und Demokratische Republik Kongo – begann Anfang der 1990er Jahre durch den Brgerkrieg in Burundi und der DR Kongo und den Genozid in Ruanda. Ihre humanitren Folgen gehren zu den schwerwiegendsten in der Geschichte Afrikas. Der Vlkermord forderte Hunderttausende Todesopfer und zwang ebenso viele Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat. Die ethnischen Auseinandersetzungen destabilisierten die gesamte Region ber die Lndergrenzen hinweg.
Die Arbeitsgemeinschaft fr Entwicklungshilfe (AGEH) e.V. http://www.ageh.de arbeitet deswegen erstmals lnderbergreifend und plant, im Rahmen des Personalprogramms Ziviler Friedensdienst bis zu 15 Fachkrfte in die afrikanische Region der Groen Seen zu vermitteln. Diese werden in den nchsten Jahren das Friedensengagement verschiedener lokaler Partnerorganisationen untersttzen. Grenzbergreifende Aktivitten sind geplant, um Initiativen fr friedliche Konfliktlsungen zu strken. Zur Demokratiefrderung sollen Bildungsinitiativen rund um Menschenrechtsfragen und Konfliktursachen durchgefhrt werden, ehemaligen Flchtlingen soll bei der Reintegration in ihre Ursprungsorte geholfen werden. Eine unbegleitete Reintegration kann der Nhrboden fr weitere Konflikte sein. Denn oftmals ist das Land bereits wieder dicht besiedelt und die Ressourcen sind knapp. Durch mehr als zehn Jahre Krieg und Hasskampagnen sind in vielen lokalen Gemeinschaften zwischen ethnischen Gruppen Vorurteile und Aggressionen gewachsen, so der Koordinator des Lnderprogramms, Christian Kuijstermans.
Er befindet sich seit Mai bei der AGEH in der Vorbereitung und konzentriert sich dabei besonders auf systemische Friedensarbeit, Vernetzungsaktivitten mit anderen Organisationen und Weiterbildungen in den Bereichen Netzwerk-, Lobby- und Medienarbeit. Er berichtet: Zur Jahrtausendwende drohte die gesamte Region in einen unberschaubaren Dauerkonflikt ber politischen Einfluss und Ressourcensicherung zwischen Staaten, Rebellengruppen und kriminellen Banden zu versinken. Zwar setzten seit 2001 positive Vernderungen ein, aus denen Friedensabkommen, demokratische Initiativen und demokratische Wahlen hervorgingen. Doch trotzdem verursachen schwach gefhrte Regierungen, die groe Zahl von Rebellengruppen und die Intoleranz zwischen ethnischen Bevlkerungsgruppen stets neue Konflikte. Die gesamte Region stnde daher vor der Aufgabe, funktionierende politische und soziale Institutionen aufzubauen und die Kultur der Gewalt zu berwinden.
ber die AGEH:
Die 1959 gegrndete Arbeitsgemeinschaft fr Entwicklungshilfe e.V. (AGEH) ist der Personaldienst der deutschen Katholiken fr Internationale Zusammenarbeit und staatlich anerkannter Entwicklungsdienst. Der Verein wird von 25 Mitgliedern getragen, dazu zhlen u.a. katholische Entwicklungsorganisationen, wie das Bischfliche Hilfswerk Misereor, das Kolpingwerk und der Caritasverband. Die AGEH ist zudem einer von acht Trgern des von der Bundesregierung finanzierten Programms Ziviler Friedensdienst. In der Klner Zentrale betreuen 46 Mitarbeiter die mittlerweile ca. 280 Fachkrfte im Ausland.
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