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Tumor-Stammzellen und ihre Teilung stehen im Mittelpunkt eines aktuellen Forschungsprojektes. Die Existenz von Zellen dieser Art war bis vor Kurzem noch vllig unbekannt obwohl sie mageblich zur Entstehung von Tumoren beitragen knnen. In einem vom Wissenschaftsfonds FWF untersttzten Projekt wird nun insbesondere die „schicksalhafte“ Rolle eines einzelnen Proteins untersucht, dessen Fehlen eine wesentliche Bedeutung fr Tumor-Stammzellen haben kann. Die Projektergebnisse werden Grundlagen schaffen, die eine Optimierung von bestimmten Krebstherapien ermglichen knnen.

Krebszellen teilen sich sehr schnell. So entstehen Tumore. Das eifrige Teilen unterscheidet Tumorzellen von vielen anderen Zellen und ist gleichzeitig ihre Achilles-Ferse. Denn viele Krebstherapien eliminieren ausschlielich sich rasch teilende Zellen und schonen andere. Dieser Therapieansatz funktioniert gut und hat zu groen Erfolgen gefhrt. Erstaunlicherweise funktioniert er aber nicht immer nachhaltig: Tumore, die lngst eliminiert schienen, regenerieren sich wieder. Die Frage, wie sich diese Tumore regenerieren knnen, wenn doch die sich rasch teilenden Zellen beseitigt wurden, stellte MedizinerInnen und ForscherInnen lange vor ein Rtsel. Die prinzipiell einfache Antwort kennt man erst seit ein paar Jahren: Nicht ALLE Tumorzellen teilen sich rasch. Sogenannte Tumor-Stammzellen teilen sich langsam, knnen aber Tumorzellen und damit in Folge Tumore neu bilden.

Macht eines Proteins
Die molekularen Mechanismen, die zur Entstehung von Tumor-Stammzellen fhren, sind derzeit noch weitgehend unbekannt. Prof. Jrgen Knoblich vom IMBA Institut fr Molekulare Biotechnologie der sterreichischen Akademie der Wissenschaften leistet einen Beitrag, das zu ndern. Dabei hat er gemeinsam mit seinem Team bereits fr eine kleine Sensation gesorgt. Dazu Prof. Knoblich: „In gewhnlichen Stammzellen des Nervensystems fanden wir heraus, dass ein bestimmtes Protein die Vermehrung dieser Stammzellen reguliert. Ein Fehlen dieses als Brat bezeichneten Proteins fhrt zu einer unkontrollierten und raschen Vermehrung der Stammzellen. Vereinfacht gesagt entsteht ein Tumor.“ Damit zeigten die WissenschafterInnen, dass aus einer einzelnen Stammzelle Krebs entstehen kann und dass dafr ein einziges Protein verantwortlich ist.

Zellschicksale
Im Detail fanden die WissenschafterInnen in Stammzellen des Nervensystems von Fruchtfliegen, dass das Protein Brat nach der Zellteilung das Schicksal der beiden dabei entstehenden Tochterzellen bestimmt: In einer Tochterzelle ist Brat vorhanden und diese entwickelt sich zu einer Krperzelle; in der anderen Tochterzelle fehlt Brat und diese Zelle bleibt eine Stammzelle. Gleichzeitig verhindert Brat in der Krperzelle die weitere Zellteilung. Dazu Prof. Knoblich: „Wir wollten nun herausfinden, was passiert, wenn Brat nicht nur in einer, sondern in beiden Tochterzellen fehlt. Unsere Vermutung war, dass sich beide Zellen durch Brat nicht mehr gehindert teilen wrden, genauso ihre Tochterzellen und dann deren Tochterzellen. Dass also quasi ein ungehindertes Zellwachstum eintreten wrde, das die Anzahl an Zellen rasch ansteigen lsst. Und tatschlich wurde unsere Vermutung besttigt.“ Nachdem es gelungen war, das Protein Brat entsprechend zu eliminieren, beobachtete das IMBA-Team eine rasante Zunahme der neuralen Stammzellen. Sie bildeten schlielich einen Tumor, der sich im gesamten Krper der Fliege ausbreitete.

Damit die Funktion von Brat noch besser verstanden wird, arbeiten die WissenschafterInnen um Prof. Knoblich nun daran, Proteine aufzuspren, die von Brat reguliert werden. Denn ein detailliertes Verstndnis der Wirkung von Brat hat eine Bedeutung, die weit ber die Grundlagenforschung hinausgeht. Brat ist ein Protein, das nicht nur in Fliegen vorkommt, sondern in hnlicher Form auch im Menschen existiert. Sollte es hier wie vermutet vergleichbare Funktionen fr die Zellteilung von Stammzellen haben, dann knnte es auch zur Entstehung von Tumoren beim Menschen beitragen. So leistet dieses vom FWF untersttze Projekt einen Beitrag zum Verstndnis von Stammzellen und legt Grundlagen fr zuknftige Krebstherapien, die womglich nachhaltige Wirkung zeigen.

Bild und Text ab Montag, 27. Juli 2009 ab 15:00 Uhr MEZ verfgbar unter:
http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv200907-2de.html

PRESSEMITTEILUNG-DETAILS:
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Jrgen Knoblich
IMBA – Institut fr Molekulare
Biotechnologie
Dr. Bohr-Gasse 3
1030 Wien
T +43 / 1 / 790 44 4800
E juergen.knoblich@imba.oeaw.ac.at

Der Wissenschaftsfonds FWF:
Mag. Stefan Bernhardt
Haus der Forschung
Sensengasse 1
1090 Wien
T +43 / 1 / 505 67 40 – 8111
E stefan.bernhardt@fwf.ac.at

Redaktion & Aussendung:
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Von Nova