Kein Wildtierleid mehr in Zirkussen im Potsdamer Stadtgebiet

Das bundesweite Wildtierverbot in Zirkusunternehmen ist nach einem Antrag der Grünen vor einigen Wochen wieder einmal am Widerstand der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag gescheitert. Jetzt müssen weiterhin in allen Bundesländern und auf kommunaler Ebene mühsam regionale Wildtierverbote erkämpft und beschlossen werden.

Dies ist nun erfreulicherweise in Potsdam – ebenfalls auf Antrag der Grünen – am 04.05.2011 aus Tierschutzgründen gelungen. Die Landeshauptstadt Brandenburgs lehnt ihren Beschluss der Stadtverordnetenversammlung an jenen der Stadt Heidelberg an. Damit werden keine Zirkusse aus der Stadt ausgeschlossen, sondern lediglich das Mitführen und die Zurschaustellung von einigen Wildtierarten beim Gastieren auf städtischen Grundstücken untersagt, u.a. von Menschenaffen, Elefantenbullen, Giraffen, Flusspferden, Bären und Nashörnern.

Städtische Unternehmen sind darin ebenfalls eingeschlossen wie z.B. die Pro Potsdam GmbH, die sich bereits im Dezember 2010 der vorherigen, seit Jahren bestehenden Selbstverpflichtung der Stadt zu dem Thema angeschlossen hatte. Dass diese Selbstverpflichtung nun in parlamentarischer Form abgesegnet wurde, freut das Bündnis Zirkus in Berlin sehr. Zudem bemüht sich der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. nun darum, dies auch auf private Grundstückseigentümer auszuweiten, um praktisch keine Ausweichmöglichkeiten für Zirkusunternehmen mit Wildtieren mehr anzubieten.

Damit reiht sich Potsdam in die Reihe von fortschrittlichen deutschen Städten ein, die bereits das Mitführen von Wildtieren auf städtischen Grundstücken für Zirkusunternehmen größtenteils bzw. komplett untersagt haben, u.a. Stuttgart, Schwerin, Köln und München. Nationale Verbote oder Einschränkungen gibt es zudem bereits in 13 europäischen sowie 6 außereuropäischen Ländern, u.a. in Bolivien und Indien.

“Unsere Bundesregierung hingegen hält es auch weiterhin nicht für nötig, den Bundesratsentschließungsantrag aus dem Jahre 2003 endlich umzusetzen, obwohl sich mittlerweile sogar die Bundestierärztekammer sowie zwei Drittel der Bevölkerung für ein Wildtierverbot in Zirkussen ausspricht”, kritisiert Stephanie Johanna Goldbach von der Berliner Initiative für ein Wildtierverbot in Zirkussen.

Die Berliner Initiative für ein Wildtierverbot in Zirkussen setzt sich zusammen aus den 10 Organisationen “AK Zirkus” des Berliner Tierschutzvereins, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, animal public e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Deutsches Tierschutzbüro, Elefanten-Schutz Europa e.V., Tier und Mensch e.V., Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V., Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan, sowie Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V. – weitere Informationen finden Sie unter www.zirkus-in-berlin.de.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wurde im Jahr 2000 von Rechtsanwalt Wolfgang Schindler als politisch und weltanschaulich ungebundene Tierschutzorganisation gegründet. Ihren Namen erhielt die Stiftung von Rhena Schweitzer, der Tochter Albert Schweitzers.
Die Aufgabe der Stiftung ist es, möglichst viel Leid zu lindern. Deshalb setzt sie sich vor allem für die sogenannten »Nutztiere« ein. Mit 60 Milliarden Tieren, die jedes Jahr unter meist unvorstellbaren Bedingungen kostenoptimiert gemästet und getötet werden, ist das Engagement für diese Tiere die wohl größte Tierschutz-Aufgabe, der man sich stellen kann.
Die Stiftung wirkt darauf hin, Haltungsbedingungen zu verbessern sowie die Überzüchtung (Qualzucht) der Tiere zurückzufahren. Außerdem stärkt die Stiftung die vegetarische und vegane Idee als konsequenteste Form des Tierschutzes.
Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Mahi Klosterhalfen
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