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Frankfurt, den 26. August 2009 Wer im Gassengewirr von Ammans Altstadt fr ein Souvenir den ausgewiesenen Preis bezahlt, hat etwas verkehrt gemacht. Denn in den Souks ist das Feilschen nicht nur Pflicht, sondern macht auch einen Riesenspa. Wenn ein Hndler nach erfolgreichem Geschftsabschluss grozgig zum Abendessen ins eigene Haus einldt, wre seine berraschung wohl riesengro, wenn man abends tatschlich vor der Tr stehen wrde.
Um sich als Besucher Jordaniens kleine und groe Schnitzer zu ersparen, gilt es einige Verhaltensweisen zu beachten. Denn auf ihre muslimischen Traditionen sind die Jordanier besonders stolz. Gleichzeitig verzeihen Sie den Besuchern ihres modernen und weltoffenen Landes auch kleine Fehltritte, sofern diese nicht absichtlich erfolgen.

Folgende Punkte gibt es zwischen Rotem und Totem Meer zu beachten:

Begrung:
Seinem mnnlichen Gegenber schttelt man zur Begrung die Hand. Bei Frauen sollte man allerdings erst darauf warten, von ihr die Hand gereicht zu bekommen.
Ein weiteres Gebot der Hflichkeit ist es, zur Begrung aufzustehen.

Feilschen:
Auf jordanischen Mrkten hat das Feilschen Tradition. Man sollte aber nur um Dinge feilschen, die man auch wirklich kaufen mchte. Der oberste Grundsatz beim Feilschen lautet: Das Ganze soll Spa machen!
In Geschften und Einkaufszentren gelten hingegen die ausgewiesenen Preise. Hier ist Feilschen fehl am Platz.

Fotografieren:
Generell sollte man es vermeiden, verschleierte Frauen abzulichten. Auch Menschen beim Gebet zu fotografieren, gilt als unhflich. Gnzlich verboten ist das Fotografieren von militrischen Anlagen.
Ansonsten: Einfach vor dem Auslsen die Personen kurz um Erlaubnis fragen.

Gastfreundschaft:
Jordanien ist ein sehr gastfreundliches Land. Einladungen werden hufig und sehr spontan ausgesprochen. Ldt ein Einheimischer zu sich nach Hause ein, sollte man erst einmal hflich ablehnen. Wiederholt der Gastgeber seine Einladung jedoch mehrmals, kann man davon ausgehen, dass diese ernst gemeint ist und nicht blo aus Hflichkeit erfolgte.
Einladungen zu einem gemeinsamen Kaffee hingegen knnen ruhig direkt angenommen werden. Aber auch eine dankende Ablehnung wird akzeptiert, sollte man keine Zeit haben. Dazu legt man die rechte Hand aufs Herz und entschuldigt sich hflich.

Kleidung:
Eine besondere Kleiderordnung ist nicht zu beachten. Allerdings wird gepflegte Kleidung als Zeichen des hflichen Respekts verstanden; die abgerissene Jeans kann also getrost zu Hause bleiben. Zudem sollte wie in allen islamischen Lndern nicht allzu viel Haut gezeigt werden. Bei Frauen gilt ein allzu tiefer Ausschnitt als unsittlich und das Tragen langer Hosen wird empfohlen. Auch Mnner in kurzen Hosen werden belchelt, sie gelten als unmnnlich. In touristischen Sttten wie Petra oder in der Hafenstadt Aqaba gehren Touristen in kurzen Hosen jedoch lngst zum ffentlichen Bild. Mittlerweile sind dort auch die Einheimischen diesen westlichen Kleidungsstil gewhnt.
In die typische Landeskleidung sollte man jedoch nicht schlpfen; es knnte als Affront verstanden werden.

Religion:
Jordanien ist ein muslimisches Land, der Islam ist Staatsreligion. Die Verfassung garantiert aber Religionsfreiheit So sind vor dem Gesetz Christen und Muslime gleich. Die christliche Minderheit im Land ist in der Gesellschaft fest verankert und geniet die gleichen Rechte wie die muslimische Mehrheit.
Bei der Religionsausbung zu stren, gilt als sehr unhflich. Betende Muslime sollte man daher nicht ansprechen, fotografieren und auch nicht direkt an ihnen vorbeilaufen.
Ende August 2009 beginnt der Ramadan der genaue Zeitraum variiert von Jahr zu Jahr, da er sich nach dem islamischen Mondkalender richtet. Whrend der 29 Tage des Fastenmonats ist es glubigen Muslimen unter anderem nicht gestattet nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang zu essen oder zu trinken. In den Restaurants der Hotels kann man als Besucher des Landes dennoch zu den gewohnten Zeiten speisen. Hfliche Touristen verzichten whrend des Fastmonats auf den Verzehr von Nahrungsmitteln in der ffentlichkeit.

Sprache:
Die Landessprache von Jordanien ist Arabisch. Allerdings wird fast berall Englisch verstanden. Durch den starken Ausbau des Bildungssektors in den vergangenen Jahren sprechen vor allem junge Jordanier recht gut Englisch.
Wer aber als Tourist mit ein paar Brocken Arabisch aufwarten kann, wird von den Einheimischen umso wohlwollender aufgenommen.

Ein kleiner Sprachfhrer:

Ja Na’am
Nein La’a
Danke Shukran
Bitte Afwan (Antwort auf danke)
Hallo Marhaba
Guten Morgen Sabah al-Kheir Antwort: Sabah an-Nur
Guten Abend Massa al-Kheir Antwort: Massa an-Nur
Auf Wiedersehen Ma’a salaama
Lasst uns gehen! Yalla!
Okay Tammam
Prost, Guten Appetit Sakha
Wie geht es dir? (m/w) Kifak/ Kifik?
Gut (m/w) Mnieh/Mnieha
Ich spreche kein Arabisch Ana laa ahkii arabi
Entschuldigung Afwan

Tabus:
Den Nahostkonflikt, Israel und die Palstinenserfrage sollte man als Gesprchsstoff eher vermeiden.
Ist im Sitzen die Fu- oder Schuhsohle auf einen Einheimischen gerichtet und dabei fr ihn sichtbar, so wird das als Beleidigung aufgefasst.
Der Verkauf und Genuss von Alkohol ist in Jordanien gestattet dennoch sollte man nicht auf offener Strasse trinken.
Eine Moschee darf man nicht mit Schuhen betreten.
Whrend des Essens auf arabische Art mit den Hnden immer nur die rechte Hand benutzen, die linke Hand gilt als unrein. Auch Hunde gelten im Islam als unrein.

Wenn man sich als Gast im Haschemitischen Knigreich bemht, diese Regeln zu beherzigen, nehmen einen die Jordanien sehr offen und herzlich auf. Ahlan wa sahlan! bedeutet Herzlich Willkommen! und ist der hufigste Ausspruch, dem Touristen in dem gastfreundlichen Land begegnen. Eine umfangreiche Zusammenstellung zu Informationen, Traditionen und Verhaltensregeln von Jordanien gibt es im Internet auf www.visitjordan.com.

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Von Nova